Das Ergebnis der US-Wahlen, das Aufstreben der AfD, der Brexit… Viele Beispiele aus der großen Politik zeigen, wie wichtig es ist, kritische Fragen zu stellen, eigene Meinung vertreten zu können und vor allem sich mit den Meinungen anderer fair und sachlich auseinandersetzen, zuhören und über den eigenen Horizont hinaus blicken zu können. Am Raiffeisen-Campus möchten wir unseren Lernerinnen und Lernern diese Fähigkeiten vermitteln, um so mündige und demokratiefähige junge Menschen heranzuziehen.

Im Rahmen der von Frau Groß und Herrn Deinert geleiteten AG „Demokratie & Debatte“ trainieren die Lernerinnen und Lerner diese Fähigkeiten. Sie debattieren gesellschaftliche, alltägliche oder politische Themen nach der Zeitstruktur und den Gesprächsregeln des Wettbewerbs „Jugend debattiert“. Dabei schulen die Lernerinnen und Lerner gleichzeitig ihre Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Sie können diese bei Wettbewerben bis auf Bundesebene im fairen Wettstreit mit anderen unter Beweis stellen.

Im Januar 2017 findet der erste schulinterne Wettbewerb am Raiffeisen-Campus statt, zu dem Frau Groß und Herr Deinert nicht nur die Lernerinnen und Lerner der AG, sondern auch weitere interessierte Lernerinnen und Lerner ab Klassenstufe 8 herzlich einladen möchten. Die beiden AG-Leiter freuen sich schon jetzt auf Fragen rund um diesen Wettbewerb!

Vor Kurzem flog noch die Hexe Winnie im Deutschunterricht durch die Klassenzimmer der Orientierungsstufe, trieb allerlei Schabernack und verspeiste – gewöhnungsbedürftig – Spinnenbeine auf Reis. Doch, und hier herrschte Einigkeit im Publikum: Hexen gibt es gar nicht. Und auf Besen kann man auch nicht fliegen. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Menschen als Hexen bezeichnet wurden und sie oft einen qualvollen Tod auf dem Scheiterhaufen fanden. Wie kann das sein?

Damit tauchten die Lerner in ein düsteres Kapitel der Geschichte ein: die Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit (weniger im Mittelalter). Ursula Flacke hatte für ihre Lesung am Raiffeisen-Campus genau eine solche Geschichte, die auf Tatsachen beruht, im Gepäck. In ihrem Buch "Die Hexenkinder von Seulberg" beschreibt sie die Hexenverfolgung in diesem Örtchen und stellte dabei eine Einmaligkeit in der Geschichte in den Mittelpunkt: Aufgrund von Zeugenaussagen von Kindern, die zum Teil nicht älter als fünf Jahre waren, wurden in Seulberg insgesamt über 60 Menschen als Hexen und Hexer verurteilt und hingerichtet. 

Doch damit nicht genug: Ursula Flacke gelang es, diese scheinbar verstaubten Ereignisse vor rund 400 Jahren mit dem Hier und Jetzt, mit der Lebenswelt der Lerner in Verbindung zu bringen: Wie gehen wir heute eigentlich mit Andersdenkenden um? Wie sieht es mit unserer Klassengemeinschaft aus? Ist das Mobbing für uns ein Thema? Und nicht zuletzt: Was ist Recht? Und was ist Gerechtigkeit? 

Das Publikum wurde am Ende der Lesung recht nachdenklich in den Abend entlassen. Machte sich doch jeder Gedanken über diese Frage und das konkrete Miteinander in der Klasse und am Campus – es liegt an uns, wie wir unser Miteinander gestalten und es damit für jeden positiv gestalten. Gemeinsam zum Wohle aller, ohne Ellenbogen. Es wäre schön, wenn wir damit die Welt tatsächlich ein Stückchen besser machen könnten. Fangen wir in unserem direkten Umfeld an! 

„Seid gegrüßt, Ihr vom entfernten Orte Dernbach gereisten Lehrer.“ So begrüßte der Stadtführer Paul Widner alias Baron Paul von Monte Taboro die Lehrer der Campus-Familie, die vor Kurzem an einer interessanten und kurzweiligen „Fortbildung“ in Montabaur teilnahmen.

