Was ist Widerstand? Mit dieser Frage wurde Physiklehrer Wagner in den letzten Wochen öfter konfrontiert. Denn aktuell  wird in den beiden 8. Klassen im Fach Physik das Thema Widerstand behandelt. Hierbei kristallisieren sich jedoch zweierlei Bedeutungen deutlich heraus: Einerseits gibt es das Bauelement, mit dem die Lernerinnen und Lerner experimentierten und die Gesetze des Stromkreises aus den Messergebnissen gewinnen konnten. Andererseits gibt es die physikalische Größe Widerstand, die berechnet werden soll. Was für ein Durcheinander!

Um die Bedeutung des Widerstandes bei der Stromleitung zu klären, wurde kurzerhand auf theaterpädagogische Elemente zurückgegriffen. So konnten die Lernerinnen und Lerner selber erspüren, wie der eigenen Bewegung (Bewegung des Elektrons) durch eine Gasse (Stromleiter) mit im Wege stehenden Lernern (Atomrümpfe) modellhaft ein Widerstand entgegenwirkt. 

Natürlich macht eine solche Erfahrung Lust auf mehr, und so wurden unmittelbar zahlreiche Fragen, z.B. wie entsteht Hitze beim Laden eines Mobiltelefons? diskutiert und mit dem Modell erklärt. 

Das ist Physik! Beobachten, Beschreiben, Erklären!

In diesen Wochen beschäftigt die Frage Welche Schule soll mein Kind nach Abschluss der vierten Klasse besuchen? viele Eltern. Was kann der Raiffeisen-Campus meinem Kind in diesem Zusammenhang bieten? Was unterscheidet den Raiffeisen-Campus – das private Ganztagsgymnasium in Dernbach – von anderen Gymnasien der Region, die zur Hochschulreife führen?  

Um die zukünftige gymnasiale Schullaufbahn Ihrer Kinder und unserer LernerInnen von Anfang an richtig zu gestalten,  stehen wir Ihnen für Information und Beratung gern zur Verfügung.  Wir laden Sie und Ihr Kind/Ihre Kinder zu unserem Tag der offenen Tür an diesem Samstag, 5.12 2015 von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr herzlich ein. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder, die ab Sommer 2016 eine weiterführende Schule besuchen möchten und ihre Eltern. Ihr Kind und Sie können Einblicke in das Profil des Raiffeisen-Campus und das innovative  Schulkonzept nehmen: Was sind die Schwerpunkte und Besonderheiten der Schule? Wie und was wird unterrichtet? Wer sind die Lehrer und wie sieht die Schule in Zukunft aus? Ein interessantes Programm mit zahlreichen Aktivitäten für die Kinder und umfassende Informationen für die Erwachsenen zeichnen unseren Tag der offenen Tür aus. 

Auch Realschülerinnen und Realschüler, die zum neuen Schuljahr in die gymnasiale Oberstufe wechseln möchten, sind herzlich eingeladen.

Wir freuen uns, Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und Eure Eltern bei uns auf dem Raiffeisen-Campus willkommen zu heißen und Euch zu zeigen, wie wir Schule machen.

Und so finden Sie uns!

Ganz so schnell werden die LernerInnen und LehrerInnen des Raiffeisen-Campus (Dernbach),  die SchülerInnen und LehrerInnen der Grundschule Wirges sowie zahlreiche Eltern das faszinierende Live-Event am 4.11.2015 im Bürgerhaus Wirges nicht wieder vergessen. In einer mitreißenden Multivisionsshow „Abenteuer Weltumrundung“, die durch die musikalischen Intermezzi der bezaubernden Sängerin Yma América aus dem Musical „König der Löwen“ choreographisch ergänzt wurde, gab Reiner Meutsch Einblicke sowohl in seine atemberaubende Weltumrundung als auch in sein einzigartiges Bildungsprojekt. 

Der Westerwälder Manager Meutsch ist ein außergewöhnlicher Mensch. Er selbst sieht das nicht so. Doch seine Ideen, Projekte und Leistungen faszinieren Groß und Klein, Alt und Jung gleichermaßen. Im Jahr 2010 verkaufte der erfolgreiche Geschäftsmann sein Reiseunternehmen. Er ließ sich anschließend zuerst zum Piloten und schließlich zum Hubschrauberpiloten ausbilden, um sich dann im selben Jahr einen Lebenstraum zu erfüllen, den er nach eigenen Aussagen von seinem Vater geerbt habe: Eine Weltumrundung. 

