Gratulationsdefilee nach Verkündung der Ergebnisse der mündlichen Prüfungen

Am 8.8.11 sind wir mit 37 LernerInnen gestartet, am 22.6.2019 schließt sich der Kreis für immerhin 32 AbiturientInnen. Zum ersten Mal in seiner noch jungen Schulgeschichte seit 2011 vergibt der Raiffeisen-Campus das rheinland-pfälzische Abitur und der Jahrgang 2011 hat sich bis zuletzt als besonders engagiert gezeigt. Und so haben auch diejenigen, die noch bangen mussten, bei den mündlichen Prüfungen am 13. und 14.6. bewiesen, dass sie reif sind für ein Hochschulstudium und haben das Abitur bestanden. Die gesamte Schulfamilie freut sich von Herzen, dass wir niemand zurücklassen oder im nächsten Jahr erneut prüfen müssen und gratuliert zum bestandenen Abitur. Noch eine Woche, dann finden auch die offiziellen Feierlichkeiten statt und nach dem Prüfungsstress kommt jetzt für den Jahrgang der Vorbereitungsstress für die Feier, die sich der Zeugnisfeier der Schule anschließt und – so munkelt man – auch für einen kreativen Abisturm in der kommenden Woche. Wann der ist, ist ein gut gehütetes Geheimnis des Jahrgangs… Am Samstag dann ein besinnlicher ökumenischer Gottesdienst in der Klosterkirche der Dernbacher Schwestern im kleinen Kreis der Familien und Lehrer, danach die Zeugnisfeier mit zahlreichen Ehrengästen und danach wieder ganz familiär ein Essen mit anschließender Club-Lounge, in der bis in die Nacht gefeiert werden soll und darf. Vorstand und Schulleitung hatten den Jahrgang mit dem Angebot überrascht, im Haus feiern zu dürfen: „Es ist unser gemeinsames Haus, das wir da 2015 bezogen haben. Warum solltet Ihr teure Mieten zahlen, wenn wir inzwischen doch über alle Möglichkeiten verfügen“, war die Aussage, die auch bei den Eltern positiv aufgenommen wurde. Nur die Spätaufsicht hatten die Eltern damit als Pflichtaufgabe übernommen und werden so dafür sorgen, dass auch der eine oder andere irgendwann den Nachhauseweg sicher antritt…

Am Dienstagabend, dem 14.Mai waren die Eltern der 8ab zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die zwei sehr wichtige Themen betraf. In der gleichen Woche hatten beide achte Klassen Workshops zur Suchtprävention besucht, die von Herr Eichmann vom Polizeipräsidium Koblenz geleitet wurden. Schon zum dritten Mal besuchte uns damit Herr Eichmann, um auf seine unterhaltsame aber gleichzeitig sehr informative Art und Weise unseren Lerner und Lernerinnen die Gefahren der Sucht, insbesondere mit Hinblick auf Drogen, zu verdeutlichen. Diese Seminare kamen bei den Kinder, wie in den vorigen Jahren auch, sehr gut an. Dazu gehört auch immer eine Eltern-Informationsveranstaltung. An diesem Abend haben unsere Eltern einen sehr informativen Überblick über die des Workshops der Kinder erhalten und zusätzlich rechtliche Hinweise und Tipps, die für Eltern hilfreich sind.

Ein zweites Thema wird momentan nicht nur an unserer Schule heiß diskutiert: Medienmissbrauch. Die Gefahren, die im Internet lauern, die Sorglosigkeit, mit der Kinder mit Sozialen Medien umgehen, führen immer häufiger zu Problemen psychischer wie auch rechtlicher Art und deren Auswirkungen bekommen die Schulen zu spüren. Übermüdung durch nächtliche Handy-Nutzung, psychische Störungen und Depressionen durch Cybermobbing und Hate Speech wie auch die Auswirkung durch den Erhalt und Versendung von Bildern mit sexuellen Inhalten, führt zu einer Verzerrung des “Normverhaltens”, zu Verwirrung, Scham und Schrecken. Hier sind sowohl Schule als auch Elternhaus gefordert.

Zu diesem Thema durften wir drei Gastsprecher begrüßen – Dr Welf Kienle, Anwalt, und unsere Sozialarbeiterin Gundula Neukirchen mit Maria Kerber-Schmidt – die die zwei Aspekte diesen Themas mit straf -wie auch zivilrechtlichen Folgen aber auch psychischen Auswirkungen auf Kindern und Jugendlichen erläuterten. Die Gesetzeserläuterung durch Dr. Kienle mit Beispiele aus aktuellem Fällen war erleuchtend, sehr hilfreich, und Frau Neukirchen und Fr Kerber-Schmidt erzählten aus ihrer große Erfahrung von den negativen Auswirkungen von Cybermobbing, Sexting und Pornographie auf Jugendliche. Unser spezifisches Begleitprogramm für unsere Lerner und Lernerinnen zur Mediennutzung wurde ebenfalls ausführlich erläutert. Anschließend folgte ein lebhaftes und aufschlussreiches Gespräch zwischen Panel und Eltern, mit einigen Vorschlägen von Eltern für Eltern, die für die Zukunft von Bedeutung sein können.
Unser Dank gilt allen Eltern, die an dem durchaus recht langen aber wichtigen Abend teilgenommen haben wie auch unseren Gästen, die uns ihre wertvolle Zeit uns geschenkt haben.

