Nachdem bereits vor einigen Wochen das Aufstellen eines Automaten im Spindbereich für Spekulationen gesorgt hatte, wurde  nun in den letzten Schultagen mit dem Verkauf begonnen. Aber wer steckt eigentlich hinter dem Projekt? Und was erwartet die Lernerinnen und Lerner?

Bereits Ende letzten Schuljahres hat sich der Kurs des Wahlpflichtfaches Wirtschaft mit der Gründung einer eigenen Schülergenossenschaft beschäftigt. Auslöser dafür war die Auseinandersetzung mit den Grundlagen der Genossenschaften im Unterricht. Es stand schnell fest, dass eine Pausenversorgung –  neben dem Mittagessen in der Mensa –  gesichert werden soll.

Auf dem Weg zu diesem Ziel mussten die Jungunternehmer noch verschiedene  Aufgaben lösen, die eher theoretischer Natur waren: Geschäftsplan, Umsatzplanung, Organigramm und Abteilungsgründung waren nur ein Teil der zu klärenden Fragen. Parallel dazu wurde die Umsetzung des Verkaufs und ein Automat organisiert. Doch auch hier mussten verschiedene Bereiche erst neu erkundet werden: Die Lernerinnen und Lerner erkannten, welche Schritte nötig sind, um schließlich vor einem voll funktionstüchtigen und gefüllten Automaten zu stehen und damit den Verkauf starten zu können.

Die intensive Arbeit hat sich gelohnt: Kurz vor den Weihnachtsferien und damit noch vor der Gründung der Schülergenossenschaft konnte mit einem Probelauf gestartet werden. Allen Mitgliedern der RC-Familie steht nun ein breites Angebot zur Verfügung. Dabei kann man nicht nur zwischen verschiedenen Snacks, sondern auch zwischen verschiedenen Säften wählen.

Die ersten Tage haben gezeigt, dass der Umgang mit dem Automaten erst noch eingeübt werden muss. Hierzu stehen die Lerner des Wirtschaftskurses für Fragen zur Verfügung. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, weshalb die Jungunternehmer auf Rückmeldungen angewiesen sind und Ideen offen gegenüberstehen.

Allen Nutzern des Automaten schon jetzt einen guten Appetit und der zukünftigen Genossenschaft einen erfolgreichen Verkauf!

Die lul der China-AG haben die alte chinesische Schreibart – Kalligrafie ausprobiert.  Zuerst mussten sie selbst Tuschen herstellen, indem sie auf einem speziellen Reibstein mit Tuschenstange und Wasser ausreichend gerieben haben. Dann haben sie jeweils einen Pinsel genommen, zuerst auf altem Zeitungspapier die Grundstriche geübt, später haben sie auf einem vorgedruckten Papier die einfachen Schriftzeichen geschrieben. Kalligrafie vollzieht sich nach strengen Regeln, hohe Konzentration ist gefragt, und richtig atmen muss man dabei auch können.

In China, Japan und Korea hat die Kalligrafie immer noch einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben. In der traditionellen Malerei ist Kalligrafie nach wie vor unverzichtbar. Sehr viele Leute betreiben Kalligrafie als Hobby, weil sie eine besondere Seite der Ästhetik verkörpert, anderseits dient sie zur Charakterbildung und fördert die Gesundheit. Laut Statistik sollten die berühmten Kalligraphen überdurchschnittlich lange gelebt zu haben.

Wir luden ein und viele, viele kamen: "Viertelland" hatte am Raiffeisen-Campus mit neuer Besetzung nach der erfolgreichen Aufführung 2012 eine grandiose Wiederaufnahme unter Leitung von Frau Ingenhoven, die von Johannes Meurer (ehem. FSJler) unterstützt wurde. Das Stück, das auf dem Kinderbuch von Gina Ruck-Paquet basiert, handelt von einem faschistoiden Staat, in dem ein manipulativer Herrscher mit Namen Roboto die Menschen nach Farben sortiert in getrennten Quartieren hält und sie zu Intoleranz und Engstirnigkeit aufhetzt.

