Diplom-Psychologe Herr Kolbe unterstützt unsere MSS3

Mit großen Schritten nähert sich unsere MSS3 aktuell ihren Abitur-Prüfungen und man merkt den Lernerinnen und Lernern an, dass sie gespannt oder aufgeregt werden. Zum einen ist dies natürlich ein gutes Zeichen, da es zeigt, dass die MSS3 diese Prüfungen sehr ernst nehmen. Andererseits kann zu viel Anspannung und Nervosität die Leistungen natürlich auch negativ beeinflussen. Daher luden Herr Brühl als Jahrgangsstufenleiter und Herr Deinert als MSS-Leitung am letzten Tag vor den Weihnachtsferien den Lerntherapeuten und Diplom-Psychologen Herrn Kolbe ein, um unseren Lernerinnen und Lernern praktische Tipps für die mentale und emotionale Prüfungsvorbereitung mitzugeben. Welche Auswirkungen eine einseitige Ernährung auf den Lernprozess im Gehirn hat, wie der Lernraum den Lernerfolg beeinflusst oder mit welchen Strategien man sich besonders gut Dinge einprägt, erklärte Herr Kolbe den motivierten und interessiert nachfragenden Lernerinnen und Lernern ausführlich und authentisch. Dass jeder seine eigene „Karotte“ zur Motivation nutzen sollte und sich das Gelernte erst nach zwei ausführlichen Schlafphasen wirklich verankert, waren wichtige Anreize, um mit den Fast-Abiturienten ihre eigenen Lernprozesse zu reflektieren. Als sich Jacob im Namen der Jahrgangsstufe schließlich mit dem obligatorischen RC-Apfelsaft bei Herrn Kolbe bedankte, waren sich die anwesenden Lehrkräfte Herr Brühl, Frau Stürz und Herr Deinert einig: Der Workshop mit Herrn Kolbe ist ein wichtiger Baustein, um unsere Lernerinnen und Lerner wirklich „fit für das Abitur“ zu machen. Denn zu oft scheitert es nicht am inhaltlichen Verständnis oder der Intelligenz, sondern am Fehlen einer vernünftigen und klugen Vorbereitung auf die Prüfungssituation. In diesem Sinne wünschen wir unserer MSS3 alles Gute für ihre Abitur-Vorbereitungen – und freuen uns auf die daraus resultierenden Abitur-Ergebnisse.

Was haben Smileys, die wir aus Messengern kennen, in einer Unterrichtsreihe zum Thema Balladen in der siebten Klasse zu suchen?

Ziel war, die bekannte Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe zuerst inhaltlich nachzuvollziehen, um sich im Anschluss mit der Gefühlswelt des übermütigen Lehrlings auseinanderzusetzen. Wie fühlt sich jemand, dessen Mentor ihn mit der Möglichkeit allein lässt, seine neu erworbenen Fähigkeiten einmal selbst auszutesten?

Die anfängliche Euphorie über die Abwesenheit des Meisters entwickelt sich im Verlauf der Handlung hin zu Erstaunen über die Konsequenzen der eigenen Zauberversuche hin zu Panik, als die Situation ins Chaos mündet. Erst als der Zaubermeister zurückkehrt und die Zaubereien des Lehrlings rückgängig macht, kann der Junge aufatmen. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben auf Basis von Smileys, die den Lernerinnen und Lernen aus dem täglichen Umgang mit digitalen Text-Nachrichten vertraut sind. Welcher Smiley drückt denn nun die Gefühle in den ersten Strophen aus? Welcher Gesichtsausdruck passt zur Erleichterung am Ende?

Diese Verbindung zwischen einer Ballade aus dem 19. Jahrhundert und dem mittlerweile alltäglichen Ausdruck von Emotionen Mit Hilfe von „Emojis“ machte den Lernerinnen und Lernern Spaß und konnte ihr Verständnis für fremde Perspektiven vertiefen.

Bei einem Theaterbesuch setzt man sich gemütlich auf seinen Platz und genießt das vorgeführte Stück. Alles läuft reibungslos ab, doch woher kommen die Kulissen? Wo werden die Kostüme hergestellt? Wie wird das Licht an die vermittelte Atmosphäre angepasst?

Diese und viele weitere Fragen wurden uns, der MSS2, am Kulturtag 2019 in einer Führung hinter die Kulissen des Theaters Koblenz beantwortet.