Allein schon die Eckdaten dieser spektakulären Weltumrundung lassen aufhorchen:  In knapp 11 Monaten legte Meutsch in einem zweimotorigen Privatflugzeug 100 000 Flugkilometer zurück, überflog und/oder bereiste 77 Länder auf 5 Kontinenten. Auch galt es, harte körperliche Herausforderungen zu bestehen: Fast 20 verschiedene Impfungen musste Meutsch über sich ergehen lassen. Mit seinem Co-Piloten Armin Schief  verbrachte er über 400 Stunden im Cockpit. Und das alles für einen guten Zweck, der in dem Namen seiner 2009 gegründeten Stiftung Fly &Help Niederschlag gefunden hat.

Doch so atemberaubend schön die Welt auch immer  aus der Vogelperspektive sein mochte, so häufig verließ Meutsch bei Aufenthalten am Boden sein Cockpit. Die Froschperspektive, die er dann einnahm, bot ihm die Möglichkeit, die hässlichsten und erschütterndsten Seiten von Armut in Augenschein zu nehmen. Bei zahlreichen Aufenthalten in Afrika, Asien und Lateinamerika wurde Meutsch unwillkürlich Zeuge von desolaten oder ganz fehlenden Bildungsinfrastrukturen und damit von der Perspektivlosigkeit der Kinder. Die erschütternde Realität vor Ort ließ Meutsch schon während der Weltumrundung insgesamt fünf Schulen gründen, und zwar in Ghana, Ruanda, Indien, Indonesien und Brasilien. Das sollte erst den Auftakt eines langfristig angelegten Projektes bilden, das Meutsch inzwischen zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Bis 2025 will er 100 Schulen bauen. Doch mit bereits 60 eingeweihten Schulen Ende 2014 und knapp 30 projektierten Schulbauten im Jahr 2015, wird Meutsch dieses Ziel bald erreicht haben.  

Aber was bewegt Reiner Meutsch dazu, sich dieser Aufgabe anzunehmen, welche die verantwortlichen Politiker in den jeweiligen Ländern sträflich vernachlässigen? Wer Meutsch bei seinem Vortrag genau zuhört, wird schnell erkennen, dass sein Bildungsprojekt von einer Vision getragen wird, die sich so beschreiben lässt: Wissen ist – im praktischen wie im metaphorischen Wortsinn – der einzige Rohstoff, auf den sich die Menschheit uneingeschränkt verlassen kann. Bildung ist das einzige Instrument, das den Zugang zu diesem Rohstoff ermöglicht.

Tatsächlich regt Meutsch mit seiner Stiftung Fly & Help zu einem radikalen Umdenken an, das den Herausforderungen eines zunehmend flächendeckenden  Globalisierungsprozesses  gerecht wird: Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben sind ein universales menschliches Gut. Mit anderen Worten: Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung.    

Folgerichtig knüpft Meutsch an jenen Paradigmenwechsel an, worauf unser modernes Leben seit dem 18. Jahrhundert zurückzuführen ist: Bildungsoffensive. Seit 2010 fliegt der Westerwälder noch häufiger um den Globus, um neue Schulen zu gründen oder einzuweihen, aber auch um eine nachhaltige Entwicklung seines Bildungsprojektes zu sichern. Für viele Kinder in den entlegensten Regionen der Welt hat Meutsch stets ein außergewöhnliches Geschenk im Gepäck: Bildung und Zukunft. Und überall wird ihm der Sinn seines Engagements an den „strahlenden Augen der Kinder" bewusst, "die stolz und unendlich dankbar sind, Lesen und Schreiben lernen zu dürfen.“ (Meutsch)

Meutsch ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Kinder gerade auch in den Entwicklungsländern  in der Bildung liegt. Den Kindern, für die er heute Schulen baut, traut er die Fähigkeit zu, später den Fortschritt in ihren Ländern zu organisieren und den Menschen vor Ort zum Wohlstand zu verhelfen. Diese Vision verdient Anerkennung, Respekt und vor allem Unterstützung.