Eines Nachts erhebt sich dann aber der kleine Erbs, der eigentlich zu Grünland gehört und folglich nur grün tragen, grün denken und grün träumen soll und macht sich einen roten Punkt auf die Nase. Und seine Rebellion geht auf: Auch die monochromen Mitbewohner finden Gefallen an Buntheit und entwickeln mehr als bloße Toleranz – sie entwickeln sogar ein Gefallen an Mehrfarbigkeit.

Nach der von Emily (Kl. 8) getexteten Hymne auf unsere Schule begannen alle Vorführungen mit dem Lied "Ich bin ich", vorgetragen von den fünften Klassen. Dann begrüßte Schulleiter Meffert die je ca. 250 GrundschülerInnen und besprach mit ihnen den Text des Liedes, das ebenfalls von Einzigartigkeit handelt. Mit einer kleinen Provokation brachte er stets die Zuschauer zum Protest: Er schwindelte, er habe eine Studie gelesen, dass Kinder, die auf roten Sitzkissen Platz nähmen, schon einmal in einer Klassenarbeit geschummelt hätten. Und konnte so den GrundschülerInnen zeigen, wie schnell man Menschen gegeneinander aufbringen kann. Natürlich klärte er rasch über seinen Trick auf und erzählte, wie Zarah Deilami vor zwei Wochen uns aufgetragen hatte: "Redet nicht über Flüchtlinge, begegnet lieber Menschen!" 

Nach dem Stück blieb Zeit für Begegnung und mit einer kleinen Stärkung versehen gingen 1000 Grundschüler an vier Tagen begeistert und vielleicht ein wenig zu Toleranz motiviert nach Hause…

Wie innovativ und spannend Schule sein kann, haben über 500  angehende FünftklässlerInnen und ihre Eltern am vergangenen Samstag, 5.12.2015 am Dernbacher privaten Ganztagsgymnasium Raiffeisen-Campus unmittelbar erfahren können. Sie sind unserer alljährlichen Einladung zum Tag der offenen Tür gefolgt, um das Gymnasium näher kennenzulernen. Schließlich bildet die richtige Schulwahl eine entscheidende Weichenstellung sowohl für den Bildungsabschluss als auch für die berufliche Zukunft des Kindes.

Von 10 bis 14 Uhr  konnten die zahlreichen BesucherInnen den Raiffeisen-Campus als ein außergewöhnliches Gymnasium erleben – eine moderne Schule, die sich durch ein ambitioniertes pädagogisches und didaktisches Konzept auszeichnet: Heutige Lernerinnen und Lerner sollen auf die späteren akademischen und beruflichen Herausforderungen bestens vorbereitet werden. Deshalb gilt es auf dem Raiffeisen-Campus, die Lernerinnen und Lerner mit den Kompetenzen auszustatten, die zur aktiven Mitgestaltung der globalen Zukunft unverzichtbar sind. Davon konnten sich die Kinder und ihre Eltern sowohl beim Austausch mit den FachlehrerInnen und/oder den LernerInnen als auch beim Durchgang durch die einzelnen Fachräume selbst überzeugen.

Ganz wichtig: Viele interessierte Viertklässler und SchülerInnen aus anderen Schulen konnten einen ersten persönlichen Kontakt mit unseren Lernerinnen und Lernern knüpfen – und sie waren von der R-C-Schulfamilie, zu der sie vielleicht auch bald gehören werden, tief beeindruckt.

Und nicht zuletzt dank einer ausgezeichneten Organisation und eines milden Wintertages blicken die BesucherInnen  und das gesamte Team des Raiffeisen-Campus auf einen schönen, kurzweiligen, vor allem aber gelungenen Tag der offenen Tür zurück.

Bis bald am Raiffeisen-Campus!  

