Im naturwissenschaftlichen Unterricht am Raiffeisen-Campus geht es auch darum, Modelle zu entwickeln, zu bauen und zu optimieren, um den Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion darzustellen. Wir halten solche Unterrichtsinhalte für besonders wichtig, weil Deutschland als rohstoffarmes Land nur über die Kreativität seiner Ingenieurinnen und Ingenieure weiter wirtschaftlichen Erfolg haben kann. Es geht in dieser Berufsgruppe natürlich auch um solide Kenntnisse – entscheidend ist aber die Fähigkeit, ein Problem kreativ und technisch gelungen zu lösen.

Genau deshalb veranstalteten wir in Kleingruppen einen Wettbewerb: Sieger waren die Gruppen, die es schafften, ein rohes Ei einen Sturz aus einem Meter Höhe überstehen zu lassen. Hilfsmittel dazu waren ausschließlich drei Bögen Papier, ein Bogen Karton, Schere und Kleber sowie die entsprechende Flugtechnik … Das wir einige Verluste zu beklagen hatten, sei nicht verschwiegen. Gewonnen haben aber alle – an Erkenntnis, an Freude am Expermiment und an Teamfähigkeit. Manche darüber hinaus auch noch an Frustrationstoleranz. Leider.

Am 21.6.2012 erkundeten unsere Lernenden in Begleitung der NaWi-Lehrenden Herrn Dr. Feld und Frau Hartung sowie Herrn Wehler den nahegelegenen Wald bei Siershahn.

Nachdem wir gemeinsam dort hin gewandert sind und uns gestärkt hatten, wurden wir von Herrn Jacoby vom Forstamt Wirges fachkundig durch den dortigen Waldabschnitt geleitet. So erfuhren die Lernenden von der Bedeutung des Waldes für den Menschen, den Unterschieden von Nadel- und Laubwäldern, unterschiedlichen Baumarten und, dass der Beruf des Försters mit der Fernsehidylle wenig gemein hat. Außerdem lernten unsere Lernenden, dass das Grüne der Eibe giftig ist, dass Zecken Borreliose und FSME verbreiten und, dass Orchideen, wie das Knabenkraut, zu den geschützten Arten gehören.

Im Anschluss daran bekamen die Lernenden die Gelegenheit, Pflanzenmaterial zu sammeln, welches sie dann mit auf den Weg in den Campus nahmen und dort mit dem Ziel eine Pflanzensammlung zu erstellen pressten.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Herrn Jacoby – spätestens wenn der neue Walderlebnispfad fertig gestellt ist.

Der Raiffeisen-Campus will Leistung fördern und fordert sie auch. Weil wir wissen, dass Kinder den Wettbewerb – wenn sportlich-fair ausgetragen wird – auch zu schätzen wissen und mit Niederlagen häufig besser zurecht kommen als Erwachsene, wehren wir uns gegen Kuschelpädagogik und Verunklarung von Leistungsunterschieden. Gleichzeitig bringen wir jedem Lerner und jeder Lernerin den Respekt entgegen, den jeder Mensch verdient, auch und besonders weil schulische Leistungen bei weitem nicht das einzige und wichtigste Kriterium für einen Menschen sein sollen. Aus diesem Grund schrieb Schulleiter Meffert einen Leserbrief, um den durchaus geschätzten Kollegen Hoefs zu kritisieren, der Noten pauschal als "Quatsch" bezeichnet hatte.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich das FSJ-Team Janek und Jacqueline in ihre neue Zukunft. Nach einem Jahr freiwilligen Einsatzes am Raiffeisen-Campus gehen die beiden nun unabhängig voneinander in ihr Studium.

Janek und Jacqueline waren ein wichtiges Rad im Getriebe unseres innovativen Schulprojektes während des gesamten ersten Jahres. Sie wurden zu einem Teil der Schulgemeinschaft, weshalb der Abschied von den beiden kein leichter war.

Wir werden die beiden als liebevolle Kleinkindbetreuer, Unterstützer in der Schulverwaltung, im Unterricht, bei Pausen und Ausflügen, und als Projektverantwortliche bei Schulen machen Zirkus und Trainer beim täglichen Fußballspiel sehr vermissen.

