Seit diesem Schuljahr kommen alle Bücherwürmer und Leseratten am Raiffeisen-Campus noch mehr auf ihre Kosten: Unsere kleine aber feine Bücherecke konnte vor Kurzem ihre Türen öffnen und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit.

In vier Mittagspausen zieht unsere Bibliothek kleine und große Leser an – und das wundert bei dem vielfältigen Angebot kaum: Eine bunte Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern steht zur Verfügung, daneben dürfen aber auch Comics und graphic novels nicht fehlen. Abgerundet wird die Auswahl durch Sachbücher zu den unterschiedlichsten Themen und auch Hörbücher sind zu finden. Und all das können die Lerner in einer netten Umgebung auf bequemen Sofas, Sitzsteinen oder in einem Ohrensessel genießen.

Wir freuen uns sehr, dass die Eröffnung ein so großer Erfolg war. Wir dürfen aber auch schon gespannt in die Zukunft blicken, da die Bücherecke nur der erste Schritt war …

An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank dem Förderverein, der durch seine großzügige Spende die Ausstattung dieses Raumes erst möglich gemacht hat – es ist ein richtiger Wohlfühlraum geworden, der auch eine kleine Ruheinsel im Schulalltag darstellt. Der Förderverein hat aber auch gezeigt, dass ihm Lesefreude und Leseförderung ein Anliegen ist. Vielen Dank!

Unsere Lernerin Keana aus der 6a hat gemeinsam mit einer Freundin in ihrer Freizeit bewiesen, dass sie ein Herz für Tiere hat. Die Rhein-Zeitung informierte in ihrer Ausgabe vom 22.10. ausführlich über dieses vorbildliche Engagement, das wir an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich lobend hervorheben wollen. Schön, liebe Keana, dass Du die Werte unserer Schule auch in der Freizeit so eindrucksvoll lebst!

Wer genau hinschaut, wird auch weiterhin von außen immer wieder kleine Veränderungen am Bau feststellen: In letzter Zeit wurden die ersten Fensterrahmen eingesetzt. Auch die Scheiben stehen schon bereit. Zwar zeigt sich der Herbst noch immer von seiner goldenen Seite, aber wenn der Winter dann kommt, ist der Bau vorbereitet.

Und im Gebäude geht es weiter. Da sich die Details nicht unmittelbar beobachten lassen, geben wir gerne anhand der Bilder einen Eindruck von Innen. Zwar muss noch immer von einem Rohbau gesprochen werden, aber es lässt sich schon erahnen, wie es zukünftig im Gebäude aussehen wird.

Bis bald!

 

Diese Worte sind tatsächlich so im Deutschunterricht in der Klasse 7a bei Frau Maier gefallen – und zwar genau so. Doch warum?

Man stelle sich folgende Situation vor: Man unterhält sich gerade und schon wird man von einem verräterischen Piepen des Handys seines Gegenübers unterbrochen, das eine neue Nachricht  ankündigt. Und der Gesprächspartner ignoriert diese Information nun nicht höflich, sondern zückt das Handy und liest. Auf unseren Einwand hin, ob das denn nun sein müsse, bekommt man eben diesen Satz zu hören: "Reg dich ab!"

So oder so ähnlich haben das sicher schon viele von uns erlebt und darüber, dass dieses Verhalten unhöflich ist, dürfte Einigkeit herrschen. Doch wie wünschen wir uns, dass ein Gespräch geführt wird und viel interessanter: Wie schaffen wir es, unser Gegenüber von unserem Standpunkt zu überzeugen – soll in diesem Fall heißen: Wie schaffe ich es, dass mein Blick auf das Handy nicht strikt verurteilt wird.

Damit beschäftigte sich also die Klasse 7a und hat so nebenbei den Aufbau eines guten Argumentes kennen gelernt und schließlich ganz praktisch im Rahmen einer Fishbowl-Diskussion Überzeugungsarbeit geleistet. Damit wurde nicht nur Grundlagenarbeit im Fach Deutsch geleistet, die Lerner haben vielmehr ein Gespür dafür entwickelt, welche Gesprächsregeln es zu beachten gilt, sie haben für`s Leben gelernt. Spätestens wenn es bei der nächsten Diskussion um mehr Taschengeld oder ein Treffen mit den Freunden geht: Sie haben jetzt das Handwerkszeug, um überzeugend zu argumentieren.