So wird Theater gemacht

Zuerst gab es einen historischen Rückblick mit Spurensuche in den baulichen Elementen und den alten Schriftzügen. Danach ging es über den Besucherbereich hinauf auf die Bühne, von wo etliche Scheinwerfer zu sehen waren. Ein Blick nach oben zeigte eine Vielzahl an Elementen des Bühnenbilds, die über unseren Köpfen im sogenannten Schnürboden schwebten. Nachdem einzelne versteckte Arbeitsplätze, wie den der Souffleuse oder des Inspizienten, entdeckt wurden, ging es weiter in die Räumlichkeiten „hinter den Kulissen“. Dabei erhielten wir einen Einblick in die handwerklich künstlerischen Werkstätten des Theaters. Nach dem Besuch in der Maske, wo einige Modellierungen betrachtet wurden, ging es weiter in den Malersaal, wo wir mit einem Maler ins Gespräch kamen. Dieser informierte uns unter anderem über die logistische Handhabung. Dann ging es mit dem großen Lastenaufzug durch die Kostümbildnerei mit einer Vielzahl an Kostümen in jeder Farbe und Form in die Werkstatt, wo gerade an einem Bühnenbild gearbeitet wurde. Nachdem man nun durch die vielen Gänge und Wege schon fast die Orientierung verloren hatte, ging es wieder zurück zum Ausgang.

Es war ein sehr interessanter Einblick hinter die Kulissen, die logistischen und künstlerischen Herausforderungen, die ein Theater meistern muss, um ein Werk aufführen zu können.

Philipp K., MSS2

Auch im letzten Jahr nahmen die sechsten Klassen des Raiffeisen-Campus wieder am bundesweiten Vorlesewettbewerb teil. Seit November fanden hierfür Vorlese- sowie Informationsstunden im Deutschunterricht bei Frau Wetz statt, um die Lernerinnen und Lerner über den Hintergrund, Ablauf, aber auch die Merkmale guten Lesens aufzuklären.

Schnell fanden sich in beiden sechsten Klassen interessierte Leser, die ihre Superkraft – das Vorlesen – unter Beweis stellen wollten. Dafür stellten alle ihr Lieblingsbuch vor und präsentierten ihren Mitlernerinnen und Mitlernern die ihrer Meinung nach spannendsten drei Minuten. In geheimer Wahl wurden je Klasse zwei Sieger ermittelt, die dann am Donnerstag, 5.12. 2019 vor der externen Jury des AZURIT Seniorenzentrums gegeneinander antraten, um den Schulsieger ermitteln zu lassen.

Nach einer Auswertungs- und Beratungszeit war sich die Jury einig; in diesem Jahr sollte es eine Schulsiegerin werden. Sie wählten Hannah der Klasse 6a als beste Leserin, die im Rahmen einer überzeugenden Präsentation aus ihrem Lieblingsbuch („Winston – Ein Kater in geheimer Mission“) vorgelesen hatte.

Für Hannah wird es nun spannend – sie wird im Februar beim Kreisentscheid antreten und den Raiffeisen-Campus hier vertreten. Viel Glück dafür, Hannah!

Ein besonderer Dank geht an die Unterstützung des AZURIT Seniorenzentrums; durch Ihre Teilnahme wurde dieses Ereignis auch für die Kinder zu einem ganz besonderen!

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Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Redaktion unserer Homepage wünscht Ihnen und Ihrer Familie einen guten Start ins Jahr 2020!

Für die Lernerinnen und Lerner des Leistungskurses Deutsch in der MSS 1 bei Frau Stürz hieß es in der Woche vor den Ferien: Start in die Reihe „Liebeslyrik im Wandel der Epochen“. Für eine erste Begegnung mit dieser Thematik setzten sie sich mit den Liebesbildern in aktuellen Popsongs auseinander. Und da das Wort Liebes“bilder“ bereits verrät, dass hier ein rein analytisches Vorgehen deren Eigenart widerspricht, verwandelten die Lernerinnen und Lerner die Lieder in kreative Zeichnungen, die das Gefühlsleben des lyrischen Ichs widerspiegeln.

Somit konnte ein erster Einblick in die unterschiedlichen Liebesauffassungen gewonnen werden, die heutige Künstler in ihren Songs verarbeiten. Wie diese Liebesdarstellungen sich vom Mittelalter, über Barock und Expressionismus bis heute gestaltet haben, gilt es in den nächsten Stunden herauszufinden…

Natürlich wünschen wir einander Frohe Weihnachten und versehen den Wunsch immer mit einem verstärkenden Ausrufezeichen. Wie wir ohnehin in der Adventszeit (vulgo Vorweihnachtszeit) immer recht laut unterwegs sind. Musik allerorten, Lichter in jedem Vorgarten. Und so vertreiben wir die Dunkelheit der Winterzeit und die damit einhergehende Winterdepression auch mit Hilfe von Glühwein etc. Macht man so.