 

 

Was ist Widerstand? Mit dieser Frage wurde Physiklehrer Wagner in den letzten Wochen öfter konfrontiert. Denn aktuell  wird in den beiden 8. Klassen im Fach Physik das Thema Widerstand behandelt. Hierbei kristallisieren sich jedoch zweierlei Bedeutungen deutlich heraus: Einerseits gibt es das Bauelement, mit dem die Lernerinnen und Lerner experimentierten und die Gesetze des Stromkreises aus den Messergebnissen gewinnen konnten. Andererseits gibt es die physikalische Größe Widerstand, die berechnet werden soll. Was für ein Durcheinander!

Um die Bedeutung des Widerstandes bei der Stromleitung zu klären, wurde kurzerhand auf theaterpädagogische Elemente zurückgegriffen. So konnten die Lernerinnen und Lerner selber erspüren, wie der eigenen Bewegung (Bewegung des Elektrons) durch eine Gasse (Stromleiter) mit im Wege stehenden Lernern (Atomrümpfe) modellhaft ein Widerstand entgegenwirkt. 

Natürlich macht eine solche Erfahrung Lust auf mehr, und so wurden unmittelbar zahlreiche Fragen, z.B. wie entsteht Hitze beim Laden eines Mobiltelefons? diskutiert und mit dem Modell erklärt. 

Das ist Physik! Beobachten, Beschreiben, Erklären!

In diesen Wochen beschäftigt die Frage Welche Schule soll mein Kind nach Abschluss der vierten Klasse besuchen? viele Eltern. Was kann der Raiffeisen-Campus meinem Kind in diesem Zusammenhang bieten? Was unterscheidet den Raiffeisen-Campus – das private Ganztagsgymnasium in Dernbach – von anderen Gymnasien der Region, die zur Hochschulreife führen?  

Um die zukünftige gymnasiale Schullaufbahn Ihrer Kinder und unserer LernerInnen von Anfang an richtig zu gestalten,  stehen wir Ihnen für Information und Beratung gern zur Verfügung.  Wir laden Sie und Ihr Kind/Ihre Kinder zu unserem Tag der offenen Tür an diesem Samstag, 5.12 2015 von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr herzlich ein. Das Angebot richtet sich insbesondere an Kinder, die ab Sommer 2016 eine weiterführende Schule besuchen möchten und ihre Eltern. Ihr Kind und Sie können Einblicke in das Profil des Raiffeisen-Campus und das innovative  Schulkonzept nehmen: Was sind die Schwerpunkte und Besonderheiten der Schule? Wie und was wird unterrichtet? Wer sind die Lehrer und wie sieht die Schule in Zukunft aus? Ein interessantes Programm mit zahlreichen Aktivitäten für die Kinder und umfassende Informationen für die Erwachsenen zeichnen unseren Tag der offenen Tür aus. 

Auch Realschülerinnen und Realschüler, die zum neuen Schuljahr in die gymnasiale Oberstufe wechseln möchten, sind herzlich eingeladen.

Wir freuen uns, Euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und Eure Eltern bei uns auf dem Raiffeisen-Campus willkommen zu heißen und Euch zu zeigen, wie wir Schule machen.

Und so finden Sie uns!

Ganz so schnell werden die LernerInnen und LehrerInnen des Raiffeisen-Campus (Dernbach),  die SchülerInnen und LehrerInnen der Grundschule Wirges sowie zahlreiche Eltern das faszinierende Live-Event am 4.11.2015 im Bürgerhaus Wirges nicht wieder vergessen. In einer mitreißenden Multivisionsshow „Abenteuer Weltumrundung“, die durch die musikalischen Intermezzi der bezaubernden Sängerin Yma América aus dem Musical „König der Löwen“ choreographisch ergänzt wurde, gab Reiner Meutsch Einblicke sowohl in seine atemberaubende Weltumrundung als auch in sein einzigartiges Bildungsprojekt. 

