Dernbach. Seit ihrer Einführung zu Beginn dieses Schuljahres erfreut sich die Institution „Schulversammlung“ am Dernbacher privaten Ganztagsgymnasium Raiffeisen Campus äußerster Beliebtheit. Und wir übertreiben nicht, wenn wir behaupten, dass die Schulversammlung inzwischen zu den beliebtesten Terminen im RC-Kalender avanciert ist. Deshalb fiebern wir ihm jedes Mal entgegen.

Die noch relativ junge Schulversammlung zeichnet sich schon nach wenigen Terminen durch gemeinsame Routinen aus, die den Zusammenhalt innerhalb der RC-Familie stärken. Gleichzeitig wird das Zusammenführen von Routinen und neuen inhaltlichen und formalen Aspekten der innovative Charakter unserer kleinen Schule unterstrichen und alle Beteiligten werden sich der gemeinsamen Verantwortung bei der Entwicklung dieser einzigartigen Schule bewusst.

Große Freude bereitete uns der Besuch des Schülerelternbeirates in der letzten Schulversammlung. Das Gremium war der Einladung unserer Schule gefolgt.  Schulleiter Bernhard Meffert betonte in seinen Grußworten deshalb mit Recht, dass die Anwesenheit  dieses wichtigen Gremiums bei der Schulversammlung deutlich zeige, wie wichtig eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sowohl für den akademischen Erfolg als auch für eine gelungene Persönlichkeitsentwicklung der Lernerinnen und Lerner sind.

Im Anschluss an die einleitenden Worte des Schulleiters erfolgte durch das gemeinsame Singen eines Geburtstagsständchens für alle Geburtstagskinder der Schulgemeinschaft eine liebgewonnene Routine der Versammlung.

In der Rubrik „Informationen aus der Lernervertretung“ informierten Lernerinnen der LV-AG über eine tolle Aktion zum Valentinstag, die den Charakter des RC deutlich widerspiegelt: Alle Lernerinnen und Lerner haben die Möglichkeit, an den Tagen vor dem 14. Februar eine Rose zu bestellen und eine Grußbotschaft auf einem Herzschild zu hinterlassen. Am 12. Februar werden dann die Rosen an die ausgewählten Empfänger ausgeteilt. Schon jetzt fiebern viele der Campusfamilie diesem Termin entgegen.

Den meisten Lernerinnen und Lernern ist es längst aufgefallen: Seit einigen Tagen besuchen zwei neue Lerner den Raiffeisen Campus. Lisa und Hugo sind unsere französischen Gastlerner, die im Rahmen unseres Austauschprogramms für insgesamt zwei Wochen Campusluft schnuppern. Ihre Austauschpartner Tabea und David begleiten sie in den Unterricht, wo sie sich ein Bild vom Leben und Lernen am RC machen. Dabei sind sie nicht untätig: Im WPF Französisch fungieren sie als Experten und stellen sich bei dem ein oder anderen schwierigen Satz als menschliches Lexikon zur Verfügung.

Das Abenteuer Schüleraustausch startete bereits im vergangenen Herbst, als Tabea, Cosima und David ihre Partner an den jeweiligen Schulen in Frankreich und Luxemburg besuchten. Die drei nahmen sich Zeit, um ihre Eindrücke und Erlebnisse kurz zu schildern.

RC: Wieso habt ihr euch dazu entschieden, am Austauschprojekt teilzunehmen?

Cosima: Ich wollte neue Menschen kennenlernen und meine Sprachkenntnisse verbessern. Außerdem wollte ich ein anderes Land und den Lebensstil der Leute dort kennenlernen.

Tabea: Herr Klein hat uns über die Chancen eines solchen Projekts informiert und ich hielt es für eine gute Idee, mich darauf einzulassen.

David: Ich musste zwar ein bisschen überredet werden, habe mich aber letztlich darauf gefreut, neue Leute kennenzulernen.

RC: Wie wurdest du von deiner Gastfamilie und der Klasse deines Austauschpartners empfangen?

Tabea: Alle waren sehr freundlich und gaben sich große Mühe, dass ich alles verstehe. Manchmal gab es zwar kleinere Kommunikationsschwierigkeiten, aber größere Probleme tauchten nie auf.

Cosima: Meine Gastfamilie war toll. Ich glaube, ich hätte es nicht besser treffen können! Meine Klasse war auch sehr nett und hat mir viele Wörter übersetzt.

