Im Rahmen der Themenwoche "Flucht und Vertreibung“ wurden aus den Lernerinnen und Lernern des ältesten Jahrgangs in einem fächerübergreifenden Projekt Länderrepräsentanten, EU-Politiker und Pressevertreter. Zu Beginn bereiteten sich die Lernerinnen und Lerner mithilfe einer Rollenkarte auf die verschiedenen Positionen vor. Die erste Aufgabe bestand dann darin, ein Statement zur eigenen Position zu verfassen, das in einer Eröffnungsdebatte in drei verschiedenen europäischen Sprachen vorgetragen wurde. Anschließend galt es, im Verlaufe dieses EU-Sondergipfels Verbündete zu finden, um einen gemeinsamen Standpunkt in der Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen zu erarbeiten.

Die Abschlussdiskussion fand auf der Bühne im Forum statt. In der zweiten Rederunde zeigten sich erste Verhandlungserfolge: So hatten sich verschiedene Ländervertreter für eine gemeinsame Position entschieden und trugen diese in einem gemeinsamen Abschlussstatement vor. Dennoch konnten sich die Vertreter der europäischen Staaten noch nicht einstimmig auf das weitere Vorgehen verständigen, sodass der EU-Ratspräsident die Vertreter zu einem weiteren Sondergipfel einlud.

Zu dieser Abschlussdiskussion waren auch Lerner einer 8. Klasse eingeladen, welche die Verhandlungen aus der Zuschauersicht bewerteten. Es war insgesamt ein interessantes und lohnenswertes Projekt, das die Lernerinnen und Lerner authentisch und engagiert meisterten. Dabei wurde ebenfalls deutlich, wie wichtig der Umgang mit verschiedenen Sprachen sein kann.

Am 15. März 44 v. Chr. wurde Caesar während einer Senatssitzung in Rom brutal ermordet, und zwar von 60 miteinander verschworenen Senatoren. Aber warum wurde Caesar überhaupt getötet und wie lief seine letzte Senatssitzung ab? Lernerinnen und Lerner der 7b haben die Szene im Geschichtsunterricht nachgestellt. Hier der kurze Bericht einer Lernerin, die der Senatssitzung am 15. März 44 v. Chr. beigewohnt haben will:  

Heute ereignete sich ein tragischer Vorfall im Senat in Rom.  Kurz nach Eröffnung der Senatssitzung durch Caesar zeichnete sich ab, dass die Sitzung diesmal anders ablaufen würde als sonst. Mit großer Überheblichkeit stolzierte Caesar durch den großen Senatssaal geradewegs auf einen der Senatoren zu und verkündete laut, er habe von nun an die alleinige Herrschaft auf Lebenszeit verliehen bekommen. Das war eine richtige Provokation für die Senatoren, zumal der Senat in letzter Zeit nicht gut auf Caesar zu sprechen war, denn er hat sich über Gesetze hinweg gesetzt und wurde schon lange für den Bürgerkrieg in Rom verantwortlich gemacht, hat er doch am 10. Januar 49 v. Chr. trotz eindringlicher Warnungen den Rubikon überschritten und damit den Bürgerkrieg ausgelöst.  Man konnte die Wut der Senatoren mit den Händen greifen.

Offenbar hat Caesar die Situation falsch eingeschätzt.  Einige Senatoren hatten schon vorher einen Mordplan ausgeheckt und warteten nur auf eine passende Gelegenheit. Mit seinem arroganten Auftritt im Senat scheint Caesar ihnen diese Gelegenheit gegeben zu haben.  Denn ohne Vorwarnung haben 60 Senatoren ihre Messer gezückt, sind auf Caesar losgegangen und haben ihn vor den Augen anderer Senatoren niedergestochen.

 

 

Was heißt es eigentlich BWL zu studieren und Vorlesungen zu besuchen? Davon haben nur wenige Gymnasiasten eine echte Vorstellung. Um dies zu ändern und zukünftige Studierende bereits während ihrer Schulzeit auf die Hochschullandschaft und die Wirtschaft vorzubereiten, führt die ADG-Business School an der Steinbeis-Hochschule Berlin im Rahmen eines ganz neuen Projekts so genannte Probevorlesungen für die Lernerinnen und Lerner des Raiffeisen-Campus in Dernbach durch. Für ihre erste Vorlesung zum Thema Grundlagen der BWL wurden sie auf das Schloss Montabaur eingeladen.

