„Hier im Wirgeser Schulzentrum war ich noch nicht“, stellte Dr. Werner Langen fest, als er in den noch provisorischen Räumen des Raiffeisen-Campus in Wirges eintraf und freute sich sichtlich über die Chance, das neue Ganztagsgymnasium in genossenschaftlicher Trägerschaft kennenzulernen. Schnell entdeckte man im Gespräch mit Aufsichtsrat, Vorstand und Schulleitung Gemeinsamkeiten in der Struktur der Schule bzw. des Schulträgers und dem erfahrungsreichen Leben des früheren rheinland-pfälzischen Ministers und jetzigen einflussreichen Abgeordneten der EVP-Fraktion in Brüssel und Straßburg, der selbst lange Jahr in Gremien von Genossenschaften mitwirkte und seine Schulzeit auf einem ebenfalls familiären, im Aufbau befindlichen Gymnasium verbrachte. Die Gastgeber freuten sich über die Zeit, die Dr. Langen mitgebracht hatte, um das innovative Gymnasium kennenzulernen und die achte Klasse, die Dr. Langen im Anschluss besuchte, freute sich über das Geschenk einer Europafahne, die demnächst den Fahnenmast in Dernbach schmücken wird. Direktor Bernhard Meffert berichtete Dr. Langen über die Bewerbung des Raiffeisen-Campus zur „Europaschule“ und die internationale Ausrichtung der Schule, die sich im erweiterten Fremdsprachenangebot (Englisch, Spanisch, Französisch und Chinesisch) und dem internationalen Lehrerteam aus bereits jetzt sechs verschiedenen Nationen von drei Kontinenten zeigt. „Wir passen in der Mitte Europas zu Europa und Europa passt zu uns“, begründete er sein Interesse am Besuch von Dr. Langen und schilderte das Ziel der Schule „weltoffene und hervorragend ausgebildete junge Europäer“ auch an gesellschaftliche Aufgaben heranzuführen. Dr. Langen verabschiedete sich mit dem Versprechen, diese außergewöhnliche junge Schule im Blick zu behalten und sich auch für politikkundliche Begegnungen mit den Lernerinnen und Lernern zur Verfügung zu stehen.

Orange – das verbindet die Sendung mit der Maus, die Westerwald Bank und den Raiffeisen-Campus. Es verbindet sie aber auch ein Sinn für Bildung mit einem Augenzwinkern und innovative Lernkonzepte. Deshalb fragte Markus Wagner, stellv. Schulleiter, bei der Westerwald Bank an und rannte damit offene Türen ein. Sebastian Heidrich und vier weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten die Filiale in Siershahn maus-festlich geschmückt und im Vorfeld drei Moderatorenteams aus der 7. Jahrgangsstufe des Raiffeisen-Campus zu Bank-Scouts ausgebildet. Diese führten drei Gruppen von angemeldeten Gastkindern durch die verschiedenen Bereiche der Bank. Schwerpunkt lag dabei auf den diversen Automaten, die es für die Kunden in einer Bank zu bedienen gilt. So durften die Kinder auch einmal selbst Geld abheben, Münzrollen anfordern und einen Kontoauszug drucken. Den Geldautomaten von innen anzuschauen gelang mit Hilfe einer Computeranimation, die den Kindern auch ganz praktisch erklärte, warum es Probleme macht, wenn man Geldscheine sehr klein faltet oder Cent-Münzen in Götterspeise versenkt, denn dann lassen sie sich nicht mehr gut einzahlen oder zählen.

Dass die Westerwald-Bank und der Raiffeisen-Campus dieses Projekt gemeinsam durchführen, ist Teil der Schulpatenschaft und auch der Unterstützung unserer Schule seit ihrer Gründung. Dass der Maustürentag in Siershahn hoffnungslos überbucht war, motiviert Projektleiter Markus Wagner für das nächste Jahr: „Auch im nächsten Jahr werden wir einen Projektpartner finden, der unser „Lernen-durch-Lehren“-Konzept am Maustürentag mit uns umsetzt. Denn nicht nur die strahlenden Augen der Kinder, auch das überzeugende Auftreten unser Moderatorenkinder macht einfach Freude.“

 

 

Es herrschte Wahlkampf am Raiffeisen-Campus: 16 Lerner stellten sich zur Wahl für das Amt des Lernersprechers, ein verantwortungsvolles Amt, das die Schnittstelle zwischen Lerner und Lehrer ist.

