Zum ersten Mal erhielten am letzten Freitag die Lernerinnen und Lerner der fünften Klassen am Raiffeisen-Campus aus der Hand ihrer Klassenlehrerinnen Frau Kisters und Frau Maier ihre Zeugnisse. Der Direktor des Raiffeisen-Campus Meffert wies in seiner kleinen Feieransprache darauf hin, was ein gutes Zeugnis ausmacht: "Ein gutes Zeugnis ist nicht durch seine Noten definiert. Ein gutes Zeugnis ist eines, von dem der Lerner oder die Lernerin zu Recht sagen kann, dass sie alles in ihrer und seiner Macht Stehende dafür getan hat."  Deshalb sei ein 2er Zeugnis manchmal ein schlechtes und ein 3er Zeugnis ein glänzendes Zeugnis.

Einen weiteren Vergleich stellte er an, um den Kindern zu verdeutlichen, wo der Unterschied zur Grundschule liegt: "In der Grundschule gehörtet Ihr alle zu den Besten Eurer Klasse, jetzt sind die Karten neu verteilt. Und da ist es logisch, dass nicht alle erneut zur Spitzengruppe gehören. Das sollte Euch aber nicht traurig stimmen, denn Ihr alle habt es in der Hand, in den nächsten siebeneinhalb Jahren alles dafür zu tun, zur Spitzengruppe zu gehören."

Rebecca Berleth kehrt nach dem Studienreferendariat an den Raiffeisen-Campus zurück. Sie wird als Religions-, Biologie und NaWi-Lehrerin arbeiten. Frau Berleth wurde 1988 in Neuwied geboren und lebt seitdem in Breitenau. Nach dem Abitur an der Schönstätter Marienschule in Vallendar 2008 nahm sie ihr Lehramtsstudium für die Fächer katholische Religion und Biologie an der Universität Koblenz-Landau am Campus Koblenz auf. Während ihres Studiums engagierte sie sich in der Fachschaftsvertretung der katholischen Theologie und absolvierte 2012 ein ERASMUS Intensivprogramm zum Thema „The contribution of Religious Education to a Europe of Diversity“ in Thessaloniki, Griechenland. Neben ihrem Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Pfarrgemeinde verbringt sie ihre Freizeit gerne sportlich, gemeinsam mit Hund Amie, in der Natur. In den Jahren 2009-2011 war sie als Vertretungskraft an der Grundschule Haiderbach in Wittgert tätig. 2012-2013 arbeitet sie bereits am Raiffeisen-Campus und kehrt 2014 nach dem Studienreferendariat zu uns zurück.

Im Mathematikunterricht der fünften Klassen bei Frau Hartung drehte sich alles rund um Ornamente, Figuren und Flächen: Mit Hilfe der von den Lernenden des ersten Jahrgangs unter Leitung von Herrn Wagner gebauten Geobretter und ein paar Gummis konnten die aktuellen Fünfer vielfältige Entdeckungen zum Thema machen. Sie entwickelten, spannten, zeichneten und präsentierten Dreiecke, Vierecke, achsensymmetrische Figuren in Einzel- und Partnerarbeit sowie Figuren, deren Fläche einem Vielfachen eines Einheitsquadrates entsprechen. So macht die Mathematik nicht nur Spaß, sondern es ermöglicht den jungen Lernenden, kreativ zu werden und auf ihrem individuellen Niveau ihre ganz individuellen Entdeckungen zu machen und (Er-)Kenntnisse zu erwerben.

Konstantin Kuhle ist Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Aber das war nicht das Motiv, ihn zu einem Gespräch mit den Lernerinnen und Lernern der siebten und achten Klassen einzuladen. Es ging der Schule darum, zu zeigen, dass Engagement wichtig ist und dass es auch Freude macht. Der junge Jurist erfüllte dann auch voll die Erwartungen. Sein Anliegen, die Bedeutung und den Spaß von Engagement zu vermitteln und dazu zu motivieren, schon früh gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, wurde sehr deutlich. 

