Bei schönstem Sommerwetter wird es für einen Zahlenstrahl im Raummodul nicht nur eng, sondern auch warm. Zwei gute Gründe, um den Mathematikunterricht nach draußen zu verlegen.

Den Arbeitsauftrag an die Lernerinnen und Lerner der Klasse 5b formulierte die Mathelehrerin Frau Kern wie folgt: "Ordnet die Brüche nach ihrer Größe auf dem Zahlenstrahl." Dabei galt es, mehrere Herausforderungen zu meistern: Wofür stehen die Markierungen auf der Schnur? Wie rechne ich den Bruch so um, dass ich seine Position auf dem Zahlenstrahl finde? Und wer hilft mir dabei?

Neben den mathematischen Fragestellungen stand das soziale Zusammenwirken, sprich: Teamwork im Mittelpunkt. So galt es, die Aufgabe als Klasse zu meistern. Die leichten Brüche waren schnell zugeordnet, aber wie genau lässt sich ein Neuntel auf dem Strahl finden? Getreu dem Motto: Was einem nicht möglich ist, das vermögen viele, schafften es die Lernerinnen und Lerner, auch diese Rechnung zu lösen und so gemeinsam im Team alle Karten an die richtige Stelle zu positionieren.

Mit diesem Auftrag begann eine Unterrichtsstunde der beiden 5. Klassen. Hierbei handelte es sich aber nicht um die Auswahl einer neuen Brille beim Optiker. Stattdessen lagen vier Blätter mit unterschiedlichen Brillensymbolen auf dem Boden. Jede Brille hatte eine andere Farbe und andere Motive.

Nach einer spontanen Zuordnung erfolgte die Erkundung der Bedeutung. Hinter dem Motiv auf der Brille steckte eine der folgenden vier Lernformen: Lernen mit Intuition, System, Fantasie und Logik. Im Rahmen der Lernzeit galt es, diese verschiedenen Lernarten zu erkunden.

Im Laufe der ersten beiden Schuljahre steht in der Orientierungsstufe die Frage nach verschiedenen Lernformen im Mittelpunkt. Statt abstrakt über die Theorie zu sprechen, bereiteten die beiden Klassenleiter der 5. Klassenstufe, Herr Deinert und Frau Kern, eine kreative Methode vor, die klassenübergreifend eingesetzt wurde. Hierbei erhielten die Lernerinnen und Lerner den Auftrag, die verschiedenen Lerntipps in Rollenspiele zu verpacken, welche sie dann ihren Mitlernen präsentierten.

In den Präsentationsstunden beobachteten die Lernerinnen und Lerner – jeweils mit passender Brille bestückt – zunächst das Spiel ihrer Mitlerner. Anschließend tauschte man sich über die präsentierten Lerntipps aus. Abschließend erhielten die Gruppen ein Feedback über die Umsetzung.

Diese Tipps wurden im Rahmen des Fachunterrichts für die Vorbereitung auf die nächsten Leistungsüberprüfungen verwendet.

Man sollte sich immer gut überlegen, mit wem man Scrabble spielt – das musste auch Loriot als Paul Winkelmann im Film Ödipussi erkennen. Und so mancher Leser von Ihnen dürfte sich mit Schwanzhund oder Hundnase an das Damenkränzchen und den Spieleabend im Hause Winkelmann erinnern.

Dass diese beiden Worte eher nicht im Duden stehen, ist der Klasse 7a und 7b völlig klar – gescrabbelt wurde trotzdem, was das Zeug hält. Der Anlass? Gegen Ende des Schuljahrs luden die beiden Deutschlehrerinnen Frau Groß und Frau Maier zu einer Meisterschaft im Scrabble ein. Schnell waren die Teams gebildet, die Spielanleitung gelesen und die Buchstaben verteilt: Es konnte losgehen, geknobelt und gelegt werden. Allzu kreative Wörter wurden kritisch von den Mitspielern beäugt, es wurde argumentiert, diskutiert und schließlich immer wieder der Duden als letzte Rechtfertigungsinstanz  bemüht. 

So kann Rechtschreibförderung auch aussehen, spielerisch und vor allem sinnhaft. Wenn den Lernern klar ist, weshalb man etwas lernen soll, für was der Duden tatsächlich gut ist, ist die Bereitschaft zum Lernen gegeben. Und so sehen wir es als unsere Aufgabe, den Lernern solche Lernumgebungen zu schaffen, sie in ihrer Lebenswelt zu erreichen. Dabei ist eine Runde Scrabble eine Möglichkeit, den Schulalltag zu bereichern.