Die gesamte Lernerschaft stimmte in allgemeinen, freien, geheimen und gleichen Wahlen über ihre Lernersprecher direkt ab. Doch bevor es so weit war, erhielten alle Kandidaten die Gelegenheit, sich in der Lernervollversammlung den Wählern kurz zu präsentieren und für sich Werbung zu machen. Der anschließende Urnengang bracht schließlich folgenden Ergebnis: Jannes (8b) und David (8b) übernehmen für das Schuljahr 2014/2015 das Amt des Lernersprechers bzw. des stellvertretenden Lernersprechers. Herzlichen Glückwunsch und auf gute Zusammenarbeit!

 

 

Vor knapp einem Monat erlebten die Lerner der Klassen 5a und 5b ihren ersten Schultag am Raiffeisen-Campus: neue Schule, neue Klassenkameraden, neue Lehrer.

Die ersten Tage standen ganz im Zeichen des Ankommens und des Kennenlernens. Schnell wurden neue Bekanntschaften geknüpft, sicher verstärkt durch der Klassenfahrt, die nicht nur den Klassenlehrerinnen Frau Kisters und Frau Maier früh im Schuljahr die Möglichkeit gegeben hat, sich außerhalb des Schulalltages schnell besser kennen zu lernen. Und auch mit den Abläufen, Ritualen und Regeln am Raiffeisen-Campus sind die Lerner inzwischen vertraut, kurz: Sie sind in unserer Schulfamilie angekommen und machen sich nun auf den Weg, weltoffene und hervorragend ausgebildete junge Europäer zu werden – dies ist unser Ziel.

Und doch denken die Lerner sicher noch oft an ihre Grundschulzeit und ihre damaligen Lehrer zurück: Aber schon bald wird es ein Wiedersehen am Raiffeisen-Campus geben und wir freuen uns, wenn wir viele der ehemaligen Grundschullehrer begrüßen dürfen, deren Schätze wir übernehmen und ein Stück weit begleiten und formen dürfen.

„Das Institut der deutschen Wirtschaft und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft fordern ein Ende der Debatte über das G8“, berichtet die Online-Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“. Weder unterscheiden sich die G8-Schüler in ihrem Freizeitverhalten (85% treiben Sport) noch in ihren Leistungen signifikant von ihren G9-Jahrgangskollegen. Besonders wichtig: Die subjektive Lebenszufriedenheit von G8-Lernern unterscheidet sich ebenfalls nicht von ihren G9-Kollegen.

Fazit: Die Aufregung, die in Teilen der Bundesrepublik, vor allem aber außerhalb von Rheinland-Pfalz fast hysterische Züge angenommen hat, kann man sich demnach sparen, so die Forscher. Für den Raiffeisen-Campus gilt zusätzlich: Eine Schule, die ohne Unterrichtsausfall aber dafür mit einem motivierten Team, ohne Kreidetafeln aber dafür mit zeitgemäßer medialer Ausstattung arbeiten darf, mit vielen Lernortwechseln und einer durchgehend transparenten Qualität, eine solche Schule darf damit werben, dass G8 am RC sogar ein Plus hat gegenüber dem klassischen G9 (das in RLP ohnehin nur ein G8,5) ist. Genau dazu hat Schulleiter Meffert im Frühjahr auch einen Artikel in der Rhein-Zeitung veröffentlicht.