Konstantin ("Ihr könnt mich ruhig duzen!") hatte keine textlastige Power Point vorbereitet, sondern zeigte einfach Fotos aus seinem politischen Leben. Schnell wurde klar, dass der gebürtige Niedersachse ein politisches Talent ist, auch wenn die Zielgruppe sehr jung ist ("Ich habe sonst häufig mit Oberstüflern zu tun.") Allen Zuhörern in Erinnerung geblieben ist sicher die seit Jahren von Kuhle durchgeführte Osterhasenaktion auf dem Weihnachtsmarkt und die Weihnachtsmannaktion auf den Ostermärkten. Dort gehen er und seine politischen Mitstreiter im jeweils jahreszeitlich falschen Kostüm auf Menschen zu, verschenken Schokolade und verwickeln die Menschen mit Leichtigkeit und Humor in ein Gespräch nach dem Motto: "Heute schon an morgen denken!".  

Der junge Liberale zeigte sich beim anschließenden Mittagessen beeindruckt vom Interesse und der Disziplin der Gymnasiasten aus Wirges. "Wenn ich gewusst hätte, wie viele wirklich interessante Fragen am Ende auf mich einprasselten, hätten ich mich vorher kürzer gefasst." Kuhle versprach aber, alle Fragen, die ihn noch per E-Mail erreichen, ausführlich zu beantworten. 

Schulleiter Bernhard Meffert bedankte sich abschließend bei Konstantin Kuhle für den engagierten Vortrag. "Sie haben den jungen Menschen am RC gezeigt, dass es wichtig ist und sich lohnt, schon früh für seine Überzeugungen einzustehen und aktiv zu werden. Unabhängig von der Partei ist es genau das, wozu wir ermutigen wollen."

Sagte die Projektleiterin Frau Maier den fleißigen Helfern am Tag der offenen Tür mit einem kleinen Punschumtrunk und einer kleinen Süßigkeit ein paar Tage später. Die Lernerinnen und Lerner hatten am Samstag in den Räumen der neuen Schulverwaltung in Dernbach wesentlich zum großen Erfolg beigetragen. Die Besucher zeigten sich sehr angetan von unseren höflichen und hilfsbereiten Unter- und Mittelstüflern und auch die Besucherkinder fanden es klasse, von den Gymnasiasten in den Mitmachstationen betreut zu werden. Grund genug also, ein herzliches Dankeschön zu sagen und der heiße Punsch tat gut an einem kalten Wintertag in Wirges …

Einen ganz besonderen und  wahrlich nicht alltäglichen Scheck erhielt der Raiffeisen-Campus am 11.12. aus den Händen des vollständig anwesenden Vorstands der Westerwald Bank mit ihrem Sprecher Wilhelm Höser und den Vorständen Dr. Ralph Köllbach und Herrn Markus Kurtseifer. Nach der Scheckübergabe und einem kleinen Empfang mit Raiffeisen-Campus-Apfelsaft zeigten Lernerinnen und Lerner die Vielfalt der Talente am RC. Es begannen Cees (8a) und Anne (6b). Herr Meffert berichtete:  "Sehr geehrter Herr Höser, Herr Dr. Köllbach und Herr Kurtseifer, liebe Genossenschaftsmitglieder der Raiffeisen-Campus eG und werte Verteter der Presse und der Medien: Als wir vor vier Wochen einen Aufruf starteten, um diese Feier mit einem kleinen Programm zu schmücken, hatten wir für das Casting 60 Minuten eingeplant und gehofft, diese mit interessanten Angeboten zu füllen und daraus die meisten zur Aufführung zu bringen. Es wurden mehr als zwei Stunden daraus. Aus der Vielzahl der Angebote mussten wir aussuchen und zeigen Ihnen heute Abend alle vier Jahrgänge mit vier sehr unterschiedlichen Beiträgen."

Es folgten Noah und Maximilian aus der 5a, die in einer ganz besonderen Sprache über ihr Leben als Lerner am Raiffeisen-Campus berichteten. Tuten Gag! Nach diesen beiden unterhaltsamen Beiträgen ging es schließlich ins ernsthafte Fach. Paul, Vincent, Vinzent und Louis, alle aus unserem dritten Jahrgang, wollten in einem kleinen beschaulichen Chanson die Nöte referieren, die entstehen, wenn das Liquiditätsmanagement in Privathaushalten Lücken aufweist. Da im Auditorium geballter Sachverstand vorhanden war, hofften die vier auf eine erstklassige Beratung, sollten sie, was wir als Schule verhindern wollen, jemals in eine solch prekäre Lage geraten. Dass aus dem kleinen Chanson dann doch ein cooler Rap wurde, war ein großer Spaß!

