Am Vortag des Nikolaustages überraschte das FSJ-Team 2012/2013 die Lernenden der nun sechsten und siebten Klassen mit einem Besuch beim Mittagessen pünktlich zur ruhigen Minute. Nach einer herzlichen Begrüßung von Frau Müller und Herrn Meurer in Form eines spontanen Applauses und freundlichen Zurufen durch die Lernenden verteilten die beiden ehemaligen FSJler am Raiffeisen-Campus Nikoläuse am Stiel für alle. Natürlich ließen sich die Lernenden es nicht nehmen, die beiden zu umarmen und auszufragen. Anschließend gingen sie noch mit in den Unterricht, um zu sehen, wie es den lieb gewonnen Lernenden und Lehrenden derzeit ergeht.

Im Lehrerzimmer nutzten Frau Höwer und Herr Meurer "aktuell" die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch über FSJ GTS im Allgemeinen und Speziellen mit Frau Müller und Herrn Meurer "alt".

Falls auch Sie im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres die Lernenden und Lehrenden des Raiffeisen-Campus kennen lernen und unterstützen möchten bzw. unverbindlich mehr über FSJ GTS erfahren möchten, dann können Sie sich gern direkt an die FSJ-Mentorin (andrea.hartung@raiffeisen-campus.de) bzw. an das aktuelle FSJ-Team (fsj@raiffeisen-campus.de) wenden. Wir freuen uns auf Sie!

Wie so oft haben politische Entscheidungen einen guten Kern, denn PolitikerInnen sind durchaus selbst Eltern und haben das Wohl der Kinder im Blick. Doch dann kommt die realpolitische Keule, meist in Form des Finanzministers und seiner beschränkten Mittel. Deshalb gibt es in Deutschland zwar einen nach wie vor ungebrochenen politischen Trend zur GTS – der auch auf eine hohe Nachfrage trifft – was jedoch fehlt, ist ein durchgängiges klares Konzept und eine finanzielle Ausstattung, die gute Ganztagsschule ermöglicht.

Nicht so am Raiffeisen-Campus: Bei uns werden die Kinder ausschließlich von qualifizierten Lehrkräften betreut, sowohl im Unterricht als auch in den Arbeitsgemeinschaften und Lernzeiten, in denen die Kinder das erledigen können, was an Halbtagsschulen „Hausaufgaben“ genannt wird. Das ist aufwändig, aber dem Schulträger wie auch unseren Eltern ist dieses klare und verbindliche Konzept Geld wert. Denn nur Lehrer, die Kinder auch außerhalb von Unterricht sehen, beobachten und ansprechen können, leisten das, was Pädagogen generell wünschen: Sich um Kinder kümmern können – ganzheitlich.

Dass ein solches Konzept nur funktioniert, wenn alle Kinder daran teilnehmen, ist selbstverständlich – deshalb sind wir eine GTS für alle. Deshalb ist der Nachmittag bei uns kein Anhängsel, sondern so bunt wie der Vormittag.

Wenn Sie einen durchaus kritischen Überblick über die bildungspolitische Debatte rund um die Ganztagsschule lesen möchten, empfehle ich Ihnen diesen Artikel der Zeit-Journalistin Jeanette Otto.

Zum Nachkochen jetzt auf YouTube: Unsere Vogelfutterkochaktion mit der Grundschule Wirges und Frau Feld und Hr. Dr. Feld und ihren Lernerinnen und Lernern. Machen Sie Ihren Vögeln oder Tierfreunden in Ihrem Umfeld eine Freude und kochen Sie unser Rezept nach! 

Das kommt mir aber Spanisch vor! Libro de bolsillo – Was ist das, woher kommt es und wofür brauchen wir es? Die Lerner und Lernerinnen der Spanisch AG „Das kommt mir Spanisch vor“ der Klassenstufe 6 haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Herrn Hannappel begonnen, ihr eigenes und ganz persönliches Taschenbuch zu erstellen. Dieses „Büchlein“ beschäftigt sich mit dem „täglichen Brot“ des Spanischen und soll sich bis zum Ende des Schuljahres peu à peu mit vielen selbstgestalteten Seiten füllen. Die Lernerinnen und Lerner eignen sich so neben dem Spanischunterricht auf einem explorativ-kreativen Weg mit Freude das Spanisch für den Alltag an und schaffen sich so einen kleinen „Anker“, auf den sie immer wieder zurückgreifen und den sie natürlich auch erweitern können. Nicht nur das reine Lernen der spanischen Vokabeln rund im die Themen Smalltalk, der eigene Schreibtisch, mein Haus oder die Benennung der Körperteile stehen im Vordergrund, sondern auch die gestalterischen Vorlieben der Lernerinnen und Lerner.

¡Y bueno, continuamos con el libro!