Alle Lerner haben sich bereits im letzten Schuljahr im Wahlpflichtfach Wirtschaft mit unterschiedlichen ökonomischen Zusammenhängen beschäftigt. Dies war eine wichtige Grundlage, um die Vorlesung der ADG Business School verstehen zu können. Dabei ähneln die Vorlesungen den Veranstaltungen, welche die Studierenden der ADG Business School besuchen. Die Inhalte sind natürlich dem Niveau der 9. Klasse angepasst. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter beantworten – anders als in regulären Vorlesungen – jederzeit aufkommende Fragen und erläutern mit alltagsnahen Beispielen den Inhalt. Trotz der ganzen Theorie waren die Lerner mit viel Engagement dabei und konnten die gestellten Aufgaben der Dozenten gemeinsam lösen.

Frau Sinja Bohn, Programm-Managerin an der ADG-Business School, die das Projekt betreut und die Lerner im Rahmen der ersten Veranstaltung in die Grundlagen der Betriebswirtschaft eingeführt hat, betonte, wie wichtig es für sie sei, dieses Projekt zu unterstützen, da Wirtschaft ein elementares Kompetenzfeld darstelle, das im rein schulischen Kontext nur wenig Berücksichtigung finde. Im Rahmen der Vorlesungen erhalten die Lernerinnen und Lerner einen wichtigen Einblick in den betriebswirtschaftlichen Bereich und lernen darüber hinaus die Studienlandschaft kennen. Die weiteren Vorlesungen finden unmittelbar vor Ort in den Räumlichkeiten des Raiffeisen-Campus in Dernbach statt. Abgeschlossen wird die Vorlesungsreihe zum Ende des Schuljahres mit einem Assessment Center auf Schloss Montabaur. 

Offenbar kommt die Institution Schule ohne einen gewissen Grad an Formalismus, wie er beispielsweise in der festgelegten Anzahl von bestimmten Prüfungsformen in bestimmten Jahrgangsstufen und in bestimmten Fächern oder in der fest terminierten Ausstellung von Schulzeugnissen Niederschlag findet, nicht aus.

Allerdings bildet dieser Formalismus, dessen Kennzeichen oft Daten und mathematische Zahlen sind, nur einen Bruchteil des pädagogischen Bildungsauftrags der Schule ab. Unsichtbar bleiben dabei oftmals die Lernenden selbst, ihren individuellen Bildungsweg und ihre persönlichen Lernbedarfe. Beides – die Voraussetzung erfolgreichen Lernens –  wird bisweilen lediglich an Noten, d.h.an mathematischen Zahlen abgelesen, obgleich diese im günstigsten Fall nur eine begrenzte Aussage über die punktuelle Leistung einer Lernerin bzw. eines Lerners zu einem überschaubaren Thema ermöglichen, keineswegs aber Rückschlüsse auf ihr bzw. sein Leistungs- und Entwicklungspotenzial begründen, das es doch gezielt zu fördern und individuell zu begleiten gilt.

Um dieser Diskrepanz entgegenzutreten, hat der Raiffeisen-Campus ab diesem Schuljahr Lernentwicklungsgespräche (LEG) für die 7. Jahrgangsstufe eingeführt – ein pädagogisches Konzept, das unserem Selbstverständnis als Lernbegleiter (statt Lehrer) entspricht. 

Kurz nach Beginn des laufenden Schuljahres wurden die Lernerinnen und Lerner der beiden 7. Klassen und ihre Eltern zu einem Lernentwicklungsgespräch eingeladen, das nun am Donnerstag, dem 13. und am Freitag, dem 14. November 2015 auf dem Raiffeisen-Campus stattfand. Zwar es ist noch zu früh, eine tragfähige Aussage über den Einfluss dieses Lernentwicklungsgesprächs auf das künftige Lernverhalten unserer Lernerinnen und Lerner zu treffen, doch haben nahezu alle Lernerinnen und Lerner sowie ihre Eltern diesen Termin wahrgenommen. Und der Eindruck, den sie von den Lernentwicklungsgesprächen gewonnen haben, war sehr positiv. Die Gespräche wurden nicht nur atmosphärisch als angenehmen, sondern auch inhaltlich insgesamt als sinnvolles pädagogisches Instrument empfunden.  