Am Schluss der kleinen Show dankte Herr Meffert noch Lara aus dem zweiten Jahrgang, die die Gäste mit ihrem Einrad zum Eingang geradelt hatte und er dankte  ebenfalls aus dem zweite Jahrgang unserer Schule Anja und Sina. Die beiden hatten sich entschieden, sportlich auf dem Teppich zu bleiben bzw. auf der Matte und zeigten eine zauberhafte Bodernturnnummer!

Nach einem kleinen Imbiss verabschiedeten sich die Gäste, versprachen aber, wiederzukommen. Wir freuen uns auf dieses Wiedersehen!

Ein ungewöhnliches Anliegen erreichte uns im Dezember in Person von Agraringenieur Ghani, der mit seiner Familie aus Pakistan fliehen musste und nun in Wirges lebt. In perfektem Englisch erläuterte er Schulleiter Meffert, dass er der Schule helfen wolle. Er sei erst kurz hier, verfüge über keine Arbeitserlaubnis und möchte sich einbringen. Ob er nicht im naturwissenschaftlichen Unterricht helfen könne. 

Diese Geschichte passt nicht nur in die aktuelle Debatte, sondern auch zum Raiffeisen-Campus. Denn natürlich fragte Direktor Meffert zurück, was er denn seinerseits für die Familie tun könne. Und so helfen seit letzten Freitag jeweils zwei Lernerinnen und Lerner den beiden Töchtern der Familie spielerisch und unter Anleitung der Klassenlehrerinnen an der Theodor-Heuss-Grundschule, besser und schneller Deutsch zu lernen.

Und einige Lerner haben außerdem angeboten, die Kinder der Familie zu sich nach Hause einzuladen, um so Einblicke in deutsches Familienleben zu ermöglichen und auch so die Kenntnisse zu verbessern. 

Im naturwissenschaftlichen Unterricht bei Frau Hartung entwickelten die jungen Naturwissenschaftler der beiden fünften Klassen in Teams aus Strohhalmen, Trinkbechern und Bindfäden eine Balkenwaage, skizzierten diese, bauten diese, überprüften deren Funktionstüchtigkeit mit Hilfe von Dekosteinen als Gewichte, präsentierten diese kritisch und nahmen das konstruktive Feedback ihrer Lernenden dankend an. Sehen sie selbst einiger unsere jungen Naturwissenschaftler bei der Arbeit.

So könnte man unsere jungen Mülldetektive bezeichnen, die völlig freiwillig und aus eigenem Antrieb und mit viel Spaß auf unserem Raummoduldorfhof für Ordnung sorgen. Dominik hatte schon bei seiner Bewerbung zum Lernersprecheramt mit diesem Thema gepunktet (wenngleich er nicht gewann). Gewonnen hat aber die Schulgemeinschaft, denn Dominik & friends sorgten dafür, dass Herr Meffert für Müllzangen sorgte, einen Hofdienst einrichtete und jetzt entsorgen sie sogar den Müll am Tag der Müllabfuhr. Steigern lässt sich dieses tolle Engagement jetzt nur noch dadurch, dass alle Lerner Müll vermeiden und die Müllsheriffs so wenig zu tun haben. 

Zum Abschluss der Unterrichtsreihe "Von den Sinnen zum Messen" im naturwissenschaftlichen Unterricht bei Frau Hartung konnten die Lernenden der Klassen 5ab auf und um Schloss Freudenberg weitere Erfahrungen mit all ihren Sinnen machen. Beispielsweise erfuhren die Lernenden auf Stelzen mehr über ihren Gleichgewichtssinn, im Kälteraum bei Minus 22 °C mehr über ihren Temperatursinn oder im Klangraum mit riesen Gongs bei geschlossenen Augen mehr über ihren Hör- und Tastsinn. Besondere Highlights sind und waren u.a. der Barfußpfad, die Dunkel-Bar und die Klangschale im Eingang des Schlosses. Genug der Worte, Schloss Freudenberg kann man nicht umschreiben, man muss es selbst erleben und erfahren. Und dabei gibt es immer wieder Neues (an sich selbst und seiner Umwelt) zu entdecken.