… hat die Klasse 7b, wenn es rund ums Mittelalter geht, mit Sicherheit nicht. Im Rahmen eines Stationenlernens bei Frau Maier tauchte die Klasse in die für uns so faszinierende Welt der Jahre 500 bis 1500 nach Christus ein.

Es wurde nicht lange gefackelt und an so mancher Stelle war der Ausruf "Da brat mir einer einen Storch!" zu hören – das Mittelalter ist eben spannend, steckt voller Überraschungen und ist keinesfalls nur ein dunkles Zeitalter. Damit keinem Lerner Wissen durch die Lappen ging, baute sich so mancher eine Eselsbrücke, andere hatten Schwein gehabt und konnten sich wie von selbst alles merken – ihnen konnte man kein X für ein U vormachen. War doch mal jemand mit seinem Latein am Ende, es kam ihm spanisch vor oder es wurde Trübsal geblasen, waren die Mitlerner aber auch der Lehrer zur Stelle – und so steht eines fest: Es hat sich niemand aus dem Staub gemacht, dafür kann man seine Hand ins Feuer legen.

Hatte man seine Aufgaben zu lange auf die lange Bank geschoben, musste der ein oder andere noch einen Zahn zulegen, um doch noch rechtzeitig fertig zu werden. Und am Ende der Bearbeitungszeit steht folgendes Ergebnis fest: Die Lerner sind nun gut gewappnet und ihr Wissen rund ums Mittelalter hat Hand und Fuß.

Ist Ihr Wissen rund um das Mittelalter und die Redewendungen aus dieser Zeit auch hieb- und stichfest? Sicher müssen Sie sich nicht allzu sehr schinden, um alle 18 Redewendungen mit mittelalterlichen Wurzeln zu finden. Oder?

Was haben eine Fußbodenheizung und ein Aquädukt miteinander zu tun? Es sind Bauwerke, die bereits die alten Römer entwickelten und den Alltag dieser Hochkultur prägten – und darüber hinaus auch heute noch für warme Füße und Erstaunen sorgen.

Als Baumeister des Augustus machten sich die Lerner unserer Jahrgangsstufe 6 auf ins Römerbergwerk Meurin, um sich vor Ort unter fachkundiger Anleitung darüber zu informieren, wie solche Bauwerke entstanden sind und welche technischen Hilfsmittel den Römern zur Verfügung standen.

Im Rahmen einer Führung durch das beeindruckende Bergwerk konnten ca. 2000 Jahre alte Spuren am Stein bestaunt werden – so kann Geschichte begreifbar gemacht und auch ein Einblick in die harten Arbeitsbedingungen unter Tage gewonnen werden. Doch auch das Ausprobieren kam nicht zu kurz: Steine wurden behauen, runde Säulen entstanden aus eckigen Steinen, Steine wurden geschnitten und mit einem Kran angehoben. Unsere Lerner durften sich die Hände ordentlich schmutzig machen und dabei Geschichte begreifen. Geschichte als etwas tatsächlich Gewesenes, Geschichte und nicht Geschichten.

Und in welchem Rahmen konnten wir unseren Lernern dieses Lernen mit Herz und Hand ermöglichen? Das Lernatelier Römer bot eine sinnstiftende Lernumgebung, stellte die Lerner vor Herausforderungen und schaffte es, sie tief in die Zeit von Caesar und Augustus eintauchen zu lassen. Spätestens als auf dem Schulhof eifrig über die Möglichkeiten beim Bau einer Fußbodenheizung diskutiert und gerungen wurde, Problembewusstsein und Handlungskompetenz gefragt war, war spürbar, dass hier etwas verstanden wurde.

Am 23.06. 17, einem Tag vor dem Schulfest, liefen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Das Redaktionsteam nahm sich Zeit, um die einzelnen Workshops zu besuchen und sich einen Eindruck zu machen.

In dem ersten Raum, der normalerweise als Kunst/Musikraum genutzt wird, fand der Workshop Chemie unter Leitung von Frau Sun statt. Hier trafen wir auf talentierte Köpfe, die konzentriert und produktiv experimentierten. Sie arbeiteten sehr gut zusammen und es herrschte ein liebevolles Miteinander zwischen Lehrkraft und Lernern. In dem gegenüberliegenden Raum hatten sich gleich zwei Gruppen zusammengefunden: die Paartänzer und die Partytänzer. Doch bevor man den Raum betrat, hörte man Musik, die richtig Spaß machte. Im Raum selbst, der sich durch eine kreative Dekoration auszeichnete, herrschte eine ausgelassene Atmosphäre. Man hatte sofort Lust, selbst das Tanzbein zu schwingen. Keine Angst: Nur ein Stockwerk trennte den Besucher von den Sanitätern, die bei Bedarf helfen konnten.