Worin bestehen nun die Besonderheit und vor allem der pädagogische Mehrwert von Lernentwicklungsgesprächen? Lernentwicklungsgespräche unterscheiden sich von den üblichen Zusammenkünften zwischen Eltern und Lehrkräften, so wie wir sie beispielweise als  Elterngespräche kennen, die wir nach wie vor anbieten. Grundidee der LEGs ist es, die Lernenden für ihre Lernbedarfe und Eigenverantwortung im Lernprozess zu sensibilisieren und sie auf ihrem individuellen Bildungsweg zu begleiten. Das Gespräch dauert in der Regel 20-30 Minuten und findet im Wesentlichen zwischen der Lernerin bzw. dem Lerner und der Klassenlehrerin bzw. dem Klassenlehrer  statt.

Unabhängig vom Leistungsstand des Lernenden verfolgt das LEG das Ziel, jedem Lernenden sein persönliches Entwicklungspotenzial bewusst zu machen. Die Klassenlehrerin bzw. der Klassenlehrer tauscht sich mit dem Lernenden über notwendige oder als sinnvoll erachtete Fördermöglichkeiten aus. Am Ende des Lernentwicklungsgesprächs formulieren Lerner/in und Klassenlehrer/in  eine Lernzielvereinbarung, denn nur wer sein Ziel kennt, findet auch den Weg dahin.

Der Lernzielvereinbarung liegen in der Regel die Selbsteinschätzung des Lernenden sowie die Fremdeinschätzung der Eltern und der Klassenlehrerin bzw. des Klassenlehrers zugrunde. Die Lernzielvereinbarung ist ein Kernelement des LEGs, denn klar und realistisch formulierte Ziele vermitteln den Lernenden Sinn und stiften Eigenverantwortung. Außerdem machen sie den Lernfortschritt auch für den Lernenden selbst erkennbar und  rücken die angestrebten Ergebnisse in den Fokus. Nicht zuletzt bündeln sie geistige und körperliche Energie.

Mit den Lernentwicklungsgesprächen will der Raiffeisen-Campus alle Lernenden gezielt voranbringen. Denn auch gute Lernerinnen und Lerner können besser werden.

 

 

LiteraturLive! ist eine neue AG (Arbeitsgemeinschaft) auf dem Raiffeisen-Campus. Sie wird seit diesem Schuljahr von Herrn Dr. May angeboten und geleitet. Unsere AG umfasst 15 Lernerinnen und Lerner aus unterschiedlichen Klassen, das jüngste Mitglied ist in der 5. Klasse.

Eine der Hauptaufgaben unserer AG besteht darin, Veranstaltungen mit Literaturbezug mitzuplanen und zu realisieren. Deshalb bereiten wir uns momentan auf die Lesung am 18.11. vor. Dabei befassen wir uns neben der konzeptionellen Planung auch mit praktischen Arbeitsformen wie z.B. dem Aushängen von Plakaten in den Klassenzimmen oder der Fertigstellung des Bühnenbildes etc. Wir möchten das Thema der Lesung auch durch das Bühnenbild anschaulich machen. Unterstützung bekommen wir dabei auch von anderen LehrerInnen, so z.B. von Frau Hillesheim, die uns ein sehr schönes Stoffbanner für das Bühnenbild zusammengenäht hat und von Frau Maier, die uns bei Überlegungen über die Aufstellung des Bühnenbildes zur Seite stand.

Die Besonderheit unserer AG liegt darin, dass unserer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind und jedes Mitglied der AG gleichberechtigt am Ideen- und Meinungsaustausch über verschiedene Projekte beteiligt ist. Das spornt uns alle an, kreativ mitzuarbeiten und unsere AG mit vielen Ideen voranzubringen. Das wollen und werden wir im Laufe des  Schuljahres durch weitere Projekte unter Beweis stellen.

Doch vorerst dürfen wir uns auf die Veranstaltung am Mittwoch, dem 18.11.2015 um 18.00 Uhr in unserem Forum freuen. Die AG LitLive! lädt zu ihrer ersten Veranstaltung, der Lesung mit Hanna Jansen, ein. 

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und sind auf die Herzsteine von Frau Jansen sehr gespannt!

 

 

 

 

Oliver Cromwell (1599-1658), der Lordprotektor von England, Schottland und Irland während der kurzen republikanischen Periode der englischen Geschichte, war ein gefürchteter Staatsmann. Schließlich machte er König Karl I. nach dem Bürgerkrieg den Prozess und ließ ihn 1649 hinrichten.