Die Stadtführung startete am Alten Rathaus. Dort erläuterte der Baron einige geschichtliche Fakten, bevor die Kollegen, ausgestattet mit einem Fragebogen und Stift, jeweils entscheiden mussten, ob die jeweils dargelegte Geschichte stimmt oder nicht. Wussten Sie, dass der Name „Mons Tabor“ ursprünglich von einem Berg in Galilea stammt? Oder dass der Habsburger Kaiser Maximilian I. zu Besuch in der heutigen Kreisstadt war? Es handelt sich um wahre Begebenheiten. Hätten Sie gedacht, dass zur Zeit Napoleons 11 gestandene Männer in Uniform auf einem Baumstamm durch die Stadt ritten? Nein? Die meisten von uns auch nicht, jedoch stimmt auch diese Geschichte, es war schlicht der 11-er Rat zur Fastnachtszeit.

Sehr amüsant fanden wir auch, dass 1919 jeder städtische Haushalt eine Fliegenklatsche vorweisen musste oder ein texanisches Rodeoreiten hier einmal stattfand, und zwar auf Initiative der deutsch-texanischen Gesellschaft.

An dieser Stelle beantworten wir aber nicht, ob die folgende Geschichte wahr oder falsch ist und möchten unseren Lesern zwei kleine Rätsel aufgeben: Stimmt es, dass Montabaur den größten ICE-Bahnhof in Rheinland-Pfalz hat? Ist es wahr, dass der Wein am Schlossberg den Namen: Chateau migraine de Montabur trägt?

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Suche nach der richtigen Antwort! 

Im freien Fall hängt die Fallstrecke quadratisch von der Fallzeit ab, wissen die Lernerinnen und Lerner der MSS1. Doch ganz im Sinne Galileo Galileis musste dieser, im Grundkurs Physik bei Herrn Gabor zunächst rein theoretisch behandelte Zusammenhang auch einer Überprüfung im Experiment standhalten.  

Einer Legende nach soll Galilei seine Fallversuche unter anderem vom schiefen Turm von Pisa aus durchgeführt haben. Jedoch kamen die Lernerinnen und Lerner zu dem Schluss, dass für ihren Versuch der Turm weder schief sein noch sich zwingend in Pisa befinden müsse. Die Feuertreppe vor dem Naturwissenschaftsraum am Raiffeisen-Campus sollte dafür schließlich auch genügen.

Dort wurden zunächst ein fallfreudiger Stein ausgesucht, einige Positionen auf der Treppe ausgewählt und ihre jeweilige Höhe mit einem Maßband vermessen. Als dies erledigt war und sich die drei besten Stoppuhren-Stopper des Kurses postiert und bereitgemacht hatten, wurde der Stein mehrfach der Schwerkraft übergeben und jeweils die Dauer seines Falls gemessen.

Die Auswertung der Messdaten konnte im Rahmen der Messgenauigkeit schließlich den vermuteten Zusammenhang bestätigen, auch wenn die so ermittelte Fallbeschleunigung den Literaturwert um ca. 30% überstieg. Die Abweichung ließ sich damit erklären, dass Fallzeiten von unter einer Sekunde, wie bei der geringen Höhe im Lernerversuch der Fall, selbst bei höchster Konzentration und Akribie an der Stoppuhr nur mit mäßiger Genauigkeit gemessen werden können.

Zwar bestand am Ende der Unterrichtsstunde kein Zweifel mehr am physikalischen Zusammenhang zwischen Fallstrecke und Falldauer, für eine höhere Genauigkeit der Messung sollte man vielleicht aber doch den Weg nach Pisa auf sich nehmen? 

„Juhu, meine alte kommt!“ „Toll! Hoffentlich kommt meine auch.“

Solche und ähnliche Gespräche konnte man in den ersten Tagen nach den Herbstferien bei unseren Fünftklässlern häufig hören. Die Spannung war groß, denn der Besuch ihrer ehemaligen Grundschullehrerinnen und -lehrer hatte sich angekündigt. Dass die Grundschullehrer wohl eher „ehemalige“ statt „alte“ sind, war dabei für die Lernerinnen und Lerner doch recht irrelevant.

