Die Realschule Plus lud ein und unsere beiden fünften Klassen nahmen gerne am Völkerballturnier teil. Der Erfolg der Veranstaltung war groß, der sportliche Erfolg der kämpferisch starken 5er mit ihrem Coach Herrn Schenkelberg leider nicht so groß. Was aber zählt ist, dass unsere 5er ihre Niederlage sportlich nahmen und die Schuld nicht bei Dritten suchten ("Der Ball war ungwohnt, das Feld war schlecht geheizt und der Gegner trug grelle Trikots"). Im Gegenteil, die Lernerinnen und Lerner erkannten die sportliche Leistung ihrer Gegner neidlos an und gratulierten so wie VG-Bürgermeister Michael Ortseifen, der es sich nicht nehmen ließ, nicht nur zum Endspiel und zur Preisverleihung dazuzustoßen, sondern die Preise auch selbst mitzubringen und zu stiften. Dass er dabei nicht ohne Augenzwinkern Schulleiter Meffert bescheinigte, er sei stolz, dass "seine" Schule gewonnen habe und nicht der Raiffeisen-Campus, nehmen wir ebenfalls sportlich. Schließlich wissen wir uns von der VG am Standort Wirges geschätzt. Ein herzliches Dankeschön für die Ausrichtung an die Kolleginnen und Kollegen der Sportfachschaft der Realschule Plus. Wir werden uns im Frühjahr mit einem Fußballturnier auf dem Rasenplatz revanchieren.

Vor Weihnachten wurde in den 6. Klassen der Schulsieger im Vorlesen gesucht und nach einem kurzweiligen Vormittag und einer kniffligen Jury-Entscheidung waren die Würfel gefallen: Arian, Klasse 6b, hat den Wettbewerb für sich entscheiden können.

Für die Jury konnten drei jung gebliebene Senioren aus dem Seniorenzentrum Azurit in Montabaur gewonnen werden, die sich der, wie sich schnell zeigte, nicht einfachen Aufgabe stellten, den besten Vorleser in den 6. Klassen zu finden. Komplementiert wurde die Jury durch Frau Acker, Seniorenzentrum Montabaur, und Frau Hartung. Angetreten waren die jeweiligen Klassensieger der Klassen 6a und b, die uns sogleich in ferne Länder entführten, Drachen und Feen durch das Klassenzimmer spazieren und uns bei einem packenden Fußballspiel mitfiebern ließen.

Nach diesem ersten Durchgang mit den vorbereiteten Textstellen galt es im Anschluss, einen unbekannten Text lebendig und unterhaltsam zu lesen. Und so lernten die übrigen Mitlerner auf witzige Weise Rico, Oskar und den Beginn einer wunderbaren (Männer-) Freundschaft kennen – das Publikum konnte sich an so mancher Stelle das Lachen nicht verkneifen, was nicht zuletzt auf die sehr gelungenen Vorträge der Leser zurückzuführen war.

Zunächst vielen Dank an alle Vorleser, die ihre Sache wunderbar gemacht haben und uns einen schönen Vormittag beschert haben und, obwohl nur einer Schulsieger werden konnte, alle Sieger sind und mit einem Buchpreis, mit der freundlichen Unterstützung von Frau Maria Meurer, bedacht wurden.

Danke auch an die Jury, die sich die Entscheidung nicht leicht gemacht hat und einen würdigen Vertreter des Raiffeisen-Campus für die Kreisebene, die nächste Runde im Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, gefunden hat.

Für die nächsten Runde wünschen wir Arian schon jetzt viel Erfolg!

Die 6. Klassen des Raiffeisen-Campus beschäftigten sich im ersten Halbjahr des Schuljahres unter anderem mit Zeichnungen die lediglich aus einer Linie bestehen. Angefangen beim Haus vom Nikolaus über Linienzeichnungen des amerikanischen Künstlers und Illustrators Saul Steinberg bis hin zu Federzeichnungen von Picasso erarbeiteten sich die Lernenden erste eigene Zeichnungen zum Thema „Balanceakt“. Inspirieren ließen sie sich dabei von Drahtplastiken des amerikanischen Künstlers Alexander Calder. Zu Verfügung stand jedem Lernenden 1m Draht die frei gestaltet werden durften. Diese Vorgabe stellte die Lernenden vor die Herausforderung, dass sich sich bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Plastiken auf die wesentlichen charakteristischen Elemente und Merkmale beschränken mussten. Es entstanden abstrakte, reduzierte Plastiken die sehr dynamisch wirken und auf die unsere Jungkünstler stolz sein dürfen.