Sie warten auf das „aber“? Hier kommt es: Ich fuhr dieser Tage spätabends auf dem Heimweg vom Raiffeisen-Campus durch Ebernhahn und ging unwillkürlich vom Gas. An einer Hauswand reflektierte ein Blaulicht. „Oh Gott“ entfuhr es mir spontan (und das, obwohl mein Vater mir den unnützen Gebrauch des Gottesnamens immer verboten hatte) und ich machte mir ernsthaft Sorgen um den Menschen, der hier vielleicht verunfallt oder krank abgeholt werden würde, so kurz vor Weihnachten. Ich empfand spontan Mitleid. Es könnte ja sogar die Familie eines Lerners, einer Lernerin betreffen.

Als ich näher kam, erkannte ich mein Missverständnis. Statt eines Blaulichts fand ich eine blau blinkende Lichterkette. Statt Alarmzeichen zu sein soll das blaue Licht hier wohl Freude bringen. Was läuft eigentlich schief, wenn vorweihnachtlicher Schmuck, wenn Lichterketten sogar blenden statt schmücken und wenn sie Sorgen verursachen statt zu trösten, wenn sie schon aufgeregt blinken müssen, damit sie überhaupt noch wahrgenommen werden?

Das wollte ich Ihnen in diesem Artikel berichten, war schon fast fertig und suchte dann nach einem illustrierenden Bild. Und fand dieses: „It wasn’t me – I’m innocent“ – „Ich war’s nicht – ich bin unschuldig“. Und dann nahm mein Gedanke noch einmal eine Kurve: Natürlich könnten wir in der Adventszeit die Energie statt ins Schmücken übergroßer Lichterketten in das Überreichen einer Kerze an einen sterbenden Mitmenschen im Hospiz investieren, so wie es unsere Lernerin Helena so eindrucksvoll jede Woche tut.

Oder wir können behaupten, dass die Vorweihnachtszeit ja ach so stressig ist, weil wir so viel feiern müssen.

Aber wir könnten genauso gut die Vorweihnachtszeit wieder zur Adventszeit machen und dieselbe Energie in das Schmücken unserer Seelen verwenden. Denn diese sind (da nehme ich mich bestimmt nicht aus) kurz vor Weihnachten noch wenig festlich, eher leicht ramponiert und auf jeden Fall dringend erholungsbedürftig. Wir können die Verantwortung für diesen Umstand von uns auf gesellschaftliche Konventionen abwälzen: „It wasn’t me“. Oder wir verhalten uns erwachsen, übernehmen Verantwortung und scheren aus. Aus dem Vorweihnachtszeitmodus in den Adventsmodus. Setzen uns hin und schreiben einem (oder wie ich heute Morgen: vielen) lieben Menschen unsere Gedanken oder bringen – wie Helena – eine Kerze ins Hospiz. Und machen damit die Welt viel heller als mit der ultimativen Hochleistungs-LED-Lichterkette. Versprochen.

Findet, mit einem großen Ausrufezeichen hinter dem Wunsch, dass Sie alle frohe Weihnachten haben mögen, Ihr Bernhard Meffert, Religionslehrer am Raiffeisen-Campus

Liebe Lernerinnen und Lerner, liebe Lehrerinnen und Lehrer, lieber Eltern und Großeltern, keine Sorge, ich werde Euch nicht mit Gänsen vergleichen. Aber eins ist auch klar: Gänse sind ein verflixt gutes Team, oder?
Was haben sie intuitiv verstanden, was uns manchmal nicht in den Kopf will?

Wenn Gänse in V-Formation fliegen und dabei zusammenarbeiten, sparen sie Energie und erhöhen ihre Reichweite: 71% weiter können sie fliegen, als wenn sie als einzelne Tiere fliegen würden.

Das gilt doch auch für uns, oder? Im Team sparen wir nicht nur Energie, wir fliegen auch weiter denn je zuvor. Wann immer Ihr in der Klassengemeinschaft oder wir als Schulfamilie zusammenhalten, schaffen wir einfach mehr.

Diejenigen Gänse, die vorne in der Formation fliegen, brauchen natürlich die meiste Energie. Das führt dazu, dass sie müde werden. Gänse haben das verstanden und tauschen dann ihre Rollen. So wird aus der Führungsgans eine, die sich im Team erholen kann, und eine aus dem Team übernimmt die Führung.