Mit seiner Stiftung Fly & Help schreibt Reiner Meutsch bereits ein neues Kapitel in der Bildungsgeschichte der so genannten Entwicklungsländer. Frei von den üblichen ideologischen Diskursen und vor allem ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger handelt Meutsch  als Philanthrop und Humanist aus Überzeugung. Die überaus positive Resonanz auf seine Bildungsoffensive macht deutlich: Seine Botschaft kommt an und sie bewegt viele Menschen. Diese Botschaft lässt sich erfreulicherweise  mit dem pädagogischen Grundsatz des Raiffeisen-Campus überschreiben: Jedes Kind kann die Welt verändern – überall

 

 

Traditionell besuchen die Landtagsabgeordneten am 9. November die Schulen in ihrem Wahlkreis. Dieses Jahr kamen die Politikerinnen Frau Gabi Wieland (CDU) und Frau Dr. Tanja Machalet (SPD) zum Raiffeisen-Campus (Dernbach). Mit den Lernerinnen und Lernern der beiden 9. Klassen diskutierten sie aktuell wichtige Themen im Land Rheinland-Pfalz: Schulpolitik, Polizeigewalt und Flüchtlingspolitik waren einige der zentralen Themen. Die beiden Landespolitikerinnen rotierten in verschiedenen Diskussionsgruppen und standen als kompetente Ansprechpartnerinnen für Fragen, Ideen und allgemeine Informationen Rede und Antwort.

Nachdem die Lernerinnen und Lerner ihre Arbeitsergebnisse vorgestellt hatten, nahmen die Landtagsabgeordneten Stellung zu den genannten Themen. Im Hinblick auf die Schulpolitik wurde Konsens darüber hergestellt, dass ein einheitliches Abitur in Deutschland eingeführt werden sollte, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Insbesondere zur aktuellen Flüchtlingspolitik hatten die Lernerinnen und Lerner viele Fragen an die beiden Politikerinnen. Wieland und Machalet waren sich einig, dass die Aufteilung der Flüchtlinge geordnet erfolgen müsse,  sie wiesen jedoch darauf hin, dass man sich noch in einem Lernprozess befinde.

Die Landespolitikerinnen integrierten die engagierten Ausführungen der Lernerinnen und Lerner zu verschiedenen Gesetzesinitiativen (Polizei, Bildung, Flüchtlinge) in ihre Antworten und bedankten sich für die guten Beiträge der Kinder.

Der Besuch von Frau Wieland und Frau Dr. Machalet ermöglichte unseren Lernerinnen und Lernern einen direkten Austausch mit Landespolitikerinnen. Am Ende waren sich alle Beteiligten darin  einig, dass sie voneinander gelernt haben. Den beiden Landtagsabgeordneten und unseren Lernerinnen und Lernern der 9a und 9b möchten wir an dieser Stelle herzlich danken.

 

 

 

Flüchtlinge – Fluch oder Segen für Deutschland? Müssen wir Angst vor der aktuellen Situation haben? Wie verläuft die Asylsuche im Westerwald? Was können wir tun, damit es hier gut läuft und eine gute Integration gelingt? Alles Fragen, welche die Lernerinnen und Lerner des Raiffeisen-Campus in Dernbach den zahlreichen Referenten der Diskussionsrunde zu ihrer Themenwoche "Flucht und Vertreibung" stellten. Zu Beginn der Gesprächsrunde präsentierte der Fotojournalist Herbert Piel seine Bilder von Flüchtlingsunterkünften in Rheinland-Pfalz, die er in den letzten Monaten besucht hat. Beeindruckende sowie erschreckende Fotos sahen sich die 230 Lernerinnen und Lerner sowie ihre Lehrer und weitere Gäste in knapp 15 Minuten im Forum an.

Nach diesem emotionsgeladenen Einstieg begrüßte Schulleiter Bernhard Meffert die folgenden Gäste: Frau Zahra Deilami (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim), Herrn Dr. Andreas Nick MdB (CDU), Frau Inge Rocco (Flüchtlingskoordinatorin und Pastoralreferentin St. Peter in Ketten), Herrn Detlef Dillmann (ehemaliger Leiter der Caritas WW-Rhein-Lahn) sowie Herrn Winfried Manns (Gemeinde-und Städtebund RLP).

Kein Flüchtling verlässt ohne Grund seine Heimat. Mit dieser Aussage startete die Diskussionsrunde und jeder der Gäste erklärte aus seiner persönlichen Sicht, aus welchen Gründen er sich vorstellen könnte, aus seiner Heimat zu fliehen. Die verschiedenen Antworten ließen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen, der in dem zentralen Begriff "Freiheit" seinen Ausdruck fand. Krieg und die fehlende Sicherheit im eigenen Land sind auch die Gründe des aktuellen Flüchtlingsstroms.