Allerdings war Cromwell mitnichten nur ein Diktator. In die Geschichte eingegangen ist er vor allem auch als Mensch mit Visionen, von denen manche auch heute noch aktuell sind. Berühmt sind zahlreiche seiner Aphorismen, darunter der folgende: Wer aufgehört hat besser werden zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein. Dieser Leitsatz liegt unserem didaktischen und pädagogischen Selbstverständnis am Raiffeisen-Campus zugrunde und regt uns dazu an, Unterricht permanent neu zu denken, weil wir gut bleiben wollen.

Die Schule von heute, das braucht hier nicht eigens betont zu werden, ist nicht mehr die Paukschule von ganz früher, auch wenn es manchmal schwerfallen mag, sich von manch liebgewonnenen Arbeitsformen zu trennen, vor allem dann, wenn sie erfolgreich gewesen sein sollen. Gewiss sind traditionelle Unterrichtsformen nicht per se schlecht – sogar der oft verschriene Frontalunterricht ist in gewissen Lernsituationen alternativlos –  heutigen Lernern bieten sie allerdings nur noch begrenzt die Möglichkeiten für einen selbstreflexiven Erwerb jener  Kompetenzen an, die diese in der Welt von morgen brauchen, in die wir sie im Idealfall nach dem Abitur entlassen möchten.

Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, unterrichten wir am Raiffeisen-Campus auch konstruktivistisch. Der Begriff Konstruktivismus klingt komplizierter als der Sachverhalt, den er beschreibt. Kurz gefasst lässt sich Konstruktivismus als selbstorganisiertes, prozessorientiertes Lernen definieren, das die Wahrscheinlichkeit, im Unterricht tatsächlich etwas zu lernen, deutlich erhöht. Der Unterschied zwischen konstruktivistischem und nicht konstruktivistischem Unterricht liegt nicht im Unterrichtsgegenstand, sondern in der Unterrichtsorganisation begründet.

Die Kunst des konstruktivistischen Lehrens besteht darin, Lernarrangements zu kreieren, die Lernende als Erwartungswiderspruch erleben und die sie folgerichtig zu einer Selbstorientierung einladen. Die Lerner werden neugierig und machen sich daran, diesen Widerspruch oder das Rätsel in den Lernarrangements über Versuch und Irrtum (trial and error) zu überwinden. Diese in der Umgangssprache als Ausprobieren bezeichnete Vorgehensweise ist in gewisser Hinsicht mit dem entdeckenden Lernen vergleichbar. Ziel dabei ist es, dass die Lernenden nicht bloß das Wissen als fertiges Produkt im Blick haben, sondern vor allem auch den Erkenntnisprozess selbst nachvollziehen und aktiv mitgestalten. In diese Forschungssituation hineinversetzt, zeigen die Lerner manche treffliche Beweise von selbständigem Nachdenken.

In einer konstruktivistisch organisierten Lernumgebung erfahren die Lernenden den Wissenserwerb nicht als etwas Gegebenes, was sie nur noch auswendig zu lernen brauchen, sondern als etwas (Re-)Konstruierbares, was ihre Neugier herausfordert und stimuliert. Lernpsychologisch ist längst erwiesen, dass sich ein Lerner viel besser mit dem identifiziert, was er selbst erarbeitet hat, als mit dem, was ihm als fertige Lösung vermittelt wurde. Dabei  verläuft die konstruktivistische Form des Wissenserwerbs weitgehend individuell, zum Teil subjektiv und unvorhersehbar entlang eines unabgeschlossenen Prozesses, bei dem die Lernenden jene selbstreflexive Schlüsselerfahrung machen, die Rolf Arnold in Anlehnung an den französischen Philosophen, Mathematiker und Naturwissenschaftler Rene Descartes mit folgenden Worten treffend formuliert hat: Ich lerne, also bin ich. (Rolf Arnold). Lernen ist eine Form der Selbstvergewisserung durch Wissenszuwachs– nicht nur für Heranwachsende!

Wir fassen zusammen: Konstruktivistisch erworbene Kompetenzen haben nicht nur ein hohes Identifikationspotenzial mit den Lernergebnissen, sie sind vor allem auch flexibel und transferfähig. Gerade deshalb bereiten sie jedem Lernenden Freude und machen die klassische Form der Hausaufgaben weitgehend überflüssig.

Dass Museen besondere außerschulische Lernorte sind, braucht heute nicht mehr eigens betont zu werden. Viel wichtiger ist der programmatische Schwerpunkt des jeweiligen Museums. Im rheinländischen Neuwied beherbergt das barocke Schloss Monrepos (dt. Meine Ruhe) ein archäologisches Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution. Dieses außergewöhnliche Schloss ist sowohl für die Fans der wahren Altsteinzeitküche als auch für Historiker und vor allem für die Lerner, die sich gerade das Thema Steinzeit im Geschichtsunterricht aneignen, eine besonders wichtige Adresse.   

