Im März waren die beiden Young European Professionals, kurz YEPs, Dennis Feldmann und Justus Brühl, zwei Abiturienten, die sich für die Aufklärung Jugendlicher mit Blick auf Europathemen unter dem Dach der BpB ehrenamtlich einsetzen, am Raiffeisen-Campus zu Besuch. Nach einem Eis brechenden Energizer sammelten die beiden jungen Herren in einem Brainstorming zur EU, was die Lernenden der Klassen 8ab bereits über das Thema wissen. Im Anschluss daran lernten die Lerner wichtige Eckdaten und Hintergründe zur Geschichte der EU kennen. Dennis und Justus klärten die Lernenden außerdem über die Arbeitsweise der Europäischen Union, Zuständigkeiten und damit Aufgaben dieser sowie über die Institutionen der EU auf. Außerdem frischten die Lernenden ihre Kenntnisse zur europäischen Gesetzgebung und zur Europawahl auch mit Hilfe eines spannenden Films auf.

Schließlich waren die Lernenden selbst an der Reihe: In arbeitsteiligen Gruppen bereiteten sie ein Planspiel zur Flüchtlingspolitik vor und führten dieses durch. Hier galt es, sich in die Positionen der EU- Einwanderungsländer, also die Mittelmeerstaaten und Deutschland, in die Position  der Mittelafrikanischen und Nordafrikanischen Allianz sowie in die Position der Grenzschutzorganisation Frontex und die der NGO Amnesty International hinein zu versetzen. Nach einem ersten Statement aller Streitparteien ging es in die erste Verhandlungsrunde und schließlich ins Parlament. Hier wurden unter Zeitdruck Verhandlungen geführt. Schließlich konnte trotz einiger Blockadehaltungen eine Lösung gefunden und abgestimmt werden. Jedoch blieb deren Umsetzbarkeit offen. Nichtsdestotrotz waren sich in der Feedbackrunde alle einig, dass sie viel Neues über europäische Politik gelernt haben.

Sicher kennen Sie jemanden, der in den Osterferien nach Spanien gereist ist, angezogen von schönem Wetter und gutem Essen.

Viele Touristen sind sehr überrascht, wenn sie Leute mit kegelförmigen Hüten durch die Straßen marschieren sehen: Diese Leute sind in Spanien als Penitentes bekannt. Die mimetischen Prozessionen werden in Spanien sehr lebhaft gestaltet und es ist nicht untypisch, dass die Leute auf der Straße vor Ergriffenheit weinen – Ostern ist in Spanien ein sehr wichtiges religiöses Fest. Die Karwoche beginnt, so wie in Deutschland, am Palmsonntag (Domingo de Ramos) und endet am Sonntag der Auferstehung (Domingo de Resurección).

Auch familiäre Traditionen spielen eine große Rolle in Spanien. Ostern ohne Eier verstecken wäre für einen Deutschen nicht vorstellbar! Typisches Ostergebäck aus Valencia ist la Mona de Pascua mit einem gekochten Ei. Man isst das Gebäck und drückt das Ei an die Stirn des Lieblingsverwandten! (Mittlerweile sind die Eier aber zum Glück aus Schokolade)

Viele Spanier nutzen diese Ferien, um Zeit mit der Familie zu genießen. In dieser Hinsicht sind wir nicht so verschieden, wir Spanier und Deutsche.

Zum Abschluss der Unterrichtsreihe "Vom Ganz Großen" im Fach Naturwissenschaften ermöglichte Frau Hartung den Lernenden der fünften Klassen, dass sie ihre beim eigenverantwortlichen Lernen am Lernzirkel Unsere Sonne und ihre Planeten offen gebliebenen Fragen von einem Experten beantworten lassen konnten. Aber nicht nur das. Herr Völkel antwortete den Lernenden nicht nur mit Hilfe seiner tollen Präsentationen, seiner Modelle und seines Planetariums selbst, sondern er initiierte bei den Lernenden zeitgleich auch wieder ganz neue Fragen:

 

  • Welches ist unser größter und welches unser hellster Planet?
  • Woher hat die Sternwarte ihren Namen?
  • Warum sind wir Sternenkinder?
  • Warum wiegt ein Teelöffel voll Materie eines Zwergsterns mehrere tausend Tonnen?
  • Warum wird es auf der Erde in 800.000 Jahren zu heiß?
  • Mit welcher enormen Geschwindigkeit rast die Erde um die Sonne?
  • Wie gehen Astronauten zur Toilette?

und vieles mehr. Das Universum ist eben wie die damit verbundenen Themen unendlich groß.