Doch was ist in der aktuellen Lage konkret zu tun? Diese Frage stellte Schulleiter Meffert den Referenten. Es sei wichtig, nicht über die Köpfe der Flüchtlinge hinweg zu entscheiden, sondern die einzelnen Schicksale sowie die unterschiedlichen Begabungen anzuerkennen, erläuterte Inge Rocco und verknüpfte dies mit einigen Erlebnissen aus ihren täglichen Begegnungen. Die Beachtung der Würde des Menschen, so wie sie im Grundgesetz verankert ist, stand im Zentrum des Gesprächs. Detlef Dillmann betonte, wie wichtig es sei, die Freizeit mit unseren neuen Mitbürgern zu verbringen, mit ihnen z.B. Fußball zu spielen oder anzusehen. Dies fördere, so Dillmann weiter, eine schnelle Integration und erleichtere darüber hinaus das Erlernen der deutschen Sprache.

Auf die Frage einer Lernerin, ob der Zustrom der Flüchtlinge Fluch oder Segen für Deutschland sei, antwortete Winfried Manns, dass es an uns allen liege, mit der Situation umzugehen. Dr. Andreas Nick ergänzte, dass es wichtig sei, dass die Flüchtlinge rasch die deutsche Sprache lernen, hier arbeiten können, einen geregelten Tagesablauf haben und sich in ihrem neuen Wohnort wohlfühlen. Zahra Deilami unterstrich dies und berichtete aus ihren eigenen Erfahrungen: "Wir müssen ganz normal und unverkrampft mit den Neuankömmlingen umgehen. Jeder hat sein Lebenskapital, Respekt und Höflichkeit: Jeder muss dieses Lebenskapital nach außen tragen und auch entsprechend handeln", so Deilami.

Das lange Warten auf eine Registrierung war auch Thema; hier sei aktuell schlicht eine Überforderung festzustellen, sagte Manns. Aber der Bund habe schon einiges auf den Weg gebracht und man müsse abwarten, wie rasch die neuen Regelungen greifen, erklärte Manns. Dillmann zeigte den Lernern zahlreiche Anträge, die "jeder Asylsuchende ausfüllen muss, bevor ihm der Status als "Asylant" zuerkannt wird. Es gilt, zwischen Flüchtlingen zu unterscheiden, die anerkannt sind und solchen, die noch auf die Anerkennung warten." Kritisch betonte er, es sei unbegreiflich, warum die Anträge nur in deutscher Sprache und nicht in der Sprache der Flüchtlinge ausgefüllt werden müssen. Das führe zu zahlreichen Problemen, mahnte er an.

Inge Rocco machte auf das Problem aufmerksam, dass es leichter sei, aktuell Paten für Menschen aus Pakistan oder Syrien zu finden im Gegensatz zu Flüchtlingen aus den Balkanstaaten. Es gebe ihr zufolge in der Bevölkerung einen Unterschied in der Wahrnehmung von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen. Dr. Nick lobte die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und die Kommunen, die tagtäglich vor Ort für eine reibungslose Organisation des Alltags sorgen. Auf die Frage einer Lernerin, ob wir in Deutschland Angst haben müssten, antwortete der Bundestagsabgeordnete Nick: "Nein, wir haben zwar große Herausforderungen, aber Angst vor der Situation haben, müssen wir nicht. Jedoch bereitet es mir große Sorgen, was das Klima in unserer Gesellschaft angeht. Wir müssen mutig sein, und offen gegen die Hassparolen eintreten. Die Flüchtlinge nehmen uns gewiss nichts weg!"

Einen ganz besonderen Moment stellte das Ende der Diskussionsrunde dar: Die Lerninnen und Lerner des Raiffeisen-Campus schlugen vor, den Flüchtlingen im Kreis aktiv zu helfen. Die Projektleiterin der Themenwoche, Jenny Groß, zeigte sich gemeinsam mit Schulleitung und Kollegium darüber besonders erfreut. So wird dem Wunsch der Kinder gerne nachgekommen, und eine Teilnahme am Nikolauslauf der Firma Münz ist bereits organisiert. "Besser als mit diesem sehr intensiven Projekt, das auch praktische Hilfe für Flüchtlinge in unserer Region hervorbringt, können wir als kleine Schule den Anliegen der Kinder nicht gerecht werden. Die Empathie und das große Interesse unserer Schulgemeinschaft rechtfertigen den Aufwand", sagte die projektverantwortliche Pädagogin Jenny Groß.