Im Rahmen der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus machte der Grund- und Leistungskurs Geschichte der MSS1 zusammen mit Frau Sieren und Frau Maier eine Exkursion nach Hadamar zur NS-Euthanasie-Gedenkstätte.

Das ist ja mitten im Ort! Dies war die erste bewegende Erkenntnis, die unsere Lerner bereits beim Aussteigen aus dem Bus hatten und damit rückte eine zentrale Frage von Beginn an in den Fokus: Wie konnten diese Verbrechen mitten in der Gesellschaft und damit de facto vor allen Augen geschehen?

Der anstehende Studientag sollte darauf Antworten liefern und doch wurde immer wieder inne gehalten, als die Morde in dieser Tötungsanstalt geschildert wurden und einzelne Schicksale greifbar wurden: 15000 Menschen wurden von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer zu verurteilenden Rassenhygiene und Rassenideologie hier ermordet. Besonders der Gang durch den dortigen Keller mit der Besichtigung der Gaskammer und des Verbrennungsofens hinterließ bei den Lernern einen tiefsitzenden Eindruck und führte ihnen die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes vor Augen.

„Mensch, achte den Menschen“ – diese Aufforderung ist nicht nur auf einem Stein in der Gedenkstätte, der auf dem Friedhof steht, zu finden, diese Aufforderung nahmen wir alle von diesem sehr bewegenden Tag in Hadamar mit, verbunden mit der Aufgabe für uns alle: Nie wieder!

Trinkwasser ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen sowie eine der wertvollsten Ressourcen unserer Zeit. So ist es kein Wunder, dass dieses Lebensmittel hohen Gütekriterien genügen muss und regelmäßig auf seine Inhaltsstoffe untersucht wird. Besonders die im Wasser gelösten Ionen, also die Bestandteile von Salzen, sind nicht unerheblich für den Geschmack oder den Härtegrad von Wasser und daher in ihrer Zusammensetzung auf jedem Mineralwasseretikett zu finden. Zur Identifizierung dieser Bestandteile benötigt man spezielle und eindeutige Nachweisverfahren.

Genau mit diesem Aspekt der Chemie, der so genannten quantitativen Analyse, hatten sich die Lernerinnen und Lerner in den Chemiegrundkursen von Frau Sun und Herrn Wenzel befasst. Nach einigen Stunden zu theoretischen Grundlagen galt es nun kurz vor den Herbstferien, auch die praktische Anwendung der gewonnenen Kenntnisse unter Beweis zu stellen. So konnte sich Jeder aus einer Vielzahl an äußerlich kaum zu unterscheidenden, weißen Pulvern eine unbekannte Salzprobe auswählen und diese genauer untersuchen. Auch wenn dieses Verfahren in Chemikerkreisen gerne scherzhaft als "Ionenlotto" bezeichnet wird, hat es doch wenig mit dem populären Glücksspiel gemein. Verschiedene Analysemethoden mussten geschickt kombiniert und in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden, um die korrekte Zusammensetzung des erhaltenen Salzes zu ermitteln.

Gab man Salzsäure zu einer Probe und erhielt eine schäumende Gasentwicklung, hatte man erfolgreich Carbonat-Ionen, die speziell für die Wasserhärte verantwortlich sind, nachgewiesen. Auch Kochsalz (Natriumchlorid) ist nicht selten in gelöster Form und besonders reichlich im Meerwasser enthalten. Während sich die Natrium-Ionen noch durch eine gelbe Färbung der Bunsenbrennerflamme gut nachweisen ließen, war die Identifizierung von Chlorid-Ionen schon deutlich aufwändiger. Bildete sich bei Zugabe von Silbernitrat zur gelösten Probe ein weißer, trüber Niederschlag, den man mit Ammoniakwasser wieder auflösen konnte, so war Chlorid enthalten. Damit bei so vielen Nachweisen und Chemikalien nichts durcheinander gerät, wurde das Vorgehen sorgfältig in einem Protokoll festgehalten.