 

 

Am Raiffeisen-Campus ist es uns wichtig, dass unsere Lerner wissen, wer Friedrich-Wilheim Raiffeisen war. Nicht nur, weil wir es unserem Namensgeber schuldig sind, sondern auch, weil Raiffeisens Ideen bis hin zum Genossenschaftsgedanken bis heute nichts an Relevanz und Bedeutung verloren haben.

Und so war es dann auch ein fröhliches „Hallo“ als Friedrich-Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Deliztsch in Form von zwei Handpuppen die Klassen 5a und 5b besuchten und die Frage stellten: „Einer für alle, alle für einen! Was bedeutet das für euch jungen Lerner eigentlich noch?“

Mit viel Spaß und mindestens so großer Kreativität machten sich die Lerner in kleinen Gruppen an die Beantwortung dieser Frage und stellten sich schließlich dem Gespräch mit den zwei Herren. Ob gesungen, gereimt oder geplaudert: Raiffeisen und Schulze-Deliztsch bekamen viele Antworten auf ihre Frage und auch die Gewissheit, dass ihr Leitsatz tatsächlich nichts an Bedeutung verloren hat.

Nicht immer nur Fehlverhalten sanktionieren, sondern angemessenes Verhalten positiv bestärken: Das hat sich der Raiffeisen-Campus seit diesem Schuljahr nochmals verstärkt vorgenommen. 

Im Schulalltag heißt das nun, dass die Lerner der Orientierungsstufe mit Bonusheften ausgestattet wurden, in denen sie in den Kategorien Pünktlichkeit, Ordnung und Verhalten im Unterricht Punkte sammeln können, die basierend auf Rückmeldungen von allen Lehrern der Klasse von der Klassenleitung wöchentlich in eben dieses Bonusheft eingetragen werden. Wer nun genügend Punkte gesammelt hat, kann diese gegen eine Münze eintauschen, die wiederum die Währung für eine kleine Belohnung ist. Die Lerner haben dabei die Auswahl zwischen Gutscheine für einen Klassendienst, über Spielzeuge bis hin zu Geduldspielen.

Doch was ist nun der Vorteil von dieser anderen Philosophie, die am RC Einzug gehalten hat? Durch konsequentes positives Bestärken des gewünschten Verhaltens bestärken wir die Lerner in ihrem Tun und schaffen so ein angenehmes Lern- und Klassenklima. Somit profitieren wir alle und wer freut sich nicht über ein Lob, wenn er etwas gut gemacht hat?

„Danke, dass wir zu Gast sein durften“ war die Botschaft, die Raiffeisen-Campus-Schulleiter Herr Meffert mit den Lernervertreter Katharina und David dem gastgebenden Schulleiter Kai Liebe und den SV-Vertretern seiner Schule am 24. März mitgeben wollte. „Wir haben uns 2011 willkommen gefühlt und das gute Miteinander war trotz des erfreulichen Wachstums beider Schulen durchgängig gut.“ Ein Dankeschön hatte die Campus-Mannschaft symbolisch als Geschenk verpackt. Die 2011 vom Campus neu angeschaffte kleine Basketballanlage bleibt an ihrem angestammten Platz und geht so ins Eigentum der Gastgeber-Schule über. Schulleiter Kai Liebe dankte im Namen der Schule für das Geschenk und betonte noch einmal das gute Miteinander. „Wir werden auch in Zukunft in Kontakt bleiben und die bewährten gemeinsamen Veranstaltungen weiter durchführen“, versprach Kai Liebe und lud direkt zu einem ersten gemeinsamen Tag im Juni ein. 