Schulleiter Meffert zog am Ende der Veranstaltung ein sehr positives Fazit und freute sich, dass die Themenwoche so viel Anklang und Motivation zur aktiven Hilfe bei den Kindern gefunden hat: "Wir alle haben es in der Hand, dass wir zu einem gelingenden Miteinander beitragen und mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Integrationsbemühungen mitbegleiten", so Meffert in seinem Abschlussplädoyer.

Im Rahmen des Tages der Generationen besuchten unsere Lernerinnen und Lerner der Klassen 5a und 5b gemeinsam mit Frau Berleth, Frau Maier und Herrn Preußer das AZURIT Seniorenzentrum in Montabaur. Um den Herbst mit all seinen Farben nicht nur in die Zimmer der Senioren und der LernerInnen, sondern auch in ihre Herzen zu bringen, bastelten wir gemeinsam bunte Eulen.

Zuvor hatten unsere LernerInnen und Lerner fleißig leere Toilettenpapierrollen gesammelt und während einer  Klassenleiterstunde in allen nur denkbaren Farben bemalt. Ausgestattet mit den Rollen, buntem Papier, Stiften, Scheren und Kleber, machten sich unsere 45 Lernerinnen und Lerner dann auf den Weg nach Montabaur. Hier warteten schon die Senioren und waren ganz gespannt, was in diesem Jahr gebastelt würde.

Nach einer herzlichen Begrüßung fiel der Startschuss und alle waren eifrig beim Basteln. So vergingen 60 Minuten wie im Flug und ehe man sich´s versah, besiedelten mindestens 60 bunte, kreativ gestaltete individuelle Eulen das Zimmer. Die Freude stand allen  Teilnehmern ins Gesicht geschrieben, als sie mit den Eulen im Gepäck, einem dicken Lächeln im Gesicht und vielen neuen Erfahrungen im Herzen den Raum verließen.

Nach einer kleinen Stärkung bei Kakao und Keksen war man sich einig: Wir  wollen uns wieder sehen und freuen uns schon auf das nächste Jahr!

An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft des Seniorenzentrums und die Offenheit der BewohnerInnen und unserer LernerInnen. – Eine tolle Erfahrung!

Im Rahmen der Themenwoche "Flucht und Vertreibung“ wurden aus den Lernerinnen und Lernern des ältesten Jahrgangs in einem fächerübergreifenden Projekt Länderrepräsentanten, EU-Politiker und Pressevertreter. Zu Beginn bereiteten sich die Lernerinnen und Lerner mithilfe einer Rollenkarte auf die verschiedenen Positionen vor. Die erste Aufgabe bestand dann darin, ein Statement zur eigenen Position zu verfassen, das in einer Eröffnungsdebatte in drei verschiedenen europäischen Sprachen vorgetragen wurde. Anschließend galt es, im Verlaufe dieses EU-Sondergipfels Verbündete zu finden, um einen gemeinsamen Standpunkt in der Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen zu erarbeiten.

Die Abschlussdiskussion fand auf der Bühne im Forum statt. In der zweiten Rederunde zeigten sich erste Verhandlungserfolge: So hatten sich verschiedene Ländervertreter für eine gemeinsame Position entschieden und trugen diese in einem gemeinsamen Abschlussstatement vor. Dennoch konnten sich die Vertreter der europäischen Staaten noch nicht einstimmig auf das weitere Vorgehen verständigen, sodass der EU-Ratspräsident die Vertreter zu einem weiteren Sondergipfel einlud.

Zu dieser Abschlussdiskussion waren auch Lerner einer 8. Klasse eingeladen, welche die Verhandlungen aus der Zuschauersicht bewerteten. Es war insgesamt ein interessantes und lohnenswertes Projekt, das die Lernerinnen und Lerner authentisch und engagiert meisterten. Dabei wurde ebenfalls deutlich, wie wichtig der Umgang mit verschiedenen Sprachen sein kann.