Nicht zuletzt deshalb unternahmen die beiden 6. Klassen des Raiffeisen-Campus kürzlich in Begleitung der Fachlehrer für Geschichte, Frau Maier und Herr Dr. May sowie des SFJler Herrn Deußner eine Exkursion ins Museum Monrepos. Unter dem Motto: Auf in die Steinzeit! begaben wir uns auf eine spannende Zeitreise mit dem Ziel, in die Zeit vor gut 10.000 Jahren einzutauchen.

Kurz nach dem gemeinsamen Mittagessen begann die Reise nach Neuwied. Dort erhielten  wir eine Führung sowie einen Workshop rund um die Steinzeit. Der Führung vorgeschaltet wurde ein kleines Steinzeit-Quiz, das unseren Lernerinnen und Lernern allerdings keine Schwierigkeit bereitete, hatten diese doch in der vorangehenden Unterrichtsstunde fundierten Einblick in das Thema Steinzeit gewonnen. Dieses Vorwissen hat den Lernern dabei geholfen, nicht nur die Fragen zu beantworten, sondern auch, sich aktiv an den Workshops zu beteiligen und diese inhaltlich zu bereichern.

Neu zu lernen gab es natürlich sehr viel, gerade auch im Hinblick auf die menschliche Verhaltensevolution. Sehr plastisch machte die Referentin klar, wie Werkzeuge im Laufe der langen Periode der Steinzeit neue Nahrungsquellen zu erschließen halfen. Was am Anfang nur ein Ausprobieren war, wurde seitdem unsere erfolgreichste Verhaltensstrategie. Den roten Faden bildete die Frage, welche Geräte die Steinzeitmenschen verwendeten und welche Verhaltensweisen damit verbunden waren.

War fressen und gefressen werden in der Altsteinzeit Programm, so konnten unsere Lernerinnen und Lerner am Museum Monrepos eigenäugig verfolgen, wie  Verhaltensanpassungen an die sich permanent verändernde Umwelt bis heute im Körperbau unserer Gattung Niederschlag gefunden haben – eine spannende Erkenntnis!

Unsere Lerner haben Monrepos daher weniger als Ort der Ruhe denn als einen Ort kennen gelernt, der sie auf die Gegenstände des alle Epochen umfassenden Geschichtsunterrichts ein Stück weiter neugierig gemacht hat. Insofern stimmt das Motto des Museums: Monrepos macht Schule.

Programmieranfänger haben häufig Schwierigkeiten damit, dass sie beim Programmieren ihre normale Gedankenwelt verlassen und in eher technisch-orientierten Kategorien denken müssen, die ihnen von den Programmiersprachen vorgegeben werden. Gerade am Anfang strömen oft so viele inhaltliche und methodische Neuigkeiten auf sie ein, dass sie das Wesentliche der Programmierung, nämlich das Lösen von Problemen, aus den Augen verlieren. Doch was hat dies alles mit einem Hamster zu tun?

Das Hamster-Modell ist mit dem Ziel entwickelt worden, dieses Problem zu lösen. Mit dem Hamster-Modell wird Programmieranfängern ein einfaches, aber effektives Modell zur Verfügung gestellt, mit dessen Hilfe Grundkonzepte der Programmierung von Java auf spielerische Art und Weise erlernt werden können.

Java ist eine moderne Programmiersprache, die sich in den letzten Jahren sowohl im Ausbildungsbereich als auch im industriellen Umfeld durchgesetzt hat. Die Lernerinnen und Lerner entwickeln so genannte Hamster-Programme, mit denen sie virtuelle Hamster durch eine virtuelle Landschaft steuern und bestimmte Aufgaben lösen lassen.

Um das Programm und dessen Funktionsweise jedoch zunächst besser zu verstehen, übertrugen die Lernerinnen und Lerner kurzerhand das Hamsterterritorium in den Klassenraum. Es fand sich auch schnell ein freiwilliger „Hamster“, der blind, nur durch das Abarbeiten eines Algorithmus seinem Korn (in diesem Fall den Gummibärchen) näher kam und schließlich auch, aufgrund der hervorragenden Vorarbeit der Jungprogrammierer, fand.

Guten Appetit!