Zahlreiche einzelne Untersuchungsaspekte im Blick auf bundesweite Unterschiede im Bildungswesen bietet auch der Bildungsmonitor 2014, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch kann man jetzt auch „liken“. Und zwar auf der neuen Facebook-Seite „Genossenschaften sind Regionalhelden“. Würden die beiden Gründerväter noch einmal leben, sie würden bestimmt staunen, was aus ihrer Genossenschaftsidee geworden ist: Weltweit etwa 800 Millionen Mitglieder in 100 Ländern, davon in Deutschland 7.500 Genossenschaften mit rund 20 Millionen Mitgliedern. Grund genug also, die beiden Herren zum Leben zu erwecken. Gekleidet wie im 19. Jahrhundert, mit ergrautem Haar, Schnauzer und Nickelbrille präsentieren die beiden Handpuppen die Genossenschaftsidee im größten Netzwerk der Welt. Dort findet man nicht nur Aktuelles aus dem genossenschaftlichen Leben und kann mit den Gründervätern in den Dialog treten. Man sieht auch was Genossenschaften im Alltag leisten, wofür sie stehen. Und natürlich was Raiffeisen und Schulze-Delitzsch gerade so machen. Sie treffen Politiker, besuchen Schülergenossenschaften und reisen durch das Raiffeisenland im Westerwald. Die Facebook-Seite will die Genossenschaftsidee und die Genossenschaften in sozialen Medien bekannter machen. Und sie will auf die Bewerbung der Genossenschaftsidee zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO hinweisen. Die beiden Genossenschaftsgründer wünschen sich natürlich vor allem eins: Reinklicken und Fan werden!

In der letzten Ferienwoche bin ich mit einem Piloten und meinem Papa mit einem Hubschrauber eine halbe Stunde geflogen. Wir starteten vom Segelflugplatz in Montabaur. Von dort ging es bis zur Lahn und wieder zurück. Ich war erstaunt, den riesigen Wald von oben zu sehen. Die Baumwipfel sahen aus wie eine flache dunkle Wiese. Der Höhepunkt des Fluges war der Blick von oben auf das neue Gebäude meiner neuen Schule: den Raiffeisen-Campus in Dernbach. Das habe ich dann mit dem Handy meines Papas fotografiert.  Nun bin ich gespannt, wie die Schule nächstes Jahr von unten aussehen wird. (Jano, 5b)

Auch in diesem Jahr besuchten die Lernerinnen und Lerner der 5. Klassen wieder Bad Marienberg und konnten sich im Rahmen der Klassenfahrt drei Tage lang besser kennen lernen.

Zunächst begaben sich alle sehr eifrig auf Schatzsuche. Der Umgang mit Karte und Kompass fiel kaum jemanden schwer. So erarbeiteten sich die klassenübergreifenden Kleingruppen Station für Station in Windeseile. Um so schöner war es, dass der Schatz groß genug für alle war und brüderlich geteilt wurde.

Den zweiten Tag verbrachten die Lernerinnen und Lerner damit, in kleinen Teams Hütten im Wald zu bauen.Mit großem Eifer und viel Kreativität wurde geplant, diskutiert und anschließend wirklich beeindruckende Behausungen errichtet. Stolz präsentierten alle ihre wirklich beeindruckenden Ergebnisse.

Das Programm der erlebnispädagogischen Tage stellte die Klassen vor viele Herausforderungen und einige schienen zunächst unüberwindbar, jedoch bewiesen unsere Lernerinnen und Lerner sehr schnell, dass sie bereits jetzt schon zu einem tollen Team zusammengewachsen sind und auch solche Aufgaben gemeinsam zu bewältigen sind. Damit machten sie dem Titel des "Sack-und-Pack"-Programms „klasse Klasse“ alle Ehre.

Die Aktion „Achtung Auto“ ist inzwischen im Schuljahresprogramm des Raiffeisen-Campus fest verankert. Sie bietet unseren Lernerinnen und Lernern eine einmalige Gelegenheit, Einblick in die kritischen Situationen des alltäglichen Straßenverkehrs zu gewinnen, die Unfallgefahren schneller zu erkennen, sie besser einzuschätzen und im Idealfall ganz zu vermeiden.