Schulleiter Meffert erinnerte an den ersten Kontakt mit dem Kollegium der Realschule plus im Frühjahr 2011. „Damals hat das Kollegium der Realschule trotz der räumlichen Einschränkungen einer zweiten Schule im Haus sofort die Chancen für beide Schulen erkannt. Dass beide Schulen in den letzten Jahren eine so gute Entwicklung genommen haben, ist nicht zuletzt dem gemeinsamen Standort geschuldet. Deshalb sind wir froh, dass wir in der Verbandsgemeinde Wirges bleiben, der wir wegen ihrer Gastfreundschaft dankbar sind und bleiben.“

Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage, so lautete ein Slogan der evangelischen Kirche in Deutschland vor einigen Jahren. Kontext waren die Ladenöffnungszeiten. Der Druck des Einzelhandels aber auch vieler Verbraucher hat seitdem nicht nachgelassen und so werden Werk- und Sonntage immer verwechselbarer. Was die Menschen, die sich auch am Sonntag dem ungehinderten Konsum ergeben wollen, nicht bemerken, ist, dass die Abschaffung des Sonntags ein Jahrtausende altes Kulturgut in den Abfalleimer der Geschichte wirft, für das unsere Ahnen nicht nur lange gestritten, sondern dass auch immer nur einen Zweck hatte und hat: Den Menschen gut zu tun. Es ging also nicht um die Monopolisierung eines Tages für religiöse oder kultische Zwecke, wie Jesus klarstellt, als er trotz des Sabbat einem Menschen hilft: „Der Sabbat ist für den Menschen da!“ (Mk 2,27), er soll gut tun…

Mit dem Osterfest geht es gläubigen Christen in einer entchristlichten Umwelt häufig ähnlich. Die Karwoche, eine besonders stille und durchaus schmerzhafte Erfahrung im Kirchenjahr jedes Christen und jeder Christin, ist Teil der österlichen Freude. Schon seit der frühen Kirche betrachten die Christen deshalb die GottesDienste am Gründonnerstag (grün stammt von greinen, also weinen), Karfreitag und in der Osternacht als nur einen einzigen Gottesdienst in drei Teilen. Weil man Auferstehung nicht feiern kann, wenn man den Tod nicht als Teil des Lebens akzeptiert.

Viele unserer Mitmenschen in Westerburg und Montabaur haben ihre Karwoche sehr persönlich und schmerzhaft seit dem Absturz von D-AIX Mannheim erlebt. Es liegt auch an uns, wann für sie die Hoffnung die Trauer besiegt. Ein Zettel an einer improvisierten Trauerstätte lautete: „Die Opfer des Flugzeugabsturzes sind nicht tot, sie fliegen nur höher, ins Paradies.“ Ein schöner und tröstlicher Gedanke. Mit dieser Hoffnung leben wir Christen, seitdem ein für unsere Vorstellung noch junger Mann mit Namen Jesus uns die Hoffnung geschenkt hat, dass eine Idee, eine Überzeugung, ein fester Glaube an einen guten Gott, den er „Abba“, also „lieben Vater, Papa“, nannte, durch den Tod nicht besiegt werden kann. Mit dieser Hoffnung wird vielleicht nicht schon morgen Nacht, aber zumindest bald auch für die Trauernden Ostern wieder erfahrbar und genau deshalb feiern wir es jeden Sonntag.

Anschauen, ansprechen, anfassen, Atemkontrolle – soweit, so gut. Aber was macht man, wenn keine Atmung vorhanden ist? Diese Frage treibt spätestens jetzt den angehenden Schulsanitätern nicht mehr die Schweißperlen auf die Stirn, da sie unverzüglich nach dem Absetzen des Notrufs mit der Herz-Druck-Massage beginnen.