Mit Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen, besten Wünschen für ihre Zukunft und einem herzlichen DANKESCHÖN verabschieden wir Jacqueline Kuch und Janek Wehler. 

Nach zwei-wöchiger Erholungspause ist die Schulverwaltung des Raiffeisen-Campus‘ ab morgen wieder besetzt. Wir freuen uns auf Ihren Anruf / Ihre Email/ Ihren Besuch und natürlich besonders auf den Schulstart mit zwei Jahrgängen am 13. bzw. 15. August 2012.

Der Raiffeisen-Campus legt großen Wert auf die Elternarbeit, weil wir wissen, dass Bildung niemals gegen das Elternhaus gelingen kann und Erziehung niemals gegen die Schule. Deshalb freuen wir uns, wenn wir immer wieder positive Rückmeldungen von Eltern erhalten. Dieses hier wollten wir Ihnen nicht vorenthalten:

„Bei der Gelegenheit möchte ich mich sehr herzlich bei allen (Lehrern, FSJlern und Sekretärin) für das tolle letzte Schuljahr bedanken. Unsere Erwartungen sind deutlich übertroffen worden. Das Engagement, das deutlich über das professionelle hinausgeht und von Berufung zeugt, war unglaublich. Ich hoffe, dass Sie sich alle gut pflegen, selfe care ist wichtig, sonst brennt man aus. Das beste Kompliment ist wahrscheinlich die Aussage, die unser Sohn gestern Abend getroffen hat „Schade, dass das Schuljahr zu Ende ist!“. Und das von einem Kind, das immer der Meinung war „Schule ist doof!“

Voller Dankbarkeit begingen die Lernenden, Lehrenden und Eltern des Raiffeisen-Campus den letzten Tag im ersten Jahr. Zunächst pilgerten Lernende, deren Eltern und Lehrende gemeinsam zum Gottesdienst in die Martin-Luther-Kirche Wirges. Dort feierten alle den von Schulleiter Herrn Meffert und Schulpfarrer Herrn Dr. Feld gestalteten ökumenischen Schuljahresdankgottesdienst.

Zurück im Campus hatten die Lernenden die letzte Gelegenheit, in ihrem Klassenraum "klar Schiff zu machen". (Woher dieser Ausspruch kommt, wissen alle spätestens seit der Polarsternexpedition von Frau Kallfelz.) Anschließend gab Jahrgangsleitung Frau Hartung die Zeugnisse aus.

Schließlich verabschiedeten sich die Lernenden liebevoll vom FSJ-Team Janek und Jacqueline: Im Kanon sangen sie das umgedichtete Morgenlied und einige Lernendenvertreter überreichten Geschenke verbunden mit Dankesworten von Lerner- und Elternschaft.

Zum Höhepunkt des letzten Schultages im ersten Jahr des Raiffeisen-Campus‘ schauten alle gemeinsam eine Filmpremiere über genau diesen. Schließlich gingen alle voller Dankbarkeit und Stolz verbunden mit Wehmut über das bereits vergangene erste Jahr und Abschiedsschmerz von diesem tollen FSJ-Team mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Ferien.

Am fünften Tag der Generationen statteten die Lernenden des Raiffeisen-Campus‘ den BewohnerInnen vom Azurit-Seniorenzentrum Montabaur einen Gegenbesuch ab, um herauszufinden, ob sich Schule von früher zu heute gewandelt hat. Die Lernenden in Begleitung von Frau Hartung, Frau Maier und dem FSJ-Team wurden mit Plätzchen und Getränken von den BewohnerInnen und deren Betreuern Frau Wick und Herr Goebels herzlich empfangen. Der Techniker Herr Schmidt machte es möglich, dass die Lernenden, gestützt durch Musik und Visualisierungen, Highlights aus dem Unterricht des vergangenen Schuljahres vorstellen konnten. Somit war die Grundlage für die anschließenden Gespräche zwischen Jung und Alt gelegt: In Kleingruppen und mit Hilfe von vorbereiteten Gesprächsimpulsen kam die Generation 10+ mit der Generation 60+ über Schule früher und heute ins Gespräch. Am Ende waren sich alle einig, dass sich Schule tatsächlich gewandelt hat.

