Mit den Projekttagen zum Erwerb ökonomischer Grundbildung als Fundament für praxisnahe ökonomische Kompetenz haben wir eine Antwort auf die aktuelle Debatte rund um den Tweet den Schülerin Naina: Einen ganzen Ganztagsschultag lang erarbeiteten sich die Lernenden der Klassen 8 und 7 zum vierten bzw. dritten Mal im Rahmen eines Lernzirkels ökonomische Grundbegriffe und Zusammenhänge eigenverantwortlich in teilweise klassenübergreifenden Kleingruppen.

So haben sie am Beispiel eines Frühstückeis den Unterschied zwischen Inflation und Deflation kennen gelernt oder erfahren, welch langen Weg beispielsweise die eigene Jeans bzw. Zahnbürste rund um den Globus zurück gelegt hat. Außerdem haben die Lernenden erfahren, dass es Länder gibt, in denen Kinder arbeiten müssen oder in denen es Arbeitern schlecht geht. Die Lernenden haben teilweise eine Insolvenz und ihre Folgen auch auf emotionaler Ebene nachempfunden. Andere wiederum haben mitgenommen, dass sie mit Geld sorgsam umgehen sollen, was der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist und vieles mehr. In jedem Fall Grund genug, sich am Ende des Tages bei der Projektverantwortlichen Frau Hartung zu bedanken und mehr Möglichkeiten zu wünschen, sich vielfältige Themen blockweise eigenverantwortlich erarbeiten zu können.

So der Titel des Workshops mit "unserem" Referenten Wolfgang Enders, der erneut aus St. Blasien gerne nach Dernbach gekommen war, um mit den über 100 angemeldeten Eltern und Lehrern intensiv ins Gespräch darüber zu kommen, welche Art der Unterstützung unserer Lernerinnen und Lerner im häuslichen Umfeld eigentlich zielführend sein kann. Auch das vollständig anwesende Lehrerteam am RC lauschte dem erfahrenen Lernexperten Endres und freute sich, dass die Praxis der Elternarbeit am Raiffeisen-Campus den hohen Anforderungen des Referenten in den allermeisten Bereichen bereits Genüge tut. Was man von Endres lernen kann? Die innere Gelassenheit im Umgang mit Kindern gepaart mit einer Ernsthaftigkeit, die aber nie bierernst daher kommt, aber glasklar vermittelt, dass Erziehungsarbeit wichtig ist, damit Bildung gelingen kann.

Diese Frage stellten sich und diskutierten die Lerner der Klasse 7b im Rahmen der Erarbeitung eines Beitrages für den EU-Wettbewerb, der eingebettet in den Geschichtsunterricht erarbeitet wurde.

Jeder hat ein Recht auf Bildung: Ausgehend von dieser Aussage machten sich die Lerner in Gruppen darüber Gedanken. Schnell war allen klar, dass es immer noch Länder auf der Welt gibt, in denen das (noch) nicht zutrifft und viele Kinder ohne Schulbildung ihr Leben gestalten müssen. Eindringlich wurde dies auch durch Herrn Klein vor Augen geführt, der Einblicke in eine Schulgründung in Afrika gewinnen konnte und so vom bildungspolitischen Alltag berichten konnte. Nun war es nicht auch mehr weit bis zum konkreten Wettbewerbsthema: „Baue eine Schule in einem Entwicklungsland und überlege, was die Kinder dort lernen sollen“.

Mit großem Engagement machte sich die 7b an die Arbeit. Besonders die Frage nach den Unterrichtsinhalten wurde intensiv diskutiert und so unterschiedlich die einzelnen Gruppen und ihre Ergebnisse waren, eines hatten sie alle gemeinsam: Ziel muss es sein, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Und damit leben unsere Lerner am Raiffeisen-Campus ein Stück Raiffeisen, der sich für das Wohl der Bedürftigen einsetzte und den hohen Stellenwert von Bildung für eine bessere Zukunft der Menschen erkannte und auch durch Schulgründungen einen Beitrag dazu leistete.