Wie sehr die ersten Lernbegleiter unseren Lernerinnen und Lernern in ihrer bisherigen Schulzeit ans Herz gewachsen sind, brachten unsere jüngsten Lernerinnen und Lerner mit ihrer Musiklehrerin Frau Ingenhoven dann auch gleich zur Begrüßung zum Ausdruck. „Hallo Lieblingsmensch“ sangen sie mit stolz geschwellter Brust – und die Freude stand auch den Grundschullehrkräften ins Gesicht geschrieben.

Gemeinsam mit den beiden Klassenlehrern Frau Kern und Herrn Deinert freute sich auch Schulleiter Meffert über die Gäste. Über die Hälfte der eingeladenen Lehrer sind erschienen und über zwei Drittel der Lernerinnen und Lerner konnten sich über ein bekanntes Gesicht freuen. Nach der musikalischen Begrüßung erfolgte ein reger Austausch über die ersten Wochen am RC. Natürlich durften hier auch Bilder der vielen Erlebnisse von „Achtung Auto“ über die Klassenfahrt bis hin zum „Big Apple Day“ nicht fehlen. Stolz berichteten die Lernerinnen und Lerner von ihren ersten Tagen am Raiffeisen-Campus.

Die Klassenlehrer Frau Kern und Herr Deinert bedanken sich an dieser Stelle bei den Grundschullehrkräften für den tollen Besuch.

Ganz so schnell werden die Lernerinnen und Lerner der 6a/6b ihre ersten Geschichtsstunden am Raiffeisen-Campus bei Frau Sieren und Frau Maier nicht wieder vergessen. Denn statt eines klassischen Einstiegs, bei dem ihnen erklärt worden wäre, was Geschichte ist und was ein Historiker eigentlich macht, hat sich die Fachschaft Geschichte zu Beginn dieses Schuljahres etwas Besonderes einfallen lassen: ein Forschungsprojekt zur Familiengeschichte.

Und so wurde schon ab der ersten Stunde bewiesen, dass Geschichte keinesfalls ein eingestaubtes Fach ist: Ausgestattet mit ganz unterschiedlichen Aufgaben rund um die Familiengeschichte gingen die Lerner auf Spurensuche und schlüpften so auch gleich in die Rolle von jungen Nachwuchshistorikern – Geschichte und die Arbeit der Geschichtswissenschaftler wird so für alle begreifbar. Mit Begeisterung machten sich die Lernerinnen und Lerner auf diese angeleitete Reise in die Vergangenheit der eigenen Familie und konnten mithilfe der Eltern und Großeltern erstaunliche Entdeckungen machen. Die zahlreichen Gegenstände, die in den darauf folgenden Stunden in der Klasse vorgestellt wurden, bildeten ein buntes Potpourri aus unschätzbaren Dokumenten und historischen Zeugnissen, in denen die jeweilige Familiengeschichte Niederschlag gefunden hat.

Jede Lernerin und jeder Lerner  ist als Expertin bzw. Experte ihrer bzw. seiner Familie aufgetreten und hat den Familienstammbaum erforscht, das Interview mit der ältesten Person der Familie durchgeführt oder die mitgebrachten Familienschätze in der Klasse präsentiert und die Fragen der MitlernerInnen und der nicht wenig neugierigen Lehrerinnen beantwortet.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dank des konstruktivistischen Lernarrangements haben unsere Lernerinnen und Lerner eine klare Vorstellung davon gewonnen, woher wir unser Wissen über die Vergangenheit beziehen und, was ein Historiker eigentlich macht – das ist eine großartige Leistung, und deshalb sind wir auf unsere frisch gebackenen Genealogen und Historiker besonders stolz! Die Fachschaft Geschichte am Raiffeisen-Campus bedankt sich an dieser Stelle bei den Eltern und Großeltern, die durch ihre vielfältige Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben.

Seit diesem Schuljahr kommen alle Bücherwürmer und Leseratten am Raiffeisen-Campus noch mehr auf ihre Kosten: Unsere kleine aber feine Bücherecke konnte vor Kurzem ihre Türen öffnen und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit.