„Ihr Kinderlein kommet“ singen viele Menschen in diesen Tagen und denken an das Kind, das wie kein anderes das Denken der Menschheit geprägt hat. Für Muslime und Juden ein bedeutender Prophet, für uns Christen ein Mensch, der ganz der göttliche Vater ist, der seinerseits die Kinder zum moralischen Ideal erhebt („Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“).

Wir feiern ein typisches Kind der Unterschicht seiner Zeit: Mittellos und unterprivilegiert aber mit Eltern, die es darauf anlegen, dieses besondere Kind trotz oder wegen der für sie merkwürdig geheimnisvollen Umstände seiner Herkunft zu einem aufrechten Menschen zu erziehen.

Jesu Eltern hatten wohl kaum Schulbildung und hadern zunächst mit seinem Wissensdrang und seiner eindrucksvollen Gelehrsamkeit, als er mit zwölf Jahren die Theologieprofessoren seiner Zeit mit seinen Fragen erstaunt.

Aber am Ende steht seine Mutter unter dem Kreuz und protestiert so für ihren Sohn und gegen das unmenschliche religiöse und politische Establishment ihrer Zeit. Sie wird zur Ikone der Bewegung ihres Sohnes – der jungen Kirche – und heute werden zu selten ihre eindrucksvolle Menschlichkeit, ihre Selbstzweifel und ihre Unsicherheit im Blick auf ihren Sohn thematisiert. Stattdessen wird sie zur Halbgöttin stilisiert, sie, die nichts lieber hatte als auf der Seite der Menschen zu sein, auf der Seite der suchenden Jünger, die sich vor Angst in einem Haus verbarrikadiert hatten, als ihr spiritueller Führer nur noch selten er-innert wurde.

Wir am Raiffeisen-Campus verstehen uns wie unseren Namensgeber als engagierte Christen, als christliche Schule. Und so feiern wir Weihnachten als Verpflichtung, die Kinder nicht naiv zu idealisieren, aber dennoch in ihnen eine Qualität neu zu entdecken, die wir Erwachsenen so oft vermissen lassen. Eine echte Neugier auf das Leben; den Glauben an das Gute; die Hoffnung auf eine bessere Welt. Deshalb lernen wir am Raiffeisen-Campus nicht für sondern mitten im Leben.

Vielleicht sollten wir an Weihnachten unseren Zynismus auf Seite schieben und wieder daran glauben, dass das Kind im Futtertrog Recht hat. Das gäbe uns Kraft bei unserer Aufgabe als Eltern und Pädagogen. Dass Kinder die Zukunft sind, ist heute beinahe schon ein banaler Spruch geworden. Dass er nicht nur wahr ist, sondern uns verpflichtet, uns mehr für eine bessere Welt einzusetzen als bisher, das ist ganz und gar nicht banal. Also: „Gib acht – ein Kind!“

Findet, mit gesegneten Weihnachtswünschen,

Ihr

Bernhard Meffert, Religionslehrer am Raiffeisen-Campus

P.S. Mit diesem Artikel verabschiedet sich die Redaktion der Website in die Weihnachtspause und meldet sich am 2. Januar mit neuen Meldungen zurück.

…das ist der neue und auch sehr zutreffende Titel der Lernerzeitung am Raiffeisen-Campus. "Under Construction", weil sie noch in Arbeit oder in der Weiterentwicklung ist und dies wird die Zeitung immer bleiben, denn getreu dem Leitbild des Raiffeisen-Campus möchte auch die Redaktion der Zeitung sich stetig weiter entwickeln, wagen Neues anzudenken und sich nicht scheuen Dinge oder Ideen, die sich nicht bewähren, zu ändern.

Kurz vor den Ferien war es dann soweit. Voller Freude empfing die AG-Lernerzeitung um Frau Kisters gespannt die druckfrischen Exemplare der ersten Ausgabe der Lernerzeitung.

Nach vielen Wochen Arbeit waren alle beteiligten Lernenden gespannt und erleichtert das Ergebnis ihrer Arbeit nun in den Händen halten zu dürfen. Pünktlich vor Beginn der Weihnachtsferien konnte die Zeitung an die Lerner- sowie die Lehrerschaft des Campus verkauft werden. Die Nachfrage war groß, denn es gab spannende Berichte und exklusive Interviews zu lesen. Aber auch für Witze und Comics war gesorgt. Dank des Fördervereins des Raiffeisen-Campus war es der AG überhaupt möglich, ihre Ideen auch in ausreichender Menge drucken zu lassen. Wir möchten uns dafür herzlich bedanken und freuen uns über jeden Sponsor für die nächste Ausgabe.

