Das war das Fazit, welches die Lernerinnen und Lerner des Grundkurses Geschichte der MSS2 bei Frau Scheffler zogen. Doch wie kam es zu dieser These, die den fest etablierten Geschichtsunterricht in Schulen ins Wanken bringen kann? Sollte sich gar eine Forderung nach Abschaffung dieses Schulfaches anschließen?

Zunächst wurden die Lerner mit der Problematik des Faches konfrontiert: Der Geschichtsunterricht steht immer vor der Herausforderung, dass wir als Historiker den Gegenstand nicht im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar machen können. Neben vielen positiven Ereignissen wurden unzählige Schlachten im Laufe der Jahrhunderte geschlagen – dass diese vorbei sind, ist gut so und kein Kriegsschauplatz dieser Welt soll tatsächlich in ein Klassenzimmer getragen werden. Es bleibt also nur, eine Vorstellung der Abläufe, der Taten, des Leids heraufzubeschwören.

Und damit beginnt bereits die Deutung der Vergangenheit, die für uns für immer verloren ist, und wir sprechen von Geschichte. Überlieferungen aller Art, ob das schriftliche Quellen, Überreste oder Gemälde sind, sie alle müssen zum Sprechen gebracht, eingeordnet und schließlich kritisch beurteilt werden. Wir konstruieren uns Geschichte, wie sie vielleicht war, und färben unseren Blick auf die Vergangenheit aufgrund unserer Erfahrungen, unserer Sozialisierung, unseres Wissens.

Sollte also das Fach Geschichte abgeschafft werden? Diese Frage wurde am Ende der Stunde mit einem Nein beantwortet. Die Lerner sind nun vielmehr sensibilisiert im Umgang mit der Vergangenheit. Sie erkennen Geschichte als ein Konstrukt, das auf wissenschaftlicher Recherche beruht, und deshalb kein Luftschloss ist. Doch wissen sie nun auch, dass sie Sorgfalt beim Analysieren und Interpretieren von Quellen walten lassen müssen, sie sich Offenheit und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ereignis bewahren müssen, sodass sie nicht nur das in einer Quelle sehen, was sie sehen möchten.

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