Was heißt das für uns? Jeder von uns kann und soll Verantwortung übernehmen. Nun muss aus einem Fünftklässler kein Klassenlehrer werden müssen oder können, aber dennoch kann und soll jeder und jede von Euch in Eurem täglichen Lernen Verantwortung übernehmen. Und dabei erfahren, dass das Freude macht, aber eben auch anstrengend sein kann. Vielleicht stärkt das ja auch Euer Verständnis für die Aufgabe Eurer Lehrer…

Und noch etwas: Auch wenn die Gänse hinten im Team fliegen, haben sie Mitverantwortung für den Erfolg der Reise. Und wenn man Gänse am Himmel rufen hört: Das sind diejenigen Gänse, die hinten fliegen. Sie haben die Kraft und die Aufgabe, die Führungsgans anzufeuern, die Geschwindigkeit zu halten, damit das Ziel des Tages erreicht werden kann.

Ihr wisst, wie leicht es ist, jemanden zu kritisieren, der Führungsverantwortung übernommen hat. Wir Erwachsenen sind zum Beispiel immer schnell dabei, die für uns verantwortlichen Politiker zu kritisieren. Für uns alle wäre es manchmal gut, diejenigen, die für uns die Verantwortung tragen, anzufeuern und zu ermutigen, nicht nachzulassen, damit die Reise gelingt.

Und wenn einer von uns einfach mal nicht mehr kann? Wie gehen die Gänse in solchem Fall vor? Niemals lassen sie eine Gans allein. Zwei bleiben mit ihr zurück, bis sie weiterfliegen kann. Sie gehen damit ein erhebliches Risiko ein, denn zu Dritt wird es sehr schwer sein, die weite Reise durchzustehen.

Wir sollten uns fragen, ob wir im Alltag genauso handeln. Wenn einer von uns in Schwierigkeiten gerät, bleiben wir dann bei ihm oder lassen ihn im Stich? Tun wir alles in unserer Macht Stehende, damit es ihm oder ihr besser geht? Sind wir bereit, auf das eigene Fortkommen zu verzichten, damit niemand verloren geht?
Das ist sicher viel verlangt – ich weiß. Und ich würde auch nicht behaupten, dass ich selbst das jeden Tag schaffe. Aber immer, wenn unsere Schulfamilie als Team handelt, sind wir beinah unschlagbar. Jeder Erfolg des Einzelnen ist dabei auch dem Team geschuldet. Kein Fünftklässler könnte auf unserer Schule sein, wenn es nicht vor ihm LehrerInnen und LernerInnen gegeben hätte, die den Weg gebahnt hätten für ihn. Und selbst diejenigen, die im Sommer 2019 das erste Abitur am RC abgelegt haben: Auch sie hätten nicht losfliegen können, wenn es nicht ein paar Menschen gegeben hätte, die vorher Verantwortung übernahmen und diese Schule gründeten. Auch als noch junge Schule sollten wir nie vergessen, dass wir unsere Existenz Menschen verdanken, die losgeflogen sind mit einem kleinen Team, auf einer noch unbekannten Route und bei reichlich Gegenwind.
Aber selbst diese Menschen haben ihre Kraft und ihren Mut nicht nur aus sich selbst gewonnen. Wir Christen glauben, dass wir stärker sind, wenn wir uns zu glauben trauen, dass wir im Himmel einen Vater haben, der für uns den wichtigsten Weg schon gebahnt hat und uns Rückenwind gibt.
Und der sich dann nicht zu schade war, seinen Sohn in unser Team zu senden, als es uns dreckig ging. Der die Führungsaufgabe übernahm, als wir nicht mehr wussten, wohin wir fliegen sollen. Als die junge Christengemeinde das gelernt hatte, ging Jesus wieder zurück zu seinem Vater, weil er wusste, dass wir das Fliegen jetzt auch ohne ihn bewältigen können. Dennoch tut es gut, ihn in diesen Tagen wieder als einen von uns in der Krippe liegen zu sehen und uns zu erinnern, welche Richtung er uns vorgegeben hat. Schon in den Umständen seiner Geburt zeigt sich das Besondere seiner Führungsarbeit. GEMEINSAM statt allein! so hat die 6b unseren GottesDienst überschrieben. Gemeinsam statt allein! Nur so kann unsere Schulfamilie funktionieren. Und deshalb ist genau das sogar bei den Gänsen Erfolgsrezept!

Bernhard Meffert, Predigt im Adventsgottesdienst am 19.12.2019 in St. Laurentius, Dernbach