Es gibt Texte, die sprechen uns am Raiffeisen-Campus aus der Seele. Zum Beispiel der von Tillmann Prüfer aus dem Zeit-Magazin vom 6. Dezember. Er wettert, durchaus etwas polemisch (was wir aber nachvollziehen können) gegen die Berliner Schulen, die, so Prüfer, zwar den Kindern eine entspannte Zeit gönnen würden, gleichzeitig ihnen aber wenig beibringen würden.

Wir finden interessant und erfreulich, dass immer mehr Eltern verstehen, dass Anstrengung beim Lernen unvermeidbar ist und Leistung dann erst wirklich Freude macht, wenn man sie erringen muss. Anstrengungsvermeidung ist vielleicht die Kinderkrankheit Nr. 1 in Deutschland und wir kämpfen dagegen an. Mit unseren Eltern um die uns anvertrauten Kinder, deren Zukunft uns am Herzen liegt.

Tillmann Prüfer schließt: „Ich habe die Schule gehasst, aber sie hatte recht.“ So weit würden wir nie gehen, denn Schule darf Spaß machen. Aber der Spaß muss das Ergebnis sein, nicht die Voraussetzung.

Aber das alles hat Tillmann Prüfer viel konkreter und pointierter selbst formuliert. Deshalb: Unbedingt lesen! Hier!

Am Nikolaustag ging es im Unterricht in Katholischer Religionslehre bei Frau Berleth und Herrn Meffert am 6.12. natürlich um: St. Nikolaus von Myra. Intensiv und multimedial gingen die Lernerinnen und Lerner der 5a/b der Frage nach, was eigentlich der Unterschied zwischen den beiden ist. Dazu bemühten sie eine Biographie des Nikolaus von Myra, bearbeiteten in einer Gruppenarbeit Fotos verschiedener Schoko-Nikoläuse und Schoko-Weihnachtsmänner, eine aktuelle Fernsehwerbung, bei der der Weihnachtsmann von einem Postboten ausgestochen wird, ein Lied zum Thema und – natürlich – einen Schoko-Weihnachtsmann (s. Bild), der zugleich noch Anlass war, kurz über Fairen Handel zu informieren. Leider war es trotz intensiver Recherche nicht mehr gelungen, einen Schoko-Nikolaus zu besorgen. Schön: Die 5b, die ihren Schoko-Weihnachtsmann nicht mehr im Unterricht hatten teilen können, teilten ihn anschließend mit ihren evangelischen Mitlernenden – sie hatten wirklich verstanden, was die Botschaft des heiligen Nikolaus an uns ist.

Auch in diesem Jahr wird die Tradition der Tage der Generationen fortgesetzt. Rund um das Thema Nikolaus bereiteten die Lernerinnen und Lerner der fünften Klassen verschiedene Lieder, Gedichte und Geschichten vor, die sie an ihrem ganz eigenen Tag der Generationen den Bewohnern des Seniorenzentrums Azurit in Montabaur vorführen durften. Die Senioren freuten sich sehr über den Besuch unserer Lernerinnen und Lerner. Gespannt lauschten sie Liedern wie „Gloria“ oder einem Interview mit dem Nikolaus höchst persönlich.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil neben den diversen Darbietungen waren die anschließenden Gespräche zwischen Jung und Alt. Nachdem die Lernerinnen und Lerner ihr Abschlusslied gesungen hatten, erzählten die Senioren offen von den Weihnachtsfesten ihrer Kindheit. Schnell begriffen die Lernerinnen und Lerner, dass Weihnachten in Deutschland früher oft nicht so eine gemütliche und friedliche Zeit war, wie sie es heute ist. Der Krieg veränderte die Weihnachtszeit und wenn es an Heiligabend überhaupt ein Fest gab, fielen die Geschenke wegen der verbreiteten Armut nach heutigen Maßstäben eher klein und bescheiden aus.

Bei der nachfolgenden Gesprächsrunde mit den beiden Klassen hatte jeder ein aufregendes, ungewöhnliches oder auch trauriges Kindheitserlebnis der Senioren zu erzählen. Die Begegnung der beiden Generationen hat also bei beiden Seiten einen großen Eindruck hinterlassen.

