Den Raiffeisen-Campus funkte Frau Kallfelz am Donnerstag um 15:30 Uhr unserer Zeit aus 0.00855° östlicher Länge und 42,97655° südlicher Breite an: Alle Lernerinnen und Lerner waren in heller Aufruhr. Einige LernerInnen konnten an Frau Kallfelz Fragen stellen, welche sie dann live beantwortete. Frau Kallfelz selbst berichtete in ihrem Blogeintrag Folgendes:

Um 14:30 UTC rufen wir das priv. Gymnasium in Wirges an. Auch dort wartet eine muntere Truppe. Die Kinder haben noch ein paar Fragen und Aufträge: Ob ich in einem Hochbett schlafe, ob es in der Antarktis Reptilien gibt und ich soll eine alte Seemannskarte beibringen. Der Mathelehrer hätte gern etwas über Seemannsknoten von mir.

Mit großer Freude und herzlichem Dank wünschen wir Frau Kallfelz weiterhin alles Gute auf ihrer Expedition in die Antarktis!

Unter dem Begriff der Ganztagsschule sammeln sich in Deutschland sehr unterschiedliche Modelle, viele verdienen den Titel der Ganztagsschule nicht, weil sie Kinder über den eigentlichen Unterricht nur kostengünstig betreuen.

Unter der prägnanten Überschrift „Wenn der Betreuer nicht bruchrechnen kann, ist er keine Hilfe“ berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ) dieser Tage von den qualitativen Unterschieden. Wir am Raiffeisen-Campus leben die unseres Erachtens beste Form echter Ganztagsschule. An acht Stunden am Tag plus Pausenzeiten kümmern sich ausschließlich qualifizierte Lehrer um die Lernerinnen und Lerner und können so auch wirklich helfen, wenn es Probleme gibt. Natürlich ist diese Lösung für den Träger, die Raiffeisen-Campus eG teurer, als wenn man Betreuungskräfte mit der Aufsichtsführung in Lernzeiten etc. betreut. Aber dieses Geld ist gut investiert. Denn nicht nur die Lernerinnen und Lerner profitieren von dem engen Kontakt zum Team, sondern auch das Lehrerteam. Denn die Lernzeiten und Arbeitsgemeinschaften wie auch die Mittagspausen geben Gelegenheit, unsere Sextaner besser kennen zu lernen. Und genau das vermissen viele Pädagogen, die im 45-Minuten-Takt von Klasse zu Klasse hetzen. Doch lesen Sie selbst die Einschätzung der SZ-Journalistin Martina Scherf.

Die Lerner und Lernerinnen vom Buchclub wählen mehrheitlich aus dem breiten Repertoire von selbst vorgestellten und derzeit zu Hause bzw. im Campus gelesenen Büchern Charlie Higson`s „James Bond Golden Boy“ zum Buch der Woche. Damit fand das derzeit gelesene Buch von Jannes den meisten Anklang.

Wirges ist ein guter Lernort für den Raiffeisen-Campus, aber an manchen Tagen gibt es bessere. Zum Beispiel, wenn es darum geht, die Vielfalt physikalischer Phänomene nicht in der Theorie, sondern in viele spannenden Mitmachexperimenten kennen zu lernen. Deshalb machten sich die Lernerinnen und Lerner am Raiffeisen-Campus am 7.12. mit einem besonders schönen Reisebus der Fa. Königs-Reisen auf den Weg nach Lüdenscheid zur Phänomenta. An Bord begrüßte uns der routinierte Buspilot Herr Beuler, der uns nicht nur mit den Besonderheiten des 440PS starken und 16t schweren Reisebusses vertraut machte, sondern mit einer Karaoke-DVD zum Mitsingen von Adventsliedern einlud. Die Zeit verging deshalb wie im Flug, auch deshalb, weil von der ersten bis zur letzten Reihe viele fleißig Fröbelsterne für die Weihnachtskarten des Campus bastelten, selbst Schulleiter Herr Meffert wurde vom geduldigen Sitznachbarn Herrn Wagner in diese Kunst eingeweiht.