Der Westerwälder Manager Meutsch ist ein außergewöhnlicher Mensch. Er selbst sieht das nicht so. Doch seine Ideen, Projekte und Leistungen faszinieren Groß und Klein, Alt und Jung gleichermaßen. Im Jahr 2010 verkaufte der erfolgreiche Geschäftsmann sein Reiseunternehmen. Er ließ sich anschließend zuerst zum Piloten und schließlich zum Hubschrauberpiloten ausbilden, um sich dann im selben Jahr einen Lebenstraum zu erfüllen, den er nach eigenen Aussagen von seinem Vater geerbt habe: Eine Weltumrundung. 

Allein schon die Eckdaten dieser spektakulären Weltumrundung lassen aufhorchen:  In knapp 11 Monaten legte Meutsch in einem zweimotorigen Privatflugzeug 100 000 Flugkilometer zurück, überflog und/oder bereiste 77 Länder auf 5 Kontinenten. Auch galt es, harte körperliche Herausforderungen zu bestehen: Fast 20 verschiedene Impfungen musste Meutsch über sich ergehen lassen. Mit seinem Co-Piloten Armin Schief  verbrachte er über 400 Stunden im Cockpit. Und das alles für einen guten Zweck, der in dem Namen seiner 2009 gegründeten Stiftung Fly &Help Niederschlag gefunden hat.

Doch so atemberaubend schön die Welt auch immer  aus der Vogelperspektive sein mochte, so häufig verließ Meutsch bei Aufenthalten am Boden sein Cockpit. Die Froschperspektive, die er dann einnahm, bot ihm die Möglichkeit, die hässlichsten und erschütterndsten Seiten von Armut in Augenschein zu nehmen. Bei zahlreichen Aufenthalten in Afrika, Asien und Lateinamerika wurde Meutsch unwillkürlich Zeuge von desolaten oder ganz fehlenden Bildungsinfrastrukturen und damit von der Perspektivlosigkeit der Kinder. Die erschütternde Realität vor Ort ließ Meutsch schon während der Weltumrundung insgesamt fünf Schulen gründen, und zwar in Ghana, Ruanda, Indien, Indonesien und Brasilien. Das sollte erst den Auftakt eines langfristig angelegten Projektes bilden, das Meutsch inzwischen zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat. Bis 2025 will er 100 Schulen bauen. Doch mit bereits 60 eingeweihten Schulen Ende 2014 und knapp 30 projektierten Schulbauten im Jahr 2015, wird Meutsch dieses Ziel bald erreicht haben.  

Aber was bewegt Reiner Meutsch dazu, sich dieser Aufgabe anzunehmen, welche die verantwortlichen Politiker in den jeweiligen Ländern sträflich vernachlässigen? Wer Meutsch bei seinem Vortrag genau zuhört, wird schnell erkennen, dass sein Bildungsprojekt von einer Vision getragen wird, die sich so beschreiben lässt: Wissen ist – im praktischen wie im metaphorischen Wortsinn – der einzige Rohstoff, auf den sich die Menschheit uneingeschränkt verlassen kann. Bildung ist das einzige Instrument, das den Zugang zu diesem Rohstoff ermöglicht.

Tatsächlich regt Meutsch mit seiner Stiftung Fly & Help zu einem radikalen Umdenken an, das den Herausforderungen eines zunehmend flächendeckenden  Globalisierungsprozesses  gerecht wird: Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben sind ein universales menschliches Gut. Mit anderen Worten: Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung.    

Folgerichtig knüpft Meutsch an jenen Paradigmenwechsel an, worauf unser modernes Leben seit dem 18. Jahrhundert zurückzuführen ist: Bildungsoffensive. Seit 2010 fliegt der Westerwälder noch häufiger um den Globus, um neue Schulen zu gründen oder einzuweihen, aber auch um eine nachhaltige Entwicklung seines Bildungsprojektes zu sichern. Für viele Kinder in den entlegensten Regionen der Welt hat Meutsch stets ein außergewöhnliches Geschenk im Gepäck: Bildung und Zukunft. Und überall wird ihm der Sinn seines Engagements an den „strahlenden Augen der Kinder" bewusst, "die stolz und unendlich dankbar sind, Lesen und Schreiben lernen zu dürfen.“ (Meutsch)

Meutsch ist davon überzeugt, dass die Zukunft der Kinder gerade auch in den Entwicklungsländern  in der Bildung liegt. Den Kindern, für die er heute Schulen baut, traut er die Fähigkeit zu, später den Fortschritt in ihren Ländern zu organisieren und den Menschen vor Ort zum Wohlstand zu verhelfen. Diese Vision verdient Anerkennung, Respekt und vor allem Unterstützung.