Bedanken möchten wir uns bei Frau Judith Acker und ihrem gesamten Team, die den Tag der Generationen erst möglich und unsere Lernerinnen und Lerner um eine wertvolle Erfahrung reicher gemacht haben.

„Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass unter den erhöhten Anforderungen des G 8 mehr Abiturientinnen und Abiturienten höhere Lernstände erreicht haben.“ Kurz: G8 bringt tatsächlich mehr Bildung und ist nicht etwa, wie die Kritiker immer wieder behaupten, ein Abitur light, wie die Studie KESS 12 „Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern am Ende der Jahrgangsstufe 12“ für Hamburg nachgewiesen hat. Und dennoch: Die Vorwürfe, die dem G8 von jeher gemacht werden, sind nicht einfach mit einer Studie vom Tisch zu wischen, man muss sich ihnen widmen. Wir tun das und finden, dass das G8 in Verbindung mit der GTS, so wie es in RLP und besonders am Raiffeisen-Campus konzipiert (nämlich mit 0% Unterrichtsausfall) ist, den besonders begabten, also gymnasialen Kinder absolut gerecht wird. Und da, wo wir Desiderate feststellen, werden wir nachsteuern. Denn das ist das Grundprinzip am Raiffeisen-Campus: Wir denken nicht, dass wir schon jetzt wissen, wie die Herausforderungen der nächsten Jahre aussehen werden und also auch nicht, wie wir ihnen begegnen werden. Bei uns ist Innovation der Wert, nicht der Status-Quo. Also bleiben wir – im doppelten Sinne – ein lernendes System. Und das ist auch gut so…

Doch lesen Sie selbst den Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, die Studie selbst oder hören Sie eine interessante Sendung, bei der auch die klassischen Kritikpunkte am G8 zur Sprache kommen, im Download beim Deutschland-Funk in seiner Sendung „Pisa Plus„.

Sinn(en)-voll vorbereitet auf den krönenden Abschluss der aktuellen Unterrichtsreihe der beiden fünften Klassen in Naturwissenschaften bei Frau Hartung, nämlich arbeitsteilig vorbereitete Präsentationen zu den Sinnesorganen Auge und Ohr, machten die Lernenden während der scheinbar letzten sonnigen Stunden im November 2012 auf dem Schloss Freudenberg Erfahrungen mit allen Sinnen:

Mit Königs Reisen ging es gemeinsam mit den beiden Naturwissenschafts-Lehrenden Dr. Feld und Frau Hartung sowie dem FSJ-Team Frau Müller und Herr Meurer nach Wiesbaden-Dotzheim. Dort bewegten sich die Lernenden im Schlosspark zunächst frei und machten beispielsweise Erfahrungen mit ihrem Gleichgewichtssinn und ihrem Geschmacks- und Geruchssinn. So kletterten und schaukelten sie und backten vom Korn bis zum fertigen Produkt ihr eigenes Stockbrot am offenen Feuer.

Bei der anschließenden Führung machten die Lernenden Erfahrungen mit weiteren Sinnen: So lernten Sie den Angst- und Vertrauenssinn kennen und schätzen. Das persönliche Highlight vieler Lernenden war das Dunkellabyrinth, durch das sie sich tastend hindurch gefunden haben sowie die Kältekammer, in der Temperaturen von Minus 22 Grad Celsius herrschten.

Im Anschluss daran konnten die Lernenden einerseits im Schlosspark ihr Stockbrot fertig backen, Holz hacken und toben und andererseits im Schloss selbst die Dunkelbar besuchen, an weiteren spannenden Stationen noch mehr Erfahrungen mit ihren Sinnen machen und Muster der Stille entwickeln.

Dieses spektakuläre Erfahrungsfeld Winter im Schloss Freudenberg verdanken wir hauptsächlich Hugo Kükelhaus, einem Pädagogen, der bereits im 20. Jahrhundert die menschlichen Sinne als Gabe definierte, welche jedoch leicht verkümmern würden und deshalb immer wieder erfahren werden sollten.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Lernenden am Ende des Tages der Meinung waren, dass alles spitze war und es besser wäre, wenn man mehr Zeit gehabt hätte, um noch mehr Erfahrungen mit seinen Sinnen zu machen. So hoffen die Lernenden, dass das nicht das letzte Mal war, dass sie im Haus der Sinne waren. In jedem Fall macht Schloss Freudenberg Sinn(e).