Der Raiffeisen-Campus ist eine noch immer überschaubare Schule und das will er auch in der Ausbaustufe mit 416 Lernerinnen und Lerner unbedingt bleiben. Dass er zugleich aber nicht übersehen werden will, das ist uns ein Anliegen, denn vieles von dem, was hier innovativ eingeführt wird, kann auch für andere Schulen von Interesse sein. Deshalb freuen wir uns, wenn wir nicht nur regional, sondern auch national wahrgenommen werden, so jetzt im Genossenschaftsblatt, dem Organ des Genossenschaftswesens im Rheinland und in Westfalen, das dem Raiffeisen-Campus anderthalb Seiten seines aktuellen Heftes widmet. Doch lesen Sie selbst hier

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn kennen Sie alle und wissen ganz genau, wer von den beiden Söhnen der verlorene ist, stimmt’s? Die Lerngruppe 7ab in Katholischer Religionslehre nahm sich erst viel Zeit, dann die Bildwerke von Max Beckmann und Sieger Köder und kam zu einem anderen Schluss.

Betrachtet man nämlich die Geschichte vom Ende her, so ist es der daheimgebliebene, scheinbar korrekte Sohn, der zumindest momentan „verloren“ ist. Er durchlebt gerade innerlich diejenige Krise, die sich beim anderen Sohn bereits durch leidvolle Erfahrung in Reue erkannt zeigt und durch den barmherzigen Vater (ein Idealbild von uns und zugleich das Gottesbild Jesu Christi) endgültig überwunden wird.

Jetzt könnte man meinen, dass Herr Meffert voller Stolz ein Unterrichtsergebnis sieht, das so gar nicht in den Köpfen der Kinder angekommen wäre. Glaubt er nicht und bietet als Beleg den selbstformulierten Hefteintrag von Raphael:

„Das Gleichnis des verlorenen Sohnes

Das Gleichnis zeigt uns, dass Sohn 1 (der der wegläuft) genauso einen Fehler begeht, wie Sohn 2 (der der Zuhause bleibt). Dass S1 den Fehler begeht, aber es einsieht, er versteht was er falsch gemacht hat.

S2 schafft das nicht, er kann nicht verstehen, warum der Vater S1 wieder akzeptiert. S2 ist zu sehr auf sein Idealbild fixiert, er war der, der die Schule geschafft hat, der der den guten Job hat, der der immer da war.

Er versteht nicht, wie der Vater S1, dem, der die Schule geschmissen hat und von Zuhause abgehauen ist, verzeihen kann.“

Sie sind in dem Text nicht mehr so zu Hause und jetzt interessiert? Hier noch einmal der Originaltext aus der EÜ, Lk 15:

“ Jesus sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner. Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern. Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“

43 Kinder in einer Klasse! Wie konnte das geschehen? So könnte man fragen, wenn man weiß, dass wir die Klassengröße bis zum Abitur auf 26 Kinder, die wir Lerner nennen, beschränkt haben.

Was war nun wirklich passiert? 26 Lerner kamen aus der Klasse 5a und 17 Schüler aus der Gruppe evangelische Religion der Theodor-Heuss-Grundschule in Wirges. Alle wollten etwas für die Vogelwelt bei beginnendem Frost tun. Das war nicht ganz leicht zu organisieren, da beide Schulen unterschiedliche Stundenpläne und – zeiten haben. Gewiß wurde der gute Wille dadurch unterstützt, dass Frau Feld die Kinder  der Grundschule unterrichtet und Herr Dr. Feld die Kinder des Raiffeisen-Campus.

Vor der Arbeit kam es mal die Theorie: Warum besteht überhaupt die Notwendigkeit zu Fütterung? Welche Vögel finden im Winter nicht genug zu fressen? Wie kann ich durch die Präsentation des Futters steuern, welche Vogelart gefüttert wird? Welche Vogelart frisst welches Futter? Und überhaupt: Wie machen wir das nötige Futter?

Insektenfressende Vögel, die uns im Sommer manche Schnake und manchen "Schädling" uns vom Halse halten, haben bei Frostbeginn zwei Möglichkeiten: Wegfliegen nach Süden oder den Futterplan umstellen. Die Futterumstellung ist heute schwieriger geworden, da Deutschland keine Wildnis mehr ist, sondern eine Kulturlandschaft. Zudem müssen die Vögel morgens ganz schnell Futter finden, denn sie haben keine Fettreserven. Merksatz: "Fette Vögel fliegen nicht".

Wie können Kinder hier helfen? Nun: Sie kochen, hier bei uns zusammen mit den Felds und den Herren Wagner und Meurer. Und so geht es: Man braucht 70 Blumentöpfe (Danke an Herrn Kuch), 40 m Seil, 9 kg Fett (werden erhitzt), 12 kg gemischtes Körnerfutter, Sonnenblumenkerne und getrocknete Mehlwürmer hineingerührt (Danke an Herrn Pätz von Robbys-Tierwelt), und in einen Blumentopf gefüllt, in den vorher ein Seil als Haltemöglichkeit verknotet wurde.