Pünktlich um kurz vor 10Uhr erreichten wir Lüdenscheid und Herr Wagner machte als Projektleiter die Sextaner mit dem Auftrag zur Erkundung des auf vier Stockwerken verteilten Lernfeldes vertraut. Jeder und jede bekam ein auf einem Klemmbrett fixiertes Arbeitsblatt, das dazu verpflichtete, mindestens ein Experiment besonders genau zu erkunden und in einem beschreibenden Text und einer Skizze zu dokumentieren. Die Experimente umfassen die Aspekte Optik, Mechanik, Elektrik, Akustik, Pneumatik und Hydrostatik. Allen Leserinnen und Lesern, die gerne mitgefahren wären, empfehlen wir zum einen einen weiteren Besuch (Lüdenscheid ist ca. 90′ von Wirges entfernt), zum anderen erhalten Sie einen detaillierten Einblick auf der Homepage der Phänomenta Lüdenscheid.
Nach gut zwei Stunden sammelten sich alle wieder im Foyer und wie spannend die Zeit in der Phänomenta war, zeigte sich auch darin, dass Herr Wehler mehrfach die Stockwerke durchkämmen musste, um alle wieder ins Foyer zu bringen.
In der schön eingerichteten Cafeteria durften wir freundlicher Weise unsere Lunchpakete verzehren, bevor wir zurück an Bord unseres Busses gingen, wo Herr Beuler uns sicher nach Wirges zurückbrachte. Die Aufzeichnungen aus der Erkundung werden im naturwissenschaftlichen Unterricht von Frau Hartung ausgewertet. Noch wichtiger als die Erinnerung an das konkrete Experiment ist die Erfahrung, dass die Physik zahlreiche spannende Anregungen bietet. Wenn das Fach auf diese Weise in den Augen der Lernerinnen und Lerner heute an Attraktivität gewonnen hat, dann war Lüdenscheid auf jeden Fall eine Reise wert.

Der 6. Dezember war auch am Raiffeisen-Campus ein besonderer Tag. Alle Lernerinnen und Lerner machten sich auf den Weg, um den älteren Menschen im Azurit-Seniorenheim in Montabaur ein Dankeschön für die Plätzchenbackaktion der vergangenen Woche zu sagen. Nach einer fleißigen Generalprobe unter Leitung von Frau Ingenhoven packten die Musikerinnen und Musiker ihre Instrumente und alle LernerInnen die Geschenke ein und fuhren mit dem Bus nach Montabaur. Dort wurden sie von einem leibhaftigen Nikolaus und zahlreichen Seniorinnen und Senioren in einem festlich geschmückten Saal empfangen. Nach einem gemeinsamen Lied mit dem Chor des Raiffeisen-Campus, der von Vivienne (Blockflöte), Philipp und Raphael (Gitarre) und Emma (Violine) begleitet wurden, trugen Amira, Angelina und Tabea ein dreistimmiges Querflötenstück vor. Dann rezitierten Luca und Elias ein Gedicht (das zweite Gedicht von Theodor Storm  wurde von einer Seniorin fehlerfei aufgesagt und musste deshalb unsererseits aufs nächste Jahr verschoben werden) und Cosima spielte, begleitet von Frau Ingenhoven und Herrn Meffert, auf der Klarinette  ein englisches Weihnachtslied vor. Danach überreichten die 34 Sextaner den Bewohnerinnen des Azurit-Seniorenheimes ihre Geschenke. Jeder und jede erhielten eine Flasche Raiffeisen-Campus-Apfelsaft, verziert mit einem mit Projektleiterin Frau Hartung gebastelten Fröbelstern und eine Packung der in der letzten Woche mit den Seniorinnen und Senioren gebackenen Plätzchen. Herr Meffert dankte den Bewohnerinnen und Bewohnern und ihren Betreuern für den herzlichen Empfang und den reichen Applaus und dem Nikolaus, der anschließend seinerseits die Lerner mit Plätzchen für den Heimweg ausrüstete. Eine Raiffeisen-Campus Aktion, wo niemand am Ende so recht wusste, wer denn jetzt eigentlich wen beschenkt hatte… 

Im übrigen: Wenn Sie sich zu Weihnachten beschenken wollen und zugleich sozial Schwächere in unserer Gesellschaft unterstützen wollen: Verschenken Sie doch auch unseren Apfelsaft, dessen Erlös der Tafel in Montabaur/Wirges zugute kommt. Er ist erhältlich bei Getränke Schenkelberg in Siershahn und der Buchhandlung Meurer in Wirgers. Vielen Dank!

Warum haben wir Pädagogen die Sendung der Katharina Saalfrank nicht häufiger geschaut? Waren wir von ihrer Pädagogik genervt? Nein. Die gebürtige Limburgerin (*1971) Saalfrank hat (zumindestens in der ersten Staffel, als wir Berufskollegen mit eher didaktischem Schwerpunkt häufiger einschalteten) ihre Sache gut gemacht, in Umfeldern, die uns später das Einschalten immer schwerer machten, weil wir die Erziehungslosigkeit und das Chaos in den Familien, die sie porträtierte, schwer ertragen konnten und auch (berechtigte) Zweifel an der Legitimität der Darstellung und der Motivation der (meisten) Zuschauer bei RTL bekamen. Dieser Tage hat auch die 41jährige Diplompädagogin selbst Zweifel bekommen und gekündigt, weil sie zu starke Eingriffe in ihr pädagogisches Handeln seitens des Senders RTL beobachtete.

Aber ihr Credo: „Kinder brauchen Erwachsene um sich, die ihnen das Gefühl geben: So wie ich bin, bin ich okay. Ich werde geliebt – auch wenn ich eine Scheibe einwerfe oder ein Schimpfwort sage. Sie brauchen jemanden, der klar Stellung bezieht, aber sie brauchen auch das Vertrauen, dass dieser Mensch sich nicht abwendet.“ (Welt online, 24.5.2010) ist bei uns mehrheitsfähig. Sie plädiert für Liebe und Konsequenz, eine Balance, die auch wir am Raiffeisen-Campus allen Eltern empfehlen.

