"Zeugnistag" ist für viele Erwachsenen kein Begriff, der freudige Assoziationen auslöst. Am Raiffeisen-Campus finden wir Leistung gut und honorieren sie – gleichzeitig schätzen wir aber die Lernerinnen und Lerner, die weniger gute Leistungen erbringen (können), als Mensch genauso sehr wie die Leistungsstarken.

Um zum Ausdruck zu bringen, dass am Zeugnistag nicht nur diejenigen im Vordergrund stehen, die ein 1er-Zeugnis nach Hause bringen, hatte sich die Schulleitung entschieden, auf Vorschlag der Klassenleiterinnen einen Fairness-Preis zu vergeben. Direktor Meffert ging in seiner kleinen Ansprache vor den knapp hundert Lernerinnen und Lernern auf den Wert von Fairness ein: "Jean Jaques Rousseau war ein wichtiger Philosoph, also jemand, der die Weisheit und die Wahrheit liebt. Er hat einmal gesagt: ‚Nur dadurch, dass man das Gute tut, wird man gut.‘ Das will ich heute auch Euch sagen. Nicht derjenige ist heute der beste Lerner, der das beste Zeugnis hat, sondern derjenige der das Gute tut, ist wirklich gut. Für den Erfolg und das Glück im Leben ist der Fairness-Preis heute wichtiger als ein gutes Zeugnis. Wer im Leben zusammen mit anderen den Erfolg sucht statt gegen sie, dem werden andere stets ein gutes Zeugnis ausstellen", so der Schulleiter. Als kleine Anerkennung erhielten die vier ausgezeichneten (im doppelten Sinne) Lernerinnen und Lerner Mara, Nele W.,  Mark-Aurel und Johannes ein Buch von Isabel Abedi.

Im Anschluss gab es für die alle Lernerinnen und Lerner aus der Hand ihrer Klassenleiter die Zeugnisse des ersten Halbjahres. Herr Meffert betonte den Stellenwert des Zeugnisses: "Das Halbjahreszeugnis ist so wichtig oder unwichtig wie der Halbzeitstand beim Fußballspiel. Es motiviert zum Durchhalten oder Gasgeben, entscheidend ist aber das Ganzjahreszeugnis, das deshalb die Noten des zweiten Halbjahres wichtiger nimmt als die des ersten. Jeder hat also die Chance, sein Zeugnis im Sommer zu verbessern oder die Pflicht, seinen Leistungsstand zu halten."

Die kleine Feierstunde endete mit der Übergabe der Kreuze für die Klassenräume. Die Lernerinnen und Lerner der sechsten Klassen hatten im letzten Jahr Entwürfe gefertigt, die der angefragte Schreiner aber leider aus terminlichen Gründen nicht rechtzeitig liefern konnte. So entschied sich die Schulleitung für dieses kleine, ökumenische Kreuz des Künstlers Andreas Kasparek aus Hamburg, der dem Entwurf der Lernerinnen und Lerner recht nahe kommt.

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