Am Freitag war es wieder so weit: Dieses Mal bildeten unsere neuen Lernerinnen und Lerner der beiden Klassen 5a und 5b die Hauptakteure. Unter der Leitung zweier ausgewiesener Trainer des ADAC machten sich die Kinder in Theorie und Praxis mit dem spannenden Programm „Achtung Auto“ vertraut. In knapp zwei Unterrichtsstunden bekamen die Lernerinnen und Lerner die Gelegenheit, sich praxisnah mit vielfältigen kritischen Verkehrssituationen zu befassen. In zahlreichen Übungen und Demonstrationen, an denen alle Lernerinnen und Lerner aktiv beteiligt waren, wurde u.a. die Wichtigkeit von Reaktionszeit, Bremsweg und Anhalteweg praxisorientiert erklärt. Dabei glänzten unsere Lerner nicht nur mit fundiertem Wissen über das ABC des Straßenverkehrs, sondern auch mit ihrer Begeisterungsfähigkeit. Dies kam bei den Ausbildern besonders gut an. Ein besonderes Highlight bildete die Mitfahrt im ADAC Aktions-Auto. Hier erlebten die Kinder eine professionell durchgeführte Vollbremsung. Auf diese Weise wurde ihnen die lebensrettende Bedeutung der ordnungsgemäßen Sicherung im Fahrzeug vor Augen geführt. Als Resümee kann man nur sagen: Schön war´s!

Ein dickes Lob gilt unseren Lernerinnen und Lernern für ihre engagierte Mitwirkung. Den beiden ADAC-Ausbildern sagen wir herzlichen Dank für die tolle Veranstaltung. Wir hoffen, dass die gewonnenen Einsichten und Eindrücke unsere Lernerinnen und Lerner im alltäglichen Straßenverkehr sicherer machen werden. Auf die Aktion „Achtung Auto“ im kommenden Schuljahr freuen wir uns jetzt schon und wünschen uns allen bis dahin eine unfallfreie Zeit!

Es war ein aufregender Tag für die neuen Lernerinnen und Lerner, die am Mittwoch letzte Woche ihren ersten Schultag am Raiffeisen-Campus hatten. In einem feierlichen Gottesdienst machte Schulleiter Bernhard Meffert mit Hilfe eines Laufrades den Lernern Mut, sich auf die neue Situation zu konzentrieren und sich mit Engagement und Energie auf den neuen Weg zu machen und nach vorne zu blicken, damit sie nicht das Gleichgewicht verlieren und damit sie die Richtung halten. Meffert verdeutlichte jedoch auch, dass es nicht darum geht, sich als Einzelkämpfer durch die nächsten acht Jahre zu schlagen, sondern im Team und dabei auf die anderen Rücksicht zu nehmen – gemeinsam zum Wohle aller wie es auch ein Leitgedanke Friedrich Wilhelm Raiffeisens, des Namensgebers der Schule, war. Danach waren die Eltern zu Kaffee und Austausch eingeladen und für die Lerner ging es voll Vorfreude in ihre neuen Klassen für einen kurzen ersten Schultag, an dem das Kennenlernen und das Ankommen an der neuen Schule im Mittelpunkt standen. Und so freuen sich Lehrer, Eltern und Lerner darauf, am Raiffeisen-Campus zu lernen, Schule zu gestalten und die Kinder ein Stück begleiten zu dürfen.  