Im (hoffentlich seltenen) Konfliktfall mit einem klaren Primat der Liebe vor der Konsequenz. Das Statement „Glückliche Kinder brauchen starke Eltern“ der Katia Saalfrank (gleichzeitig auch der Titel eines ihrer Bücher) ist schlichtweg wahr und ihre Kündigung bei RTL ein Zeichen ihrer persönlichen Integrität. Finden wir…

macht sich der Raiffeisen-Campus in diesen Tagen auf den Weg. Frau Hartung hatte den Kontakt zur Bad Bodendorfer Kollegin geebnet und Frau Kallfelz unseren Lernerinnen und Lernern über die spannendste Reise ihres Lebens berichtet. Die SextanerInnen gaben der Diplom-Biologin zahlreiche Fragen mit auf den Weg und warten jetzt gespannt auf erste Antworten, die u.a. im Blog des Pfalzmuseums zu lesen sein werden. Die Rhein Zeitung berichtete jetzt auf Seite 3 in einem großen Artikel von der Expedition ins ewige Eis und erwähnte auch unsere Schule als Teilnehmer der Aktion. Die Wochenberichte des Fahrtleiters und der Kursplot sind auf der Homepage des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung zu finden.

Der Dezember mag trist werden, der Schulhof des Raiffeisen-Campus ist es dank der großzügigen Spender der Gründungsfeier nicht mehr. Seit heute ist unser neuer Basketballkorb einsatzbereit und alle Lernerinnen und Lerner freuen sich über diesen neuen Bewegungsprovokateur… Und wie wichtig Bewegung für Fünftklässler ist, merkt man in jeder Hofpause. Ab sofort wollen also viele der SextanerInnen in jeder Hofpause hoch hinaus. Dass die Ziele erreichbar sein müssen, ist Grunderkenntnis eines jeden guten Pädagogen. Und so hat Dr. Feld als Vorstand des Trägers dafür gesorgt, dass dieses neue Sportgerät eine angemessene und nicht unrealistische Herausforderung bietet – der Korb ist nämlich höhenverstellbar. Und damit die sportliche Übung nicht zur Pantomime wird, hat Herr Meffert nicht ganz uneigenützig zwei neue Bälle gestiftet, einen gelben für die Fußballer und einen blauen für die Basketballer, natürlich sind beide aus Schaumstoff und deshalb ungefährlich, auch für aufsichtsführende Schulleiter…

So wie Raiffeisen verstanden hatte, dass reiche und arme Bauern voneinander profitieren können, so leben wir am Raiffeisen-Campus immer wieder das Miteinander der Generationen. Bei allen Veranstaltungen zunächst mit der Generation der Eltern und Lehrer, am 29. November jedoch war es die Generation der heutigen Senioren, von der die Lernerinnen und Lerner profitierten.

Ein Trupp rüstiger Seniorinnen und Senioren aus dem Seniorenheim in Montabaur war nämlich an den Campus gekommen, um unseren Lernerinnen und Lernern ihre kostbaren Geheimnisse im Plätzchenbacken zu offenbaren. Und während die einen mit den Senioren backten, bereiteten die anderen musikalische, literarische und künstlerische Geschenke vor, denn in der nächsten Woche wollen wir uns mit einer kleinen Nikolausfeier bei unseren Koch- und Backprofis bedanken. (auch siehe Pressemitteilung des Azurit Seniorenzentrums Montabaur)

Und so profitiert mal wieder die eine Generation von der anderen. Wie so oft. Passt gut zum nahenden Fest der heiligen Familie, finden wir…

Mathe macht Spaß – auch wenn der eine oder andere Erwachsene diesen Satz nicht von seiner Erinnerung gedeckt sieht: Der Raiffeisen Campus schafft in jedem Fach reizvolle Ergänzungen zum Fachunterricht. Eine solche Aktion ist auch der Mathekalender „Mathe im Advent„, der Viert- bis Sechstklässer einlädt, mit Freude mathematische Knobeleien zu lösen. Ausgerichtet wird die spannende Aktion von der Deutschen Mathematikervereinigung. Unsere SextanerInnen haben sich mit Herrn Wagner beim Wettbewerb angemeldet und freuen sich jetzt darauf, ab dem 1. Dezember jeden Tag ein mathematisches Türchen zu öffnen.

Sie sind neugierig geworden und auch wenig neidisch, dass Sie nicht zur Zielgruppe dieses Wettbewerbs gehören? Hier können Sie sich einen „Spaßaccount“ zulegen und schauen, ob Sie gegen Ihren Sohn und Ihre Tochter bestehen könnten. Nur für den Fall, dass Sie um Hilfe gebeten werden…