Mit seiner Stiftung Fly & Help schreibt Reiner Meutsch bereits ein neues Kapitel in der Bildungsgeschichte der so genannten Entwicklungsländer. Frei von den üblichen ideologischen Diskursen und vor allem ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger handelt Meutsch  als Philanthrop und Humanist aus Überzeugung. Die überaus positive Resonanz auf seine Bildungsoffensive macht deutlich: Seine Botschaft kommt an und sie bewegt viele Menschen. Diese Botschaft lässt sich erfreulicherweise  mit dem pädagogischen Grundsatz des Raiffeisen-Campus überschreiben: Jedes Kind kann die Welt verändern – überall

 

 

Traditionell besuchen die Landtagsabgeordneten am 9. November die Schulen in ihrem Wahlkreis. Dieses Jahr kamen die Politikerinnen Frau Gabi Wieland (CDU) und Frau Dr. Tanja Machalet (SPD) zum Raiffeisen-Campus (Dernbach). Mit den Lernerinnen und Lernern der beiden 9. Klassen diskutierten sie aktuell wichtige Themen im Land Rheinland-Pfalz: Schulpolitik, Polizeigewalt und Flüchtlingspolitik waren einige der zentralen Themen. Die beiden Landespolitikerinnen rotierten in verschiedenen Diskussionsgruppen und standen als kompetente Ansprechpartnerinnen für Fragen, Ideen und allgemeine Informationen Rede und Antwort.

Nachdem die Lernerinnen und Lerner ihre Arbeitsergebnisse vorgestellt hatten, nahmen die Landtagsabgeordneten Stellung zu den genannten Themen. Im Hinblick auf die Schulpolitik wurde Konsens darüber hergestellt, dass ein einheitliches Abitur in Deutschland eingeführt werden sollte, um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Insbesondere zur aktuellen Flüchtlingspolitik hatten die Lernerinnen und Lerner viele Fragen an die beiden Politikerinnen. Wieland und Machalet waren sich einig, dass die Aufteilung der Flüchtlinge geordnet erfolgen müsse,  sie wiesen jedoch darauf hin, dass man sich noch in einem Lernprozess befinde.

Die Landespolitikerinnen integrierten die engagierten Ausführungen der Lernerinnen und Lerner zu verschiedenen Gesetzesinitiativen (Polizei, Bildung, Flüchtlinge) in ihre Antworten und bedankten sich für die guten Beiträge der Kinder.

Der Besuch von Frau Wieland und Frau Dr. Machalet ermöglichte unseren Lernerinnen und Lernern einen direkten Austausch mit Landespolitikerinnen. Am Ende waren sich alle Beteiligten darin  einig, dass sie voneinander gelernt haben. Den beiden Landtagsabgeordneten und unseren Lernerinnen und Lernern der 9a und 9b möchten wir an dieser Stelle herzlich danken.

 

 

 

Flüchtlinge – Fluch oder Segen für Deutschland? Müssen wir Angst vor der aktuellen Situation haben? Wie verläuft die Asylsuche im Westerwald? Was können wir tun, damit es hier gut läuft und eine gute Integration gelingt? Alles Fragen, welche die Lernerinnen und Lerner des Raiffeisen-Campus in Dernbach den zahlreichen Referenten der Diskussionsrunde zu ihrer Themenwoche "Flucht und Vertreibung" stellten. Zu Beginn der Gesprächsrunde präsentierte der Fotojournalist Herbert Piel seine Bilder von Flüchtlingsunterkünften in Rheinland-Pfalz, die er in den letzten Monaten besucht hat. Beeindruckende sowie erschreckende Fotos sahen sich die 230 Lernerinnen und Lerner sowie ihre Lehrer und weitere Gäste in knapp 15 Minuten im Forum an.