Predigt von Herrn Meffert:  "Fangen wir mal hinten an in diesem langen Text, drei Auszüge aus dem erwähnten neunten Kapitel bei Lukas, Verse 1-6, 23-25 und 57-62: „Keiner, der losfährt und nochmals in den Rückspiegel schaut, taugt für eine bessere Welt.“ So ähnlich stand das da – ich gebe zu, leicht modernisiert. Jetzt die Straßenverkehrsordnung. „Das Gesetz ordnet eine doppelte Rückschaupflicht an – zumindest für die Situation, in der der Verkehrsteilnehmer sich vor dem Abbiegen befindet. „Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen“ sei auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, ordnet § 9 Abs. 1 StVO ausdrücklich an. Hier genügt es ausdrücklich nicht, nur einmal zu schauen, sondern es muß zwei Mal auf den nachfolgenden Verkehr geachtet werden.“ Wer hat denn nun Recht? Ich will das mal veranschaulichen mit diesem Laufrad, das ich heute von unserem Dachboden mitgebracht habe. Meine Frage an die Lernerinnen und Lerner: Was fällt Euch an diesem Laufrad auf? Antwort: Es hat einen Rückspiegel. Frage: Warum hat ein Laufrad normaler Weise keinen Rückspiegel? Antwort: Weil das Kind nach vorne schauen soll, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Frage: Und warum hat dann fast jedes große Fahrrad und jedes Motorrad mindestens einen Rückspiegel? Antwort: Weil das Gleichgewicht halten für den Fahrer kein Problem mehr ist. Frage: Heißt das also, dass Motorradfahrer beim Fahren auch mal eine Minute lang nach hinten schauen können über die Schulter oder über den Rückspiegel? Antwort: Viel zu gefährlich! Jesus sagt also uns Menschen, dass wir, wenn wir wirklich etwas neu beginnen wollen, uns erst einmal ganz auf diese neue Situation konzentrieren sollen, damit wir zum einen nicht das Gleichgewicht verlieren und zum anderen, damit wir die Richtung halten. Wer darüber nachdenkt: Einen Pflug in der Bahn zu halten ist schwer, wer da zurückschaut, verzieht und bringt keine gerade Linie mehr in seinen Acker. Was soll das Euch Lernern sagen: Ihr beginnt heute mit einem neuen Abschnitt in Eurem Leben, der die nächsten 8 Jahre dauern wird. Bis Juni 2022 werden wir, so hoffe ich, miteinander lernen und leben. Und jetzt stellt Euch einmal vor, Ihr verbringt in der nächsten Woche viel Zeit damit, an Eure Grundschulzeit zu denken. Gefährlich. Wer einem neuen Weg nicht alle Aufmerksamkeit und Energie widmet, der kommt aus der Spur. Ihr werdet in diesem Jahr mehr Energie – übrigens auch mehr Schlaf, das sage ich Euren Eltern – und mehr Engagement brauchen als bisher. Denn mit dem Gymnasium habt Ihr die leistungsmäßig erste Liga der Schullandschaft erreicht und mit dem Raiffeisen-Campus eine Schule, die Euch vom ersten Tag an ein ehrliches Feedback zu Eurer Leistung zumutet und Euch hilft, besser zu werden. Da hilft es nicht, zurückzuschauen auf die guten Noten der Grundschule, die hattet Ihr ja alle. Wenn also etwas schief läuft, sollte man kurz innehalten, sich ehrlich fragen, was schief, was aus der Bahn gelaufen ist – aber dann sollte man den Blick wieder nach vorne richten und loslaufen, möglichst nicht alleine, sonder im Team. Wenn man dann aber mit dem Team auf Kurs ist, sollte man diesen Kurs nicht rücksichtslos durchsetzen. Deshalb hat auch die StVO recht, wenn Sie uns zur Um-Sicht, zur Rück-Sicht auffordert. Also: Jesus will, dass wir unseren Weg sehr ernst nehmen, ihn aber nicht rücksichtslos durchsetzen, sondern ihn gemeinsam gehen. Das kann schon mal bedeuten, langsamer zu gehen oder dem anderen vorübergehend seinen schweren Rucksack abzunehmen, damit es für alle schneller geht. So haben das Eure Eltern gehalten, als Ihr noch nicht so schnell gehen konntet – sie haben