Was macht man, wenn die Lernzeit sich an grauen Winternachmittagen in die Länge zieht und das konzentrierte Arbeiten an den Aufgaben schwer fällt? Klar: eine Pause mit Spiel, Spaß und Bewegung. Hier kommt den Klassenleitungen, die in erster Linie in den Lernzeiten eingesetzt sind, zugute, dass sie wie alle anderen Kollegen lions-quest zertifiziert sind.

Schnell war also von der Klasse 5b zusammen mit Frau Maier ein energizer aus dem lions-quest-Programm ausgewählt, das Klassenzimmer umgeräumt und der Startschuss für "zipp, zapp, zupp" gegeben, eine Mischung aus einem Koordinationsspiel und Reise nach Jerusalem. Diese kreative Übung, die müde Klassen munter macht und die Lerner wieder zur Konzentration bringt, hat seine Wirkung nicht verfehlt: Schon bald konnte es beschwingt und konzentriert mit der Lernzeit weitergehen.

 

 

Am Ende des ersten Halbjahres wurde im Deutschunterricht von Frau Maier in der Klasse 5b kurz innegehalten und zurückgeblickt. Die Lerner stellten sich die Frage, was sie eigentlich gelernt haben und strukturierten so für sich den Lernstoff, damit den Lerner eben genau das nicht passiert, nämlich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen.

In der Praxis sah das so aus, dass die Lerner in Zweierteams alles sammelten, was ihnen noch im Gedächtnis war, und ein Büchlein zu basteln und das mit Inhalt zu füllen.  Schnell erkannte jeder, was die großen Themen des Unterrichts waren und jeder unterschied sicher zwischen den grundlegenden und den zusätzliche Informationen – und wer das kann und auf dem Weg zum Abitur weiter Sicherheit gewinnt, ist gut auf ein Studium oder eine Berufsausbildung vorbereitet. Diese Übung soll aber auch im Hier und Jetzt dafür sorgen, dass die Lerner nachhaltig lernen und den Überblick über die Fülle des Lernstoffs bewahren: Qualität statt Quantität eben.

Mit einem kräftigen "helau" begrüßte Kinderprinzessin Nele I. die Lerner in der Aula und läutete damit einerseits den schulischen Endspurt vor den Karnevalsferien und andererseits den Höhepunkt der närrischen Tage ein.

Herr Malherbe führte mit Witz durch das kleine Karnevalsprogramm, dessen Auftakt die Rede der Faschingsprinzessin war. Die Tanzeinlage der kleinen Gardegruppe brachte anschließend Schwung und gute Laune in die Aula. Zum Schluss gab es schließlich noch die nahezu obligatorischen Kamelle. Uns hat es sehr gefreut, dass Nele I. ihre Schule besucht hat und wünschen nun einen tollen Endspurt. Darauf ein dreifach donnerndes "Wirges helau"!

Nein, in der AG Sanitätsdienst lernen die Lerner nicht, wie sie sich bei späteren Discobesuchen verhalten sollen, ihnen begegnete dieses (Disco-)Prinzip bei der Bewusstseinskontrolle, wenn sie eine Person auffinden.

Unterstützt von Herrn Marcel Bill vom Malteser Hilfsdienst drehte sich bei den zukünftigen Schulsanitätern und Frau Maier im Rahmen des zu absolvierenden Erste-Hilfe-Kurses alles um die stabile Seitenlage. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wie kann es überhaupt dazu kommen und was muss beachtet werden? Und schließlich wurde es praktisch: In Zweierteams brachten sie sich gegenseitig in die stabile Seitenlage und sind nun zum einen einen Schritt weiter auf dem Weg zum Schulsanitätsdienst und zum anderen sind die Lerner nun in der Lage einer bewusstlosen Person zu helfen.

Internationalität wird am Raiffeisen-Campus großgeschrieben, nicht nur weil die Lehrer des Teams aus vielen verschiedenen Ländern kommen, sondern auch, weil wir unsere Lerner und Lernerinnen zu weltoffenen und global handelnden jungen Menschen erziehen.