Nach diesem emotionsgeladenen Einstieg begrüßte Schulleiter Bernhard Meffert die folgenden Gäste: Frau Zahra Deilami (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim), Herrn Dr. Andreas Nick MdB (CDU), Frau Inge Rocco (Flüchtlingskoordinatorin und Pastoralreferentin St. Peter in Ketten), Herrn Detlef Dillmann (ehemaliger Leiter der Caritas WW-Rhein-Lahn) sowie Herrn Winfried Manns (Gemeinde-und Städtebund RLP).

Kein Flüchtling verlässt ohne Grund seine Heimat. Mit dieser Aussage startete die Diskussionsrunde und jeder der Gäste erklärte aus seiner persönlichen Sicht, aus welchen Gründen er sich vorstellen könnte, aus seiner Heimat zu fliehen. Die verschiedenen Antworten ließen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen, der in dem zentralen Begriff "Freiheit" seinen Ausdruck fand. Krieg und die fehlende Sicherheit im eigenen Land sind auch die Gründe des aktuellen Flüchtlingsstroms.

Doch was ist in der aktuellen Lage konkret zu tun? Diese Frage stellte Schulleiter Meffert den Referenten. Es sei wichtig, nicht über die Köpfe der Flüchtlinge hinweg zu entscheiden, sondern die einzelnen Schicksale sowie die unterschiedlichen Begabungen anzuerkennen, erläuterte Inge Rocco und verknüpfte dies mit einigen Erlebnissen aus ihren täglichen Begegnungen. Die Beachtung der Würde des Menschen, so wie sie im Grundgesetz verankert ist, stand im Zentrum des Gesprächs. Detlef Dillmann betonte, wie wichtig es sei, die Freizeit mit unseren neuen Mitbürgern zu verbringen, mit ihnen z.B. Fußball zu spielen oder anzusehen. Dies fördere, so Dillmann weiter, eine schnelle Integration und erleichtere darüber hinaus das Erlernen der deutschen Sprache.

Auf die Frage einer Lernerin, ob der Zustrom der Flüchtlinge Fluch oder Segen für Deutschland sei, antwortete Winfried Manns, dass es an uns allen liege, mit der Situation umzugehen. Dr. Andreas Nick ergänzte, dass es wichtig sei, dass die Flüchtlinge rasch die deutsche Sprache lernen, hier arbeiten können, einen geregelten Tagesablauf haben und sich in ihrem neuen Wohnort wohlfühlen. Zahra Deilami unterstrich dies und berichtete aus ihren eigenen Erfahrungen: "Wir müssen ganz normal und unverkrampft mit den Neuankömmlingen umgehen. Jeder hat sein Lebenskapital, Respekt und Höflichkeit: Jeder muss dieses Lebenskapital nach außen tragen und auch entsprechend handeln", so Deilami.

Das lange Warten auf eine Registrierung war auch Thema; hier sei aktuell schlicht eine Überforderung festzustellen, sagte Manns. Aber der Bund habe schon einiges auf den Weg gebracht und man müsse abwarten, wie rasch die neuen Regelungen greifen, erklärte Manns. Dillmann zeigte den Lernern zahlreiche Anträge, die "jeder Asylsuchende ausfüllen muss, bevor ihm der Status als "Asylant" zuerkannt wird. Es gilt, zwischen Flüchtlingen zu unterscheiden, die anerkannt sind und solchen, die noch auf die Anerkennung warten." Kritisch betonte er, es sei unbegreiflich, warum die Anträge nur in deutscher Sprache und nicht in der Sprache der Flüchtlinge ausgefüllt werden müssen. Das führe zu zahlreichen Problemen, mahnte er an.