David: Ich bin mit der Familie gut zurecht gekommen. In der Schule war die Verständigung nur selten ein Problem, weil man sich teilweise auch auf Englisch unterhalten konnte.

RC: Ihr hattet Gelegenheit, einen Eindruck vom Unterricht an einer französischsprachigen Schule zu gewinnen. Gibt es etwas, was ihr erwähnenswert findet?

Tabea und David: Im Unterricht ist es viel stiller als in Deutschland! Eigentlich wird nur gesprochen, wenn der Lehrer dazu auffordert.

Cosima: Erwähnenswert finde ich auf jeden Fall, dass sie in Luxemburg so zielorientiert arbeiten.

RC: Wie lautet euer Fazit? Könnt ihr anderen interessierten Lernerinnen und Lernern die Teilnahme an einem solchen Austausch empfehlen?

Tabea: Ja, wenn man sich das Eintauchen in eine neue Sprache und Kultur zutraut, sollte man es auf jeden Fall ausprobieren!

David: Ich denke, dass die Erfahrung eines Schüleraustauschs bereichernd sein kann. Wenn man zu große Bedenken hat, sollte man vielleicht ein zweites Mal überlegen.

Cosima: Ich kann die Teilnahme auf jeden Fall empfehlen, da es eine tolle Möglichkeit war, neue Leute und deren Alltag kennenzulernen. Außerdem hilft es dabei, sich die Sprache besser anzueignen.

RC: Vielen Dank für das Interview!

Gedichte auswendig zu lernen und Sinn gestaltend vorzutragen hat bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt, trägt diese Praxis doch dazu bei, Lernerinnen und Lerner für die sprachliche Schönheit und Intensität lyrischer Texte zu sensibilisieren. Eine gute Möglichkeit dazu bietet der szenische und experimentelle Umgang mit Gedichten, der im Lehrplan des Faches Deutsch für die Unterstufe fest verankert ist.

Dieser spannenden Aufgabe kamen die Lernerinnen und Lerner der Klasse 5a  und  ihre Deutschlehrerin Frau Groß nach, indem sie das Gedicht „Heut singt der Salamanderchor“ (Robert Gernhart) szenisch ausgestalteten und im Forum, dem Herzstück unserer Schule, präsentierten.

In einer Vorbereitungszeit von etwa 30 Minuten überlegten die Lernerinnen und Lerner eifrig die Rollenverteilung, mögliche Requisiten und nicht zuletzt den gesamten Verlauf der Inszenierung. Wenig später war es dann auch soweit:  Stolz stellten sie in kleinen Gruppen ihren MitlernerInnen das Ergebnis vor – Eine großartige Leistung, wofür sie am Ende neben viel Applaus auch eine fachgerechte Rückmeldung erhielten.

Diese Lerneinheit hat einmal mehr vor Augen geführt: Junge Lernerinnen und Lerner haben keine Berührungsängste mit Lyrik. Im Gegenteil: Gedichte machen ihnen Freude. Den Erfolg der Lerneinheit verdanken wir sowohl dem besonderen didaktischen Ansatz als auch der Bühne in unserem schönen Forum mit seiner einzigartigen Kulisse. Hier fühlten sich unsere ohnehin talentierten kleinen`Dichter und Denker´ richtig wohl.   

 

 

 

 

Im katholischen Religionsunterricht der Klasse 9ab von Frau Groß herrschte eine besondere Stimmung, als Kaplan Tobias Blechschmidt aus Montabaur zu Besuch kam. Passend zur Thematik „Ethisch-moralische Themen“ stand der junge Kaplan den Lernerinnen und Lernern Rede und Antwort. Zuvor stand bereits fest, dass es keine Tabuthemen geben soll und es für alle Beteiligten wichtig sei, offen und ehrlich miteinander zu sprechen. Nur so könne neben dem gelebten Glauben auch eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der kirchlichen Lehre stattfinden, so Frau Groß bei der Begrüßung.