Unter Anleitung von Frau Maier, die die AG Sanitätsdienst leitet, besprachen die Lerner die Bedeutung des Kreislaufes und damit des Sauerstoffs für das Leben. Schnell war allen klar, dass es sich bei einer fehlenden Atmung um einen echten Notfall, also eine lebensbedrohliche Situation handelt und – gehandelt werden muss, da nach ungefähr fünf Minuten ohne Sauerstoff bleibende Schäden zu erwarten sind. An zwei Puppen führten die Lerner schließlich in Zweierteams die Herz-Druck-Massage durch und wechselten dabei stets zwischen 2x beatmen und 30x drücken. Der ein oder andere hatte dann doch Schweißperlen auf der Stirn – aber nicht aufgrund von Angst oder Unsicherheit, sondern aufgrund der Anstrengung, die man leicht unterschätzt.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Maltesergeschäftsstelle Wallmerod und Herrn Thinius, die uns in jeder Hinsicht unterstützen.

 

 

Wenn Herr Meffert als Schulleiter die Klassen im Unterricht besucht, um sich ein Bild von den Lernerfolgen seiner knapp 190 Lernerinnen und Lerner und den Lehrerfolgen seines Teams zu machen, dann gehört das zu den Highlights des Schulleiterdaseins: "Wann immer ich die Zeit dazu finde, versuche ich Zeit mit den Lernerinnen und Lernern zu verbringen und reflektiere dabei, was wir an unserer Schule weiterentwickeln können."

Dabei kommt es natürlich vor, dass die Fremdsprachenkenntnisse des Anglisten Meffert nicht ausreichen. Ist das dann nicht langweilig, Herr Meffert? "Ganz im Gegenteil: Die Lerngruppen völlig unabhängig vom Inhalt einfach nur dabei zu beobachten, wie sie ihre Lernprozesse mit dem Lehrer organisieren und umsetzen, ist sogar sehr interessant. Die Aufmerksamkeit geht dann ganz weg von dem, was wir in der Schulpraxis früher ‚Stoff‘ nannten hin zu dem Eigentlichen. Und natürlich kommt mir dann vieles im doppelten Sinne Spanisch vor."

Hätten Sie Lust, diese für den RC wirklich zentrale Sprache nachzulernen? "Absolut. Wenn ich im Lehrerzimmer Frau Salvador und Herrn Klein in einer Unterhaltung antreffe (natürlich in spanischer Sprache), dann empfinde ich die besondere Schönheit dieser Sprache. In meiner Schulzeit drückte übrigens ab der siebten Klasse ein Pater mit uns die Schulbank und lernte mit uns Siebtklässler Englisch. Still und bescheiden nahm er hinten Platz, hörte zu und schrieb mit. Gemeldet hat er sich übrigens nie, denn er wollte nicht, dass wir wegen ihm zurückstecken mussten. Realistisch ist das für mich allerdings leider nicht – andere Aufgaben stehen dem im Weg und so verlasse ich mich auch weiterhin auf meine Fachleute. Und dennoch freue ich mich, wenn ich bei bei meinen Besuchen oder im Lehrerzimmer den einen oder anderen Brocken aufschnappe …"

… sind für unsere Lerner und Lehrer die elektronischen Tafeln. Eine wunderbare Ergänzung dazu sind die Dokumentenkameras, mit deren Hilfe wir Lerneraufsätze, wie zum Beispiel hier im Unterricht von Dr. May in der 7a, einfach an der elektronischen Tafel für alle sichtbar und so verfügbar machen können. Und so wird aus einer Vorlesestunde, in der ein Lerner aktiv und die meisten anderen eher passiv bleiben würden, tatsächlich hilfreiche Mitarbeit am Produkt eines Mitlerners, von der alle profitieren.

Als wir 2011 die Ausstattung für unsere neue Schule planten, war die Dokumentenkamera noch ein erklärungswürdiges Ausstattungsdetail, heute ist sie in Verbindung mit der elektronischen Tafel einfach guter Lern-Alltag. Dass wir damals wie heute die uns tragende Raiffeisen-Campus eG mit ihren Vorständen Martina Düring und Dr. Jörn-Peter Kukuk von einer solchen Ausstattung überzeugen dürfen, wann immer sie finanzierbar aber vor allem pädagogisch sinnvoll ist, ist an dieser Stelle einen Dank wert. Denn sich in die Abläufe von modernen Lernprozessen hineinzudenken, fällt den meisten Menschen außerhalb von Schule viel schwerer, als es ihnen bewusst ist.