Nur wenige Meter entfernt lernten wir die magische Welt von „Herr der Ringe“ kennen und konnten ganz einfach darin eintauchen. Dort haben wir eine neue Sprache gelernt: Elbisch. In einer entspannten Atmosphäre erfuhren wir mehr über die auftretenden Filmhelden.

Entspannung ist auch das Stichwort, das uns begleitete, als wir den nächsten Workshop „Minecraft“ besuchten. Hier war die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern besonders wichtig. Durch spielerische Programmierungen konnte man hier etwas fürs Leben lernen.

Wer Hunger bekam, brauchte nur einmal die Treppe hinaufzugehen, und schon befand man sich in dem Workshop „Backmischungen“. Bei einem Snack konnte man die ausgelassene Stimmung genießen und einen Smoothie verkosten. Beim Workshop Schülergenossenschaft ging es dagegen etwas ruhiger und konzentrierter zu.

Beim Workshop Poetry Slam wurde viel Fleiß und Leidenschaft investiert und wir waren wirklich sehr beeindruckt! Der inspirierte Besucher konnte auch seine Ideen einbringen. Das war einfach toll! Fast am Ende des Rundgangs betrat man den Raum des Debattierclubs. Hier wurde der Besucher gleich dazu angeregt, selbst Argumente zu spannenden und zum Teil amüsanten Themen zu finden.

Insgesamt hat sich unsere kleine Tour durch die Workshops sehr gelohnt. Die Stimmung war überall ausgelassen:  Am Samstag, 24.6.17 stand unser Schulfest an!

Im Rahmen unseres Schulfestes am 24.6. interviewte unser Redaktionsteam Schulleiter Bernhard Meffert.

Redaktion: Für alle ist es eine Ausnahmesituation, den Raiffeisen-Campus in einer solchen Verwandlung zu sehen. Doch wie ist es für jemanden, der alles miterlebt hat, von der Gründung über die Planung bis hin zum täglichen Schulalltag?

Schulleiter Meffert: Die Idee ist faszinierend, so Lehrer und Lerner tauschen ihre Aufgaben. Plötzlich bringt der Lerner dem Lehrer etwas bei. Und dieses Mitgestalten soll nicht nur bei dem Schulfest normal werden, sondern auch in unserem Schulalltag. Die Lerner sollen aktiv an ihrem Unterricht mitwirken. Dadurch merken die Lehrer, aber auch die Lerner selbst, was sie eigentlich darauf haben. Und das ist sehr spannend.

Redaktion: Was unterscheidet das diesjährige Motto des Schulfestes „Bock auf Prof“ von denen der letzten Jahre?

Schulleiter Meffert: Bislang haben wir uns immer Fiktionen hingegeben. Wir haben uns in eine Traumwelt gestürzt, die nicht viel mit der Realität zu tun hatte: ein Zirkus, ein Musical, ein Jahrmarkt… Aber dieses Jahr beschäftigen wir uns mit demselben, wie sonst auch, aber ganz anders. Sodass wir dieses Jahr nicht nur ein tolles Fest auf die Beine stellen, sondern auch etwas lernen können.Für mich persönlich stellt das Schulfest den Höhepunkt, aber auch den Schlusspunkt des Jahres dar. Zwar könnte man denken, dass die ganze Energie von dem anstrengenden Schuljahr verbraucht ist, doch ist eher das Gegenteil der Fall. Denn durch die interessanten Workshops, die sich die Lerner selbst aussuchen können, wird eine ganz andere Energie und Motivation freigesetzt.

Redaktion: Wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen uns und unseren BesucherInnen ein schönes Schulfest!

Das Redaktionsteam

Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bilden einen Teil unserer Kulturlandschaft.