In vier Mittagspausen zieht unsere Bibliothek kleine und große Leser an – und das wundert bei dem vielfältigen Angebot kaum: Eine bunte Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern steht zur Verfügung, daneben dürfen aber auch Comics und graphic novels nicht fehlen. Abgerundet wird die Auswahl durch Sachbücher zu den unterschiedlichsten Themen und auch Hörbücher sind zu finden. Und all das können die Lerner in einer netten Umgebung auf bequemen Sofas, Sitzsteinen oder in einem Ohrensessel genießen.

Wir freuen uns sehr, dass die Eröffnung ein so großer Erfolg war. Wir dürfen aber auch schon gespannt in die Zukunft blicken, da die Bücherecke nur der erste Schritt war …

An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank dem Förderverein, der durch seine großzügige Spende die Ausstattung dieses Raumes erst möglich gemacht hat – es ist ein richtiger Wohlfühlraum geworden, der auch eine kleine Ruheinsel im Schulalltag darstellt. Der Förderverein hat aber auch gezeigt, dass ihm Lesefreude und Leseförderung ein Anliegen ist. Vielen Dank!

Unsere Lernerin Keana aus der 6a hat gemeinsam mit einer Freundin in ihrer Freizeit bewiesen, dass sie ein Herz für Tiere hat. Die Rhein-Zeitung informierte in ihrer Ausgabe vom 22.10. ausführlich über dieses vorbildliche Engagement, das wir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich lobend hervorheben wollen. Schön, liebe Keana, dass Du die Werte unserer Schule auch in der Freizeit so eindrucksvoll lebst!

Wer genau hinschaut, wird auch weiterhin von außen immer wieder kleine Veränderungen am Bau feststellen: In letzter Zeit wurden die ersten Fensterrahmen eingesetzt. Auch die Scheiben stehen schon bereit. Zwar zeigt sich der Herbst noch immer von seiner goldenen Seite, aber wenn der Winter dann kommt, ist der Bau vorbereitet.

Und im Gebäude geht es weiter. Da sich die Details nicht unmittelbar beobachten lassen, geben wir gerne anhand der Bilder einen Eindruck von Innen. Zwar muss noch immer von einem Rohbau gesprochen werden, aber es lässt sich schon erahnen, wie es zukünftig im Gebäude aussehen wird.

Bis bald!

 

Diese Worte sind tatsächlich so im Deutschunterricht in der Klasse 7a bei Frau Maier gefallen – und zwar genau so. Doch warum?

Man stelle sich folgende Situation vor: Man unterhält sich gerade und schon wird man von einem verräterischen Piepen des Handys seines Gegenübers unterbrochen, das eine neue Nachricht  ankündigt. Und der Gesprächspartner ignoriert diese Information nun nicht höflich, sondern zückt das Handy und liest. Auf unseren Einwand hin, ob das denn nun sein müsse, bekommt man eben diesen Satz zu hören: "Reg dich ab!"

So oder so ähnlich haben das sicher schon viele von uns erlebt und darüber, dass dieses Verhalten unhöflich ist, dürfte Einigkeit herrschen. Doch wie wünschen wir uns, dass ein Gespräch geführt wird und viel interessanter: Wie schaffen wir es, unser Gegenüber von unserem Standpunkt zu überzeugen – soll in diesem Fall heißen: Wie schaffe ich es, dass mein Blick auf das Handy nicht strikt verurteilt wird.

Damit beschäftigte sich also die Klasse 7a und hat so nebenbei den Aufbau eines guten Argumentes kennen gelernt und schließlich ganz praktisch im Rahmen einer Fishbowl-Diskussion Überzeugungsarbeit geleistet. Damit wurde nicht nur Grundlagenarbeit im Fach Deutsch geleistet, die Lerner haben vielmehr ein Gespür dafür entwickelt, welche Gesprächsregeln es zu beachten gilt, sie haben für`s Leben gelernt. Spätestens wenn es bei der nächsten Diskussion um mehr Taschengeld oder ein Treffen mit den Freunden geht: Sie haben jetzt das Handwerkszeug, um überzeugend zu argumentieren.