Euch getragen, gefahren, geschoben und schließlich bei der ersten Fahrradtour ein langsames Tempo gefahren, damit Ihr mitkommt. Eines Tages wird es andersherum sein. Auch das gehört zum Leben dazu. Dieser Jesus, der uns auffordert, unsere Talente einzusetzen, der ein rücksichtsvolles Leben aber keines fordert, bei dem wir uns für andere kaputt machen, dieser Jesus, das ist für die Menschen verschiedener Religionen ein jeweils wichtiger, aber unterschiedlich interpretierter Mensch. Wir Christen sehen uns als Kinder Gottes, ihn aber in besonderer Weise als Sohn Gottes, weil er den Willen Gottes und dessen Auftrag in ganz besonderer Weise verkörperte. Für Juden gilt er als Prophet und auch die Muslime sehen ihn so und verehren sogar seine Mutter Maria. Wenn wir als Schule uns christlich nennen und die Werte des Christentums leben wollen, dann nie gegen andere Religionen, sondern mit ihnen, sofern sie den Grundprinzipien einer aufgeklärten Humanität entsprechen. Jesus Christus hat uns das vorgemacht, in seiner Überwindung der Vorurteile z.B. gegen die Samariter. Wir sollten es heute, wo Menschen unterschiedlichen Glaubens hier zusammen im GottesDienst sind, genauso halten. Wenn wir uns also nachher Frieden wünschen, dann können wir es als Juden, Christen und Muslime tun, mit den Worten Salam aleikum – Schalom aleichem – Friede sei mit Euch. Es wäre eine schöne Geste, wenn wir in diesen Tagen, wo die Religion in vielen Teilen der Welt als Kriegsgrund missbraucht wird, einmal das Wort einer Religionsgemeinschaft respektvoll in den Mund nehmen, zu der wir nicht gehören. Wir können diesen Frieden auch wünschen, wenn wir von Gott absehen, denn Gott ist ein frommer Atheist tausendmal lieber als ein gottloser Christ. Wünschen, halten wir also einander Frieden, Shalom, Salam. Die zweite Stelle, die wir heute gehört haben, sagt: Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt? Auch diese Stelle richtet sich an Euch Fünftklässlerinnen und an Sie, die diese Klasse schon lange verlassen haben. Jesus fordert uns auf, die richtigen Prioritäten zu setzen. Stellt Euch also vor, Ihr würdet in allen Klassenarbeiten die Note 1 dadurch erreichen, dass Ihr andere betrügt und damit ja auch Euch selbst und Eure Lehrer. Was wäre Euer Gewinn? Oder wenn Eure Eltern das Geld, das sie mit ihrer Arbeit erzielen, nur für sich einsetzen würden oder nur auf Kosten derer verdienen, die mit oder für sie arbeiten? Sie würden die materielle Welt gewinnen, aber ihre Integrität, ihre Unschuld verlieren – vielleicht das Kostbarste, was wir auf dieser Welt besitzen und mit Sicherheit das Einzige, was wir aus dieser Welt in die nächste mitnehmen können. Liebe Füntklässlerinnen und Fünftklässler am Raiffeisen-Campus, wir freuen uns heute mit Euch über Euren ersten Schultag und feiern mit Euch. Wir, das sind Eure Eltern und Geschwister, Eure Großeltern und Verwandte aber auch Eure größeren Mitschüler der Klassen 6-8 und das sind wir, Eure Lehrerinnen und Lehrer, alle Mitarbeiter am Raiffeisen-Campus und die Genossenschaft Raiffeisen-Campus eG, die unsere junge Schule so solide und zuverlässig trägt. Aber eines kommt hinzu und ist wichtiger als alles andere: Der, der heute seine Hand über Euch hält und dessen Dienst wir heute morgen feiern. Gott, den Jesus „Abba“, das heißt „lieber Vater“ nennt, er selbst, das glaube ich, ist heute hier bei uns und feiert mit uns. Er hält seine gute Hand über uns, egal ob wir ihn JHWH, Vater oder Allah nennen. Wenn wir das spüren können, trotz der Nervosität und dem Nervenkitzel des ersten Schultages, dann werden wir diesen Tag in seinem Frieden, in Shalom und salam leben können, so hoffe ich.