Inge Rocco machte auf das Problem aufmerksam, dass es leichter sei, aktuell Paten für Menschen aus Pakistan oder Syrien zu finden im Gegensatz zu Flüchtlingen aus den Balkanstaaten. Es gebe ihr zufolge in der Bevölkerung einen Unterschied in der Wahrnehmung von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen. Dr. Nick lobte die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer und die Kommunen, die tagtäglich vor Ort für eine reibungslose Organisation des Alltags sorgen. Auf die Frage einer Lernerin, ob wir in Deutschland Angst haben müssten, antwortete der Bundestagsabgeordnete Nick: "Nein, wir haben zwar große Herausforderungen, aber Angst vor der Situation haben, müssen wir nicht. Jedoch bereitet es mir große Sorgen, was das Klima in unserer Gesellschaft angeht. Wir müssen mutig sein, und offen gegen die Hassparolen eintreten. Die Flüchtlinge nehmen uns gewiss nichts weg!"

Einen ganz besonderen Moment stellte das Ende der Diskussionsrunde dar: Die Lerninnen und Lerner des Raiffeisen-Campus schlugen vor, den Flüchtlingen im Kreis aktiv zu helfen. Die Projektleiterin der Themenwoche, Jenny Groß, zeigte sich gemeinsam mit Schulleitung und Kollegium darüber besonders erfreut. So wird dem Wunsch der Kinder gerne nachgekommen, und eine Teilnahme am Nikolauslauf der Firma Münz ist bereits organisiert. "Besser als mit diesem sehr intensiven Projekt, das auch praktische Hilfe für Flüchtlinge in unserer Region hervorbringt, können wir als kleine Schule den Anliegen der Kinder nicht gerecht werden. Die Empathie und das große Interesse unserer Schulgemeinschaft rechtfertigen den Aufwand", sagte die projektverantwortliche Pädagogin Jenny Groß.

Schulleiter Meffert zog am Ende der Veranstaltung ein sehr positives Fazit und freute sich, dass die Themenwoche so viel Anklang und Motivation zur aktiven Hilfe bei den Kindern gefunden hat: "Wir alle haben es in der Hand, dass wir zu einem gelingenden Miteinander beitragen und mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die Integrationsbemühungen mitbegleiten", so Meffert in seinem Abschlussplädoyer.

Im Rahmen des Tages der Generationen besuchten unsere Lernerinnen und Lerner der Klassen 5a und 5b gemeinsam mit Frau Berleth, Frau Maier und Herrn Preußer das AZURIT Seniorenzentrum in Montabaur. Um den Herbst mit all seinen Farben nicht nur in die Zimmer der Senioren und der LernerInnen, sondern auch in ihre Herzen zu bringen, bastelten wir gemeinsam bunte Eulen.

Zuvor hatten unsere LernerInnen und Lerner fleißig leere Toilettenpapierrollen gesammelt und während einer  Klassenleiterstunde in allen nur denkbaren Farben bemalt. Ausgestattet mit den Rollen, buntem Papier, Stiften, Scheren und Kleber, machten sich unsere 45 Lernerinnen und Lerner dann auf den Weg nach Montabaur. Hier warteten schon die Senioren und waren ganz gespannt, was in diesem Jahr gebastelt würde.

Nach einer herzlichen Begrüßung fiel der Startschuss und alle waren eifrig beim Basteln. So vergingen 60 Minuten wie im Flug und ehe man sich´s versah, besiedelten mindestens 60 bunte, kreativ gestaltete individuelle Eulen das Zimmer. Die Freude stand allen  Teilnehmern ins Gesicht geschrieben, als sie mit den Eulen im Gepäck, einem dicken Lächeln im Gesicht und vielen neuen Erfahrungen im Herzen den Raum verließen.

Nach einer kleinen Stärkung bei Kakao und Keksen war man sich einig: Wir  wollen uns wieder sehen und freuen uns schon auf das nächste Jahr!

An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank für die Gastfreundschaft des Seniorenzentrums und die Offenheit der BewohnerInnen und unserer LernerInnen. – Eine tolle Erfahrung!