Die kulturelle Vielfalt des Teams gab den Anstoß dazu, das Projekt Campus Worldwide ins Leben zu rufen. Die Anregung kam dabei aus der Elternschaft und schnell fanden sich mit Frau Bittger und Frau Salvador zwei Teammitglieder, die die Projektleitung übernahmen und die Realisierung somit ermöglichten.

An dem ersten Projekttag kamen Lerner aller Stufen in Gruppen zusammen und wurden zu Spezialisten der Länder China, Spanien, Chile, United Kingdom, Kamerun, Frankreich, Russland und natürlich Deutschland. Begleitet wurden sie dabei von Lehrern, die einen besonderen Bezug zu der Region haben. So teilte zum Beispiel die in China aufgewachsene Frau Sun ihren kulturellen Hintergrund und Herr Klein nutzte seine Erlebnisse in Chile, um den Lernern die lateinamerikanische Lebensfreude näherzubringen.

Entsprechend der Philosophie des Raiffeisen-Campus‘ waren die Lerner selbst aktiv und gestalteten mit den angebotenen Materialien vielfältige Ergebnisse.

Am zweiten Projekttag war es dann endlich soweit und die Klassen konnten gemeinsam auf Weltreise gehen. Dabei erhielt jeder Lerner seinen Reisepass, in dem die zahlreichenden spannenden Informationen gesichert werden konnten. Die Klassensprecher waren ausgestattet mit der Reiseroute, sodass die Lerner ganz selbstständig die verschiedenen Länder besuchten. Kaum „gelandet“, übernahmen die jeweiligen Länderexperten die Reiseleitung und erklärten ihrer Klasse die Besonderheiten des Landes. Zahlreiche Fragen wurden gestellt und manch Unerwartetes entdeckt. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, warum Tapas Tapas heißen oder wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie sich in China die Nase putzen wollen? Fragen Sie unsere Lerner!

Das von Frau Ingenhoven im Rahmen des Musikunterrichts einstudierte Morgenlied ist fester Bestandteil in der Orientierungsstufe am Raiffeisen-Campus. Und so schallte immer zu Beginn der 1.Stunde ein "Ich-bin-ich" durch das Klassenzimmer, was für einen beschwingten Start in den Tag sorgte.

Wichtig ist uns aber auch am Raiffeisen-Campus die Botschaft dahinter: Ob laut oder leise, groß oder klein – wichtig ist, dass jeder von den Lernern seine ganz eigenen Talente mitbringt, die es zu entdecken gilt und die nicht bei all den Äußerlichkeiten übersehen werden dürfen. Und so haben sich die "Ichs" in der Klasse, die alle einzigartig sind, zu einem "Wir" zusammengefunden, bei dem jeder ein unverzichtbares Puzzleteil ist und die Klasse so bunt macht.

Die Rechtschreibung – ein weites Feld. Dass dieses Feld regelmäßig bestellt werden muss und nur so die Ernte am Ende ausreicht, steht, auch wenn es wirkliche Arbeit sein kein, außer Frage. Frau Maier und Herr May stellten nun aber in ihrem Deutschunterricht eine Auswahl an unterschiedlichen Spielen zur Verfügung, mit denen die Lerner mit viel Spaß ihr Wissen zu Rechtschreibregeln wiederholen und festigen konnten.

Schon bald wurde bei manchen Spielen um jede einzelne Spielkarte gerungen, diskutiert und so die Regeln wiederholt und angewendet und mindestens genauso schnell war auch vergessen, dass es sich bei vielen um einen eigentlich nicht favorisierten Bereich des Deutschlehrplanes handelt. Doch gerade weil die Rechtschreibkompetenz eine grundlegende Kompetenz ist, die wir am RC unseren Lernern mit auf den Weg geben wollen, liegt in der Orientierungsstufe hierauf ein besonderes Augenmerk – denn auch bei all den Rechtschreibkorrekturprogrammen am Computer ist das eigene Wissen  und der eigene Blick die bessere Wahl.