Ganz so schnell werden die Lernerinnen und Lerner der 6a/6b ihre ersten Geschichtsstunden am Raiffeisen-Campus bei Frau Maier und Herrn May nicht wieder vergessen. Denn statt eines klassischen Einstiegs, bei dem ihnen erklärt worden wäre, was Geschichte ist und was ein Historiker eigentlich macht, hat sich die Fachschaft Geschichte zu Beginn dieses Schuljahres etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Forschungsprojekt zur Familiengeschichte.

Schon in der ersten Stunde erhielten die Lernerinnen und Lerner einen besonderen Auftrag: Sie sollten ihre Familiengeschichte erforschen, einen Familienstammbaum erstellen und in der Klasse präsentieren. Mit Begeisterung machten sich die Lernerinnen und Lerner auf diese angeleitete Reise in die Vergangenheit der eigenen Familie und konnten mithilfe der Eltern und Großeltern erstaunliche Entdeckungen machen.

Die zahlreichen Gegenstände, die in den darauf folgenden Stunden in der Klasse vorgestellt wurden, bildeten ein buntes Potpourri aus unschätzbaren Dokumenten und historischen Zeugnissen, in denen die jeweilige Familiengeschichte Niederschlag gefunden hat. Jede Lernerin / jeder Lerner ist als Expertin bzw. Experte ihrer bzw. seiner Familie aufgetreten und hat den Familienstammbaum und/oder die mitgebrachten Materialien in der Klasse präsentiert und die Fragen der MitlernerInnen und der Lehrkraft souverän beantwortet. Die Vorträge, die zum Teil frei gehalten wurden, haben das historische Bewusstsein unserer Lernerinnen und Lerner besonders geschärft. Davon legt schon der Satz: 1945? Das war meine Oma noch ein kleines Kind, deutlich Zeugnis ab.

Der diesem didaktischen Konzept zugrunde liegende methodische Zugang zum Fach Geschichte verschaffte den Lernerinnen und Lernern nicht nur eine authentische Begegnung mit Geschichte, sondern ermöglichte ihnen auch Primärerfahrungen mit historischen Quellen, kurz: Geschichte zum Anfassen. Umso leichter fiel den Lernerinnen und Lernern der Übergang zur Lerneinheit historische Quellen, der im Anschluss an unser kleines Forschungsprojekt durchgenommen wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dank des konstruktivistischen Lernarrangements haben unsere Lernerinnen und Lerner eine klare Vorstellung davon gewonnen, woher wir unser Wissen über die Vergangenheit beziehen und, was ein Historiker eigentlich macht – das ist eine großartige Leistung, und deshalb sind wir auf unsere frisch gebackenen Genealogen und Historiker besonders stolz! Die Fachschaft Geschichte am Raiffeisen-Campus bedankt sich an dieser Stelle bei den Eltern und Großeltern, die durch ihre vielfältige Unterstützung zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben.

Shows, Vorträge, Ausstellungen und Vorführungen zu Themen aus Wissenschaft und Technologie: Die Handwerkskammer Koblenz veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Forschung alljährlich im November die Koblenzer Nacht der Technik. Am Samstag, 7. November 2015 werden von 13 Uhr bis 1 Uhr nachts im Metall- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Koblenz in spannenden Shows, Vorträgen, Vorführungen und Mitmachaktionen aktuelle technische und wissenschaftliche Entwicklungen, Themen und Anwendungen präsentiert.

Neben der Handwerkskammer mit ihrer vielfältigen technologischen Ausstattung und Kompetenz sind auch Partner aus der Forschung und bekannte Hightech-Unternehmen vertreten. Die Vermittlung der Bedeutung und Faszination von Technologie und Forschung steht im Mittelpunkt des bereits über die Grenzen der Region bekannten Ereignisses. Für Kinder und Jugendliche ist die Nacht der Technik zudem eine tolle Plattform zur Information und Kontaktaufnahme zu interessanten Freizeitaktivitäten, technischen Berufsfeldern und Forschungsbereichen.

In diesem Jahr werden sich viele Ausstellungen, Vorträge und Präsentationen der Koblenzer Nacht der Technik der Thematik des Internationalen Jahr des Lichts sowie der Thematik des BMBF-Wissenschaftsjahres „Zukunftsstadt“ widmen.

Der Eintritt zur Koblenzer Nacht der Technik ist frei. Es wird ein kostenfreier Shuttleservice vom Hauptbahnhof Koblenz zum Veranstaltungsort angeboten. (Quelle: http://hwk-koblenz.de/presse/nacht-der-technik.html; Bildquelle: Piel Media)