Zurück im Campus sammelten wir zunächst die Eindrücke der Lernenden über Schule früher: "Mich hat überrascht, dass früher kaum Ausflüge gemacht wurden, dass die Kinder Kilometer weit zur Schule durch Felder laufen mussten und dass es keine Hefte gab: die Lehrer und Lerner haben alles aus dem Kopf gemacht." so einige Lernenden später. Schließlich erfuhren alle, dass sich Schule in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat. Es lag nahe, aus dem Blick in die Vergangenheit einen ebensolchen in die Zukunft abzuleiten. Deshalb zeichneten die Lernenden als Klasse ein Zukunftsszenario: Schule im Jahr 2157.

Die Tage der Generationen waren prägender Bestandteil im ersten Schuljahr des Raiffeisen-Campus. Soziale Kompetenz entwickeln – das hat sich das innovative Schulteam zum Ziel gesetzt und will es zusammen mit der ökonomischen Kompetenz zu einem Kernelement der Bildung am Raiffeisen-Campus  entwickeln – für jeden Lerner und jede Lernerin.

Über den Kontakt mit dem Azurit-Seniorenheim in Montabaur erfuhren wir auch von einem Wettbewerb, der wie kein anderer zu diesem Projekt und zum Umfeld unserer Schule passt: „Jung und Alt – gestalte, was verbindet“ hatten die Volks- und Raiffeisenbanken und vor Ort die Westerwaldbank als Motto des diesjährigen „Jugend creativ“-Wettbewerbs gewählt und so entwickelten die Lernerinnen und Lerner Motive auf der Basis ihrer Gespräche mit den Seniorinnen und Senioren.

Amira, Mark-Aurel und Nicla waren dabei so erfolgreich, dass sie im Bereich der Geschäftsstelle „Ransbach-Baumbach“ der Westerwaldbank den 1.-3. Platz belegten. Und so lud sie die Westerwaldbank zu einer Feierstunde in das Cinexx-Kino in Hachenburg ein. Schulleiter Meffert, hin- und hergerissen zwischen der Anwesenheit beim Sportfest und der Feier in Hachenburg, hatte sich mit Jahrgangsleiterin Hartung auf eine faire Aufgabenverteilung geeinigt und fungierte als Chauffeur der Preisträger.

In Hachenburg gab es alles, was das Herz eines Kinobesuchers auch sonst höher schlagen lässt, nur kostenlos: Für Popcorn und Softdrinks war gesorgt und zu Beginn gab es reichlich Kinovorschauen für die Ferienmonate. Anschließend bat man die zahlreichen Preisträger in den ebenfalls zahlreichen Kategorien auf die Bühne, bewunderte gemeinsam ihre Werke. Amira, Mark-Aurel und Nicla mussten viel Geduld haben, denn ihre Gruppe war recht spät an der Reihe – und dennoch freuten sie sich schließlich darüber, wie bei den Oscars namentlich aufgerufen zu werden und die Preise für ihre Leistung zu erhalten. Schulleiter Meffert und die mitgereisten Eltern waren sichtbar stolz auf die Leistung der drei Jung-Künstler und dankbar für die Ausrichtung eines so sinnvollen Wettbewerbs.

Am letzten Schultag des ersten Jahres in der Geschichte des Raiffeisen-Campus hatte Jahrgangsleiterin Andrea Hartung die Ehre, die ersten Ganzjahreszeugnisse an die gespannten Lernerinnen und Lerner zu verteilen.

Nachdem alle gemeinsam die Klassenräume aufgeräumt hatten und bevor das FSJ-Team offiziell verabschiedet wurde (dazu wird es einen eigenen Artikel geben), versammelten sich alle aktuellen Lernenden des Campus‘ in einem Sitzkreis zur Zeugnisausgabe.

Schulleiter Bernhard Meffert hielt eine kleine Ansprache über die individuelle Bedeutung der Ergebnisse: Beispielsweise hätten Lernende, welche ein Dreier-Zeugnis haben und sich über das ganze Jahr hindurch angestrengt haben, ein höherwertiges Zeugnisse als Lernende mit einem Zweier-Zeugnis, die nicht besonders viel dafür getan hätten, so der Direktor. 

Jahrgangsleiterin Frau Hartung prämierte die beiden besten Zeugnisse beider Klassen und lobte die Lernerinnen und Lerner für ihre hervorragende Leistung.