Hiervon konnten wir, die LernerInnen der Klassen 5a und 5b, uns am 19.06.2017 selbst überzeugen. Bei strahlendem Sonnenschein sind wird zusammen mit unseren NaWi-Lehrern Frau Sun, Herrn Wenzel und Herrn Lenz losgewandert. Ausgestattet mit Becherlupen, Bestimmungsbüchern für die Natur und „Was blüht denn da?“-Apps auf unseren Handys, die wir ausnahmsweise benutzen durften, haben wir ca. 70 Tier- und Pflanzenarten auf „unserer“ Apfelwiese zwischen Ötzingen und Sainerholz bestimmen können. So haben wir u.a. das grüne Heupferd und die Hausmutter (einen Schmetterling) oder den wilden Dinkel und die Kornblume gefunden. Die Insekten stellten uns vor eine große Herausforderung, da sie sehr vielfältig und teils gut versteckt waren, z.B. in einem eiförmigen Schaumgebilde.

Es war wirklich erstaunlich zu erleben, wie viel Leben sich auf einem Quadratmeter Streuobstwiese entdecken lässt und zu erahnen, wie wichtig der Schutz eines solchen Fleckchens Erde als kleines Naturparadies ist.

Übrigens: Streuobstwiesen werden mit zunehmendem Alter ökologisch immer wertvoller. Es ist eine wirklich gute Idee, diesen besonderen Lebensraum so zu bewahren, wie der Raiffeisen-Campus dies nun schon seit Jahren tut.

Wir werden uns gern an diesen Tag erinnern.

Marvin, 5a

Am Samstag, dem 24. Juni 2017 verwandelte sich unsere Schule in eine moderne Hochschule. Das diesjährige Sommerfest stand unter dem Motto „Bock auf Prof?“

Um 10.00 Uhr ging es los und die Besucher wurden in die universitäre Welt eingeführt. Die Lernerinnen und Lerner schlüpften in die Rolle der JuniorprofessorInnen, SeminarleiterInnen, StudentInnen oder nahmen wichtige Funktionen in der Hochschulverwaltung wahr.

Die Besucher, die sich als Studierende immatrikulieren mussten, nahmen an verschiedenen Workshops wie Maxboard fahren, Debattieren, Tennis usw. teil und erhielten am Ende eine Teilnahmebestätigung.

Aber auch kulinarisch wurden die Gäste auf höchstem Niveau bewirtet, denn es gab neben der klassischen Mensa auch eine Grillstation.  Und was darf im studentischen Leben nicht fehlen? Die Party! Auch die klassische Studentenparty fand auf dem Gelände des Raiffeisen-Campus statt.

In den nächsten Tagen geben wir hier Einblick in die Vorbereitung auf unser Schulfest. Wir freuen uns auf Ihren virtuellen Besuch!

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Herrn Klein, der das diesjährige Schulfest organisiert hat!

In der letzten AG-Stunde „Demokratie und Debatte“ besuchte Thomas Roth, FDP Fraktionsvorsitzender im rheinlandpfälzischen Landtag, im Rahmen eines Schulbesuchstags den Raiffeisen-Campus. Hier konnte er sich zunächst einen Eindruck des Neubaus verschaffen.

Danach ging es für den Fraktionsvorsitzenden in die Arbeitsgemeinschaft „Demokratie und Debatte“, in der ihn interessierte Lerner mit ihrer Lehrerin Jenny Groß begrüßten. Mit der Debatte über die Einführung des Führerscheins ab 16 in RLP hatte die AG den FDP-Politiker als Teilnehmer in ihr Thema integriert und nach den Regeln des guten Debattierens eingebunden.

Nach einer kleinen Einführung in die Fragestellung, startete eine Mikrodebatte, bei der die Lernerinnen und Lerner ihre Argumente sachlich und fundiert mit Thomas Roth austauschten. Im Anschluss blieb noch Zeit, um ausführlich über aktuelle politische Fragen, den Alltag eines Politikers und die Abläufe von politischen Prozessen zu sprechen. Thomas Roth zeigte sich von der AG und ihren Teilnehmern begeistert und motivierte sie dazu, die gelernten Inhalte weiter zu festigen und sich auch im privaten Alltag für die Demokratie einzusetzen. „Es ist klasse, dass ihr euch schon so intensiv mit demokratischen Prozessen beschäftigt und euch so gut über Sachfragen informiert und entsprechend zielführend argumentiert, ohne andere zu diskreditieren. Diese Redegewandtheit und Freude am Debattieren  wird euch im Leben helfen“, sagte der FDP Fraktionsvorsitzender Thomas Roth abschließend.

Für die beiden AG-Leiter, Frau Groß und Herr Deinert ist der immer wiederkehrende Kontakt mit Politikern und Lernern wichtig, so kann die praktische Debatte auch gelebt und weiter ausgebaut werden.