Das anfängliche Lampenfieber im Angesicht dieser komplexen Herausforderung verflog schnell im Fluss der praktischen Arbeit. So stellte sich auch bald heraus, dass die meisten Lernerinnen und Lerner den Hauptgewinn im "Ionenlotto" gezogen hatten und die richtige Bestimmung ihrer Probe als sichtliches Erfolgserlebnis verbuchen konnten.

Echte Hochschulreife ist kein Zustand, der am Tag der Abiturfeier plötzlich erreicht wird. Deshalb lädt der Raiffeisen-Campus immer wieder Gäste ein, die die Hochschule schon jetzt in das Leben der Lernerinnen und Lerner der Mainzer Studienstufe (MSS) hineintreten lassen. Die ihnen verdeutlichen, dass das Leben nach der Schule nicht ein Ende, sondern eine Weiterentwicklung des Lernens in der Schule beinhaltet. Personifiziert wurde dies am 24. Oktober von Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, der als Lehrstuhlinhaber für Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar ganz offensichtlich sehr gerne nach Dernbach gekommen war, um ein Missverständnis im Blick auf die Philosophie sofort auszuräumen: Die Philosophie, so Zabororowski, ist kein abstraktes Wissen, sie ist ein aktives Tun. Und ihre Relevanz ist auch nach über zweitausend Jahren abendländischer Philosophiegeschichte ungebrochen hoch.

Am Beispiel der aktuellen Debatte um das Dilemma eines Jet-Piloten, der ein Passagierflugzeug abschießen müsste, um ein Fußballstadion voller Menschen zu retten, wurde schnell klar, dass Zaborowski wie der Urvater aller Philosophen Sokrates eine dialogische Philosophie pflegt und so kam er sehr schnell mit den LernerInnen ins Gespräch. So musste Schulleiter Meffert mit Blick auf das nahende Unterrichtende noch manche Frage unbeantwortet lassen, bevor er mit einer Flasche Raiffeisen-Campus Apfelsaft sehr herzlich für den interessanten Besuch dankte. 

Bis vor Kurzem lag der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union mitten im Westerwald in Kleinmaischeid – und damit unweit vom Raiffeisen-Campus entfernt. Um seine Lernerinnen und Lerner dementsprechend fit für Europa zu machen, stellte Herr Deinert der Schulgemeinschaft bei der letzten Schulversammlung die Aufgaben und Teilnahmebedingungen des diesjährigen Europäischen Wettbewerbs vor. Das Motto lautet: „In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“

Die Aufgaben befassen sich mit europäischen Festen oder Kleidungen. Europäische Kunst- und Musikwerke stehen im Fokus weiterer Aufgaben, z.B. Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und Kandinskys „Das bunte Leben“. Auch die politische Dimension Europas kommt nicht zu kurz. Alle Aufgaben können als Bild, Video, Text, Collage oder in allen sonst denkbaren Formen bearbeitet werden. Neben den vielfältigen Lernerfahrungen und der Europakompetenz lockt der Wettbewerb zudem mit zahlreichen tollen Preisen, wie Fahrten nach Brüssel, Berlin oder Straßburg.

Der Europäische Wettbewerb ist somit eine Gelegenheit, einmal Europa auf seine ganz eigene Weise zu entdecken. Wer dies tun möchte, kann sich an Herrn Deinert wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.europaeischer-wettbewerb.de

Schon Pestalozzi wusste, dass ganzheitliches Lernen nicht nur mit dem Kopf stattfindet, sondern auch Hand und Herz mit einschließt. So bekamen die Lernerinnen und Lerner in den Grundkursen Biologie von Frau Berleth und Herrn Wenzel die Gelegenheit, sich dem Thema "Organsysteme des Menschen" nicht nur theoretisch zu nähern, sondern auch Hand an ein echtes Schweineherz zu legen.