Am 21.03.19 besuchten unsere 6ten Klassen gemeinsam mit Frau Haufe und Herrn Schön das Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen. Unter einer fachkundigen Führung setzten sie sich dabei intensiv mit der Keramikgeschichte auseinander, lernten dabei regionale und überregionale Töpferwaren und die entsprechende Handwerkskunst kennen. Die Fahrt fand im Rahmen unseres Lernateliers statt, in dem wir uns gerade intensiv […]

Die Lernerinnen und Lerner der MSS3 besuchten zum Abschluss des Religionsunterrichts mit Fr. Groß das Kloster in Dernbach. Dort wurde die Gruppe von Schwester Gottfrieds und Schwester Simone herzlich empfangen. Im letzten Jahr wurde die Heiligsprechung von Katharina Kasper, der Gründerin des Ordens, im Kloster und rund um den Westerwaldkreis hinaus gefeiert. So berichteten die beiden Schwestern und auch zwei Lernerinnen, die bei der Heiligsprechung in Rom live dabei waren, was dies für eine Wirkung bis heute hat und warum Katharina Kasper mit ihrem Wirken so bedeutsam ist.

Die Lernerinnen und Lerner hörten aufmerksam zu und stellten Fragen

Die letzte Exkursion der MSS3 stand ganz unter dem Zeichen, wie im 21. Jahrhundert Glaube in einem Kloster gelebt wird und warum sich Menschen heute für ein Leben in einem Orden entscheiden. Zuvor hat der Kurs mit Frau Groß über die aktuellen Entwicklungen in der Kirche gesprochen und auch hier das Ordensleben in Zeiten der Schnelllebigkeit und der Entfernung zu Gott und zum Glauben beleuchtet. So berichteten die beiden Ordensschwestern den Lernern des Raiffeisen-Campus aus ihrem eigenen Leben, warum sie sich bereits vor teils mehr als 50 Jahren für den Eintritt in ein Kloster entschieden. Sie berichteten auch, dass sie in ihrer Jugend durchaus einen Partner hatten, aber der Ruf für sie in ein Ordensleben größer war und sie diesem letztlich auch nachgaben. Dies beeindruckte die Lernerinnen und Lerner, die viele Fragen hatten, zu denen Schwester Gottfriedis und Schwester Simone gerne Stellung nahmen. Auch war das Thema des Zölibats oder die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche präsent. Hier waren sich die Anwesenden einig, dass das Zölibat für die Priester, die nicht in einem Orden sind, abgeschafft werden müsste und sie hoffen darauf, dass dies auch in nächster Zeit geschehe.

Schwester Simone sagte: „Die jungen Menschen sollten Gott in ihr Leben lassen und selbst erfahren, was sie für einen Weg mit ihm gehen und wohin sie ihr Weg führt – dieser ist bunt, spannend und vielschichtig, denn jeder von uns ist für etwas bestimmt, das Schwierige ist es, dies für sich selbst herauszufinden.“

Der Lerner Philipp fasste das Gespräch am Ende treffend zusammen: „Wir als junge Menschen müssen uns selbst für Gott und die Kirche entscheiden, dann können wir auch aktiv etwas für die Kirchengemeinde tun, weil wir davon überzeugt sind. Es ist also nicht richtig zu sagen, was die Kirche alles ändern muss, wenn wir für uns entschieden haben, dass Kirche und Glaube bei uns keinen Platz haben.“

Am 22.03 2019 fuhr der Geschichtsleistungskurs der MSS1 mit einzelnen lul aus den Grundkursen mit Frau Czekansky und Herrn Schön nach Hadamar zur Euthanasie-Gedenkstätte. In der Gedenkstätte wurden während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zehntausende Pflegebedürftige getötet oder sterilisiert. Während unseres Aufenthalts wurden uns die zwei Phasen der Geschichte in praktischer Weise näher gebracht. Wir durchliefen während der Führung den Weg eines Patienten von der Ankunft bis zur Tötung.

In der sogenannten „Aktion T4“ der Nationalsozialisten kamen die Menschen in einem verschleierten Bus in der verschlossenen Garage an und der Weg der Opfer verlief zu einem vermeintlichen Arztbesuch in den Keller der Anstalt. Damals wurde von den NS-Tätern gesagt, dass die Ankömmlinge „duschen“ gehen. Doch dann wurden sie mit sehr vielen Menschen in einen sehr kleinen, engen Raum im Keller eingesperrt und dort anschließend durch Gas getötet. An manchen Leichen führten Ärzte danach teils unvorstellbare Experimente durch. Besonders eindrucksvoll war neben den beklemmenden Eindrücken des Kellers auch der angefertigte Boden, der dem Anstaltspersonal durch seine glatte Beschaffenheit einen schnellen Transport der Leichen zu den Brennöfen ermöglichte.

Am Nachmittag beschäftigten wir uns anhand verschiedener Quellen mit Einzelschicksalen von Opfern, die im Rahmen des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert und/oder getötet wurden. Sowohl Gründe als auch Praxis dieser NS-Methoden, die auch vor Fälschung von medizinischen Unterlagen nicht zurückschreckten, machten uns erneut eindrucksvoll die Absurdität der rassenhygienischen Vorstellung der damaligen Zeit deutlich.

Es ist zwar Interessant, die Geschichte in Büchern kennenzulernen. Aber der Besuch der Gedenkstätte hat uns das große und brutale Ausmaß der Verbrechen noch näher gebracht, die in unmittelbarer Nähe zu uns begangen wurden. Es war ein sehr interessanter Besuch und ein Nachmittag voller neuer Erkenntnisse. Auf erschreckende aber eindrucksvolle Art und Weise wurde unseren lul so ein grauenvoller Teil der Geschichte unseres Landes nähergebracht und wir haben eine Erkenntnis getroffen: nie wieder! Berücksichtigt man angesichts der Thematik diesen Eindruck, kann man von einem „gelungenen“ Ausflug sprechen.