Am 15. März 44 v. Chr. wurde Caesar während einer Senatssitzung in Rom brutal ermordet, und zwar von 60 miteinander verschworenen Senatoren. Aber warum wurde Caesar überhaupt getötet und wie lief seine letzte Senatssitzung ab? Lernerinnen und Lerner der 7b haben die Szene im Geschichtsunterricht nachgestellt. Hier der kurze Bericht einer Lernerin, die der Senatssitzung am 15. März 44 v. Chr. beigewohnt haben will:  

Heute ereignete sich ein tragischer Vorfall im Senat in Rom.  Kurz nach Eröffnung der Senatssitzung durch Caesar zeichnete sich ab, dass die Sitzung diesmal anders ablaufen würde als sonst. Mit großer Überheblichkeit stolzierte Caesar durch den großen Senatssaal geradewegs auf einen der Senatoren zu und verkündete laut, er habe von nun an die alleinige Herrschaft auf Lebenszeit verliehen bekommen. Das war eine richtige Provokation für die Senatoren, zumal der Senat in letzter Zeit nicht gut auf Caesar zu sprechen war, denn er hat sich über Gesetze hinweg gesetzt und wurde schon lange für den Bürgerkrieg in Rom verantwortlich gemacht, hat er doch am 10. Januar 49 v. Chr. trotz eindringlicher Warnungen den Rubikon überschritten und damit den Bürgerkrieg ausgelöst.  Man konnte die Wut der Senatoren mit den Händen greifen.

Offenbar hat Caesar die Situation falsch eingeschätzt.  Einige Senatoren hatten schon vorher einen Mordplan ausgeheckt und warteten nur auf eine passende Gelegenheit. Mit seinem arroganten Auftritt im Senat scheint Caesar ihnen diese Gelegenheit gegeben zu haben.  Denn ohne Vorwarnung haben 60 Senatoren ihre Messer gezückt, sind auf Caesar losgegangen und haben ihn vor den Augen anderer Senatoren niedergestochen.

 

 

Was heißt es eigentlich BWL zu studieren und Vorlesungen zu besuchen? Davon haben nur wenige Gymnasiasten eine echte Vorstellung. Um dies zu ändern und zukünftige Studierende bereits während ihrer Schulzeit auf die Hochschullandschaft und die Wirtschaft vorzubereiten, führt die ADG-Business School an der Steinbeis-Hochschule Berlin im Rahmen eines ganz neuen Projekts so genannte Probevorlesungen für die Lernerinnen und Lerner des Raiffeisen-Campus in Dernbach durch. Für ihre erste Vorlesung zum Thema Grundlagen der BWL wurden sie auf das Schloss Montabaur eingeladen.

Alle Lerner haben sich bereits im letzten Schuljahr im Wahlpflichtfach Wirtschaft mit unterschiedlichen ökonomischen Zusammenhängen beschäftigt. Dies war eine wichtige Grundlage, um die Vorlesung der ADG Business School verstehen zu können. Dabei ähneln die Vorlesungen den Veranstaltungen, welche die Studierenden der ADG Business School besuchen. Die Inhalte sind natürlich dem Niveau der 9. Klasse angepasst. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter beantworten – anders als in regulären Vorlesungen – jederzeit aufkommende Fragen und erläutern mit alltagsnahen Beispielen den Inhalt. Trotz der ganzen Theorie waren die Lerner mit viel Engagement dabei und konnten die gestellten Aufgaben der Dozenten gemeinsam lösen.

Frau Sinja Bohn, Programm-Managerin an der ADG-Business School, die das Projekt betreut und die Lerner im Rahmen der ersten Veranstaltung in die Grundlagen der Betriebswirtschaft eingeführt hat, betonte, wie wichtig es für sie sei, dieses Projekt zu unterstützen, da Wirtschaft ein elementares Kompetenzfeld darstelle, das im rein schulischen Kontext nur wenig Berücksichtigung finde. Im Rahmen der Vorlesungen erhalten die Lernerinnen und Lerner einen wichtigen Einblick in den betriebswirtschaftlichen Bereich und lernen darüber hinaus die Studienlandschaft kennen. Die weiteren Vorlesungen finden unmittelbar vor Ort in den Räumlichkeiten des Raiffeisen-Campus in Dernbach statt. Abgeschlossen wird die Vorlesungsreihe zum Ende des Schuljahres mit einem Assessment Center auf Schloss Montabaur. 

Offenbar kommt die Institution Schule ohne einen gewissen Grad an Formalismus, wie er beispielsweise in der festgelegten Anzahl von bestimmten Prüfungsformen in bestimmten Jahrgangsstufen und in bestimmten Fächern oder in der fest terminierten Ausstellung von Schulzeugnissen Niederschlag findet, nicht aus.