Den Kindern hat es gefallen, den Vögeln wird es schmecken und wir besuchen noch weitere Grundschulen um von unserem Tag zu erzählen, Futtertöpfe vorbei zu bringen und zu zeigen, dass die "Großen" der 5. Klasse sehr gut mit den "Kleinen" der 4. Klassen zusammen arbeiten können.

"Hör mal, ich erzähl dir eine Geschichte vom Herbst": Die Lerner der 5. Klassen starteten die Tage der Generationen mit einem Besuch im Seniorenheim Azurit in Montabaur. Neben dem Austausch der Generationen nahmen die Lernenden am bundesweiten Vorlesetag, eine Initiative der Stiftung Lesen, Der Zeit und der Deutschen Bahn, teil.

Nach dem musikalischen Einstieg zum Thema Herbst setzten sich die Lernenden begeistert und mit gespannter Erwartung zu den gesprächigen Senioren und so konnten bald an allen Tischen gute Gespräche und freudige Gesichter beobachtet werden.

Die vorbereiteten herbstlichen Kurzgeschichten wurden von den Lernenden und einer Seniorin so lebendig vorgetragen, dass man fast einen Herbstwind samt buntem Laub durch den Raum wehen sehen konnte. In liebevoller Handarbeit und mit gegenseitiger Hilfe wurden schließlich noch herbstliche Lesezeichen gebastelt, die zum einen einfach nur praktisch sind, zum anderen aber auch eine schöne Erinnerung an die gemeinsam verbrachten Stunden sind.

Die Lernenden brachen schließlich mit vielen schönen Eindrücken wieder auf und freuen sich schon darauf, wenn es den nächsten Tag der Generationen gibt. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an das Seniorenzentrum Azurit, das uns wieder so freundlich aufgenommen hat und die gemeinsame Zeit schon zu einer Tradition hat werden lassen.

Die wichtige Klärung des Standortes unserer Schule steht unmittelbar bevor. Aufsichtsrat, Vorstand und General­versammlung des Schulträgers haben bei ihrer Sitzung am 20.11. eine sehr positive Richtung vorgegeben und wir warten jetzt noch ab, bis die notwendigen Verträge spruchreif sind und werden dann sofort informieren. In jedem Falle werden wir unseren Standort in den Verbandsgemeinden Wirges oder Ransbach – Baumbach haben. Wir bitten noch um etwas Geduld – auch wenn es uns selbst schwerfällt… Es kann sich nur noch um maximal einige Wochen handeln…

Im Gegensatz zu manch uninformierten Vorurteilen hat der Raiffeisen-Campus durchaus begrenzte Mittel, mit denen er aber so umgeht, dass vor allem die hervorragende personelle Ausstattung (0,0% Unterrichtsausfall) und die sachliche Ausstattung für den Unterricht im Vordergrund steht. Deshalb subventionieren wir mit unseren knappen Mitteln nicht das, was nicht zu diesem Aspekt gehört, so zum Beispiel das Mittagessen unserer Lernerinnen und Lerner und doch gelingt es uns, mit unserem Partner L&D ein qualitativ gutes und zugleich kostengünstiges Mittagessen anzubieten.

Im Blick auf die räumliche Unterbringung der Mensa und deren Ausstattung waren wir in den letzten zwei Jahren dankbare Gäste, mussten aber natürlich – wie auch die Gastgeber – durchaus Kompromisse machen.

Deshalb nutzte Herr Meffert die Teilnahme an einer Tagung der gymnasialen Direktoren in RLP am Gymnasium am Römerkastell in Bad Kreuznach die Chance, die von Johann Lafer initiierte und auch wirtschaftlich getragene Mensa zu besuchen und dort auch zu essen.

Aus der Presse wissen wir, dass das Projekt auch wirtschaftlich wagemutig ist, diverse Subventionen erhält und noch längst nicht in den schwarzen Zahlen ist – aber interessiert war Direktor Meffert dennoch. Er berichtet:

„Bereits das Raumkonzept erfreut. Ein durchgehaltenes Farbkonzept (bis in die Farbe der Trinkgläser und Stühle, ein gegliederter und dennoch großzügiger Raum mit modern-witzigen Leuchtkörpern. Im Vorraum ein Kiosk, natürlich mit ausschließlich gesundheitsbewussten Snacks und Getränken. Das Essen inhaltlich durchaus wenig extravagant, aber lecker. Dass man das aufwändige zeitnahe Vorbereiten von ausschließlich tagesfrischer Ware zwar gedanklich goutiert, aber nicht unbedingt schmeckt, mag auch an meiner mangelnden Kompetenz liegen.“