Schon die äußere Betrachtung brachte zunächst die Köpfe zum Rauchen, als es beispielsweise darum ging, die Lage der etwa faustgroßen Herzen im Körper herauszufinden und die verschiedenen zu- bzw. abführenden Blutgefäße richtig zuzuordnen. "Wo ist denn noch einmal vorne, welcher Teil liegt dann links bzw. rechts und welche dieser ‚Schläuche‘ sind jetzt die Arterien oder Venen?" – solche Fragen schwirrten emsig durch den Raum. Mit Hilfe eines Glasstabs, der in die Gefäße geschoben wurde, konnten jedoch bald Vorhöfe und Kammern richtig identifiziert werden. Auch die Herzkranzgefäße, deren Verstopfung oder Verschluss die Hauptursache für Herzinfarkte darstellt, waren gut erkennbar.

Um herauszufinden, wie das Herz einen gerichteten Blutfluss gewährleistet, galt es nun handgreiflich zu werden und einen Blick in das Innere freizulegen. Sorgfältig wurde mit einem Skalpell das Herz seitlich aufgeschnitten und aufgeklappt. Aufmerksamen Beobachtern fiel sofort auf, dass die linke Kammermuskulatur viel stärker ausgeprägt ist als die rechte, da von dort aus das Blut über die Aorta mit hohem Druck im ganzen Körper verteilt wird. Doch was waren die seltsam weißen, fädigen Strukturen in den Hauptkammern? Hier half ein selbst gebasteltes Modell schnell auf die Sprünge: Bei den entdeckten Strukturen handelte es sich um die Segelklappen, welche beim Zusammenziehen der Hauptkammern verhindern, dass das Blut zurück in die Vorhöfe gepresst wird, sondern stattdessen in die Lungen- und Körperarterien gelangt. Auch an den Ausgängen zu den Arterien waren ventilartigen Strukturen zu finden, die so genannten Taschenklappen. Diese sind zwar etwas anders gebaut, sorgen aber zusammen mit den Segelklappen in einem gut koordinierten Zusammenspiel dafür, dass das Blut in einem klar gerichteten Kreislauf fließt. Einige geschickte Präparatorinnen und Präparatoren entdeckten sogar, dass die Herzscheidewand zwischen den Vorhöfen nur hauchdünn ausgebildet ist. Dieses ovale Fenster, welches erst nach der Geburt zuwächst, ermöglicht bei ungeborenen Kindern, dass das Blut direkt vom rechten in den linken Vorhof gelangt, da die Lunge im Mutterleib ja noch nicht belüftet ist.

Obwohl sorgfältig gearbeitet wurde, stellte  die Orientierung während der Präparation die größte Herausforderung dar und so blieb auch die entscheidende Erkenntnis, dass ein solches Organ im Original deutlich komplizierter und weniger übersichtlich gebaut ist, als ein Modell oder eine Filmanimation zunächst erahnen lässt. Auch zunächst skeptische oder zurückhaltende Lernerinnen und Lerner wagten sich interessiert immer näher heran und stellten fest, dass man zwar nicht unbedingt selbst Hand anlegen muss, aber ein Unterricht mit Herz auch den Kopf gehörig fordert.

Dass es bei Vorgangsbeschreibungen auch „köstlich“zugehen kann, hat jüngst die Klasse 7b mit ihrer Deutschlehrerin Frau Groß bewiesen. Zusammen mit Frau Sun (Chinesisch AG) wurde die traditionelle chinesische Speise Wan-Tan in der Mensa hergestellt und verzehrt.

Anschaulicher und kreativer kann eine Vorgangsbeschreibung nicht sein. So fiel es den Lernerinnen und Lernern nach der intensiven Vorbereitung leichter, eine schriftliche Ausarbeitung dessen zu formulieren, was sie vorher in der Praxis eigenhändig erprobt hatten. Mit Bildern und kleinen Videos konnten sie sich in der nächsten Deutschstunde das Experiment auch noch einmal vor Augen führen.

Ob für Fleisch-oder Gemüseliebhaber, die Füllungen der Wan-Tans ließen keine Wünsche offen, wurde doch darauf geachtet, dass jede Lernerin und jeder Lerner in ihren / seinen Geschmack kommt. Über diesen kleinen Kochkurs im Deutschunterricht haben sich alle Beteiligten sehr gefreut!