Allerdings bildet dieser Formalismus, dessen Kennzeichen oft Daten und mathematische Zahlen sind, nur einen Bruchteil des pädagogischen Bildungsauftrags der Schule ab. Unsichtbar bleiben dabei oftmals die Lernenden selbst, ihren individuellen Bildungsweg und ihre persönlichen Lernbedarfe. Beides – die Voraussetzung erfolgreichen Lernens –  wird bisweilen lediglich an Noten, d.h.an mathematischen Zahlen abgelesen, obgleich diese im günstigsten Fall nur eine begrenzte Aussage über die punktuelle Leistung einer Lernerin bzw. eines Lerners zu einem überschaubaren Thema ermöglichen, keineswegs aber Rückschlüsse auf ihr bzw. sein Leistungs- und Entwicklungspotenzial begründen, das es doch gezielt zu fördern und individuell zu begleiten gilt.

Um dieser Diskrepanz entgegenzutreten, hat der Raiffeisen-Campus ab diesem Schuljahr Lernentwicklungsgespräche (LEG) für die 7. Jahrgangsstufe eingeführt – ein pädagogisches Konzept, das unserem Selbstverständnis als Lernbegleiter (statt Lehrer) entspricht. 

Kurz nach Beginn des laufenden Schuljahres wurden die Lernerinnen und Lerner der beiden 7. Klassen und ihre Eltern zu einem Lernentwicklungsgespräch eingeladen, das nun am Donnerstag, dem 13. und am Freitag, dem 14. November 2015 auf dem Raiffeisen-Campus stattfand. Zwar es ist noch zu früh, eine tragfähige Aussage über den Einfluss dieses Lernentwicklungsgesprächs auf das künftige Lernverhalten unserer Lernerinnen und Lerner zu treffen, doch haben nahezu alle Lernerinnen und Lerner sowie ihre Eltern diesen Termin wahrgenommen. Und der Eindruck, den sie von den Lernentwicklungsgesprächen gewonnen haben, war sehr positiv. Die Gespräche wurden nicht nur atmosphärisch als angenehmen, sondern auch inhaltlich insgesamt als sinnvolles pädagogisches Instrument empfunden.  

Worin bestehen nun die Besonderheit und vor allem der pädagogische Mehrwert von Lernentwicklungsgesprächen? Lernentwicklungsgespräche unterscheiden sich von den üblichen Zusammenkünften zwischen Eltern und Lehrkräften, so wie wir sie beispielweise als  Elterngespräche kennen, die wir nach wie vor anbieten. Grundidee der LEGs ist es, die Lernenden für ihre Lernbedarfe und Eigenverantwortung im Lernprozess zu sensibilisieren und sie auf ihrem individuellen Bildungsweg zu begleiten. Das Gespräch dauert in der Regel 20-30 Minuten und findet im Wesentlichen zwischen der Lernerin bzw. dem Lerner und der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer  statt.

Unabhängig vom Leistungsstand des Lernenden verfolgt das LEG das Ziel, jedem Lernenden sein persönliches Entwicklungspotenzial bewusst zu machen. Die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer tauscht sich mit dem Lernenden über notwendige oder als sinnvoll erachtete Fördermöglichkeiten aus. Am Ende des Lernentwicklungsgesprächs formulieren Lerner/in und Klassenlehrer/in  eine Lernzielvereinbarung, denn nur wer sein Ziel kennt, findet auch den Weg dahin.

Der Lernzielvereinbarung liegen in der Regel die Selbsteinschätzung des Lernenden sowie die Fremdeinschätzung der Eltern und der Klassenlehrerin bzw. des Klassenlehrers zugrunde. Die Lernzielvereinbarung ist ein Kernelement des LEGs, denn klar und realistisch formulierte Ziele vermitteln den Lernenden Sinn und stiften Eigenverantwortung. Außerdem machen sie den Lernfortschritt auch für den Lernenden selbst erkennbar und  rücken die angestrebten Ergebnisse in den Fokus. Nicht zuletzt bündeln sie geistige und körperliche Energie.

Mit den Lernentwicklungsgesprächen will der Raiffeisen-Campus alle Lernenden gezielt voranbringen. Denn auch gute Lernerinnen und Lerner können besser werden.