Von diesem Angebot machten alle Beteiligten rege Gebrauch und die Stunde des Fragens und Antwortens erwies sich am Ende doch noch als zu kurz. Denn zahlreich waren die Gesprächsthemen. Gesprochen wurde u.a. über die aktuelle Thematik des IS-Terrors, die Frage nach den Kirchenskandalen der letzten Jahren, etwa im Bistum Limburgs, die erst Ende Oktober 2015 veröffentlichte neue Familiensynode, Standpunkte der Kirche zur Eheschließung von Homosexuellen. Auch die Zukunft der Kirche und der Alltag eines Kaplans kamen zur Sprache. „Selbstverständlich war es ein heftiger Ruck, der durch unser Bistum ging, als die Finanzen offengelegt wurden und es bekannt wurde, dass der neue Bischofssitz 42 Millionen kostete. Doch ein schlimmerer Skandal ist es, wenn es um Missbrauchsfälle geht“, machte der Kaplan in seinen Ausführungen deutlich.

Mit Blick auf die Zukunft der Kirche und das Priesteramt erklärte Tobias Blechschmidt, dass es wichtig sei, genau zu wissen, worauf man verzichte: „Eine stabile Familie zu haben und einen guten Freundeskreis – das sind gute Verbindungen, die einem immer wieder zeigen, was es heißt, familiär gebunden zu sein.“ Das Bistum Limburg sei in der glücklichen Lage, dass es noch ausreichend Priesteramtskandidaten habe. Jährlich bewegt sich die Zahl der Bewerber zwischen ein und drei; dies sei im Vergleich zu anderen Bistümern eine kontinuierliche Anzahl, die die meisten nicht vorweisen können.

Die Lernerinnen und Lerner waren sehr angetan von dem offenen Gespräch mit Kaplan Blechschmidt. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen ihre Fragen, seien sie auch noch so scheinbar naiv, stellen können und eine kompetente Antwort erhalten. Diesen Dialog möchte Frau Groß auch künftig im katholischen Religionsunterricht pflegen.

Universum, Galaxie, Milchstraße, Sonnensystem und Lichtjahre – Das sind Begriffe, die den Makrokosmos beschreiben. Dabei handelt es sich um unvorstellbare Weiten und Größen, die Jung und Alt gleichermaßen faszinieren.

In den vergangenen Wochen setzten sich die Jungforscher der Klassen 5a und 5b des Raiffeisen Campus mit dem Makrokosmos auseinander. Sie befassten sich mit unterschiedlichen Weltbildern, lernten die Namen bedeutender Forscher kennen, recherchierten zu den Planeten unseres Sonnensystems und bauten es schließlich in einem Modell nach.

Zum Abschluss dieser Lerneinheit reisten die Jungforscher gemeinsam mit Frau Sun und Frau Berleth zur Sternwarte nach Sessenbach. Dort begrüßte uns Weltraum-Experte Klaus Völkel, der sich den unzähligen Fragen unserer Lerner stellte und so ihren Wissensdurst vorübergehend stillen konnte. Mithilfe toller Anschauungsmodelle und Präsentationen beantwortete er Fragen wie: „Brennt die Sonne oder handelt es sich um eine chemische Kernfusion?“, „Müssen wir die Anziehungskraft schwarzer Löcher fürchten?“, „Auf welchen Planeten ist Leben möglich?“ etc.  Doch auch Klaus Völkel staunte nicht schlecht, als ihm ein Lerner erzählte, dass zu der Zeit, als die Titanic-Überlebenden aufgenommen wurden, eine Sonnenfinsternis stattfand.

Es war eine rundum gelungene Exkursion, die wieder einmal zeigte, wie wichtig außerschulische Lernorte für den Lernerfolg  sein können. Vielen Dank, Herr Völkel!

Unsere Lernerinnen und Lerner werden in verschiedenen Projekten in der Orientierungsstufe mit unterschiedlichen ökonomischen Themen konfrontiert. Ab der 8. Klasse haben sie die Möglichkeit, sich im Wahlpflichtfach Wirtschaft intensiver mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Zu Beginn dieses Schuljahres wurden die Lernerinnen und Lerner des Wahlpflichtfaches von ihrer Lehrerin Frau Kern dazu aufgefordert, ein Haushaltsbuch über ihr Taschengeld zu führen. Auf diese Weise sollen sie lernen, mit Geld umzugehen und dabei ihre eigenen Ein- und Ausgaben zu kontrollieren. Gleichzeitig lernen sie an verschiedenen Stationen etwas mehr über ihr eigenes Kaufverhalten und tauschen sich mit den anderen Lernern im Kurs darüber aus.

Diese Schulung im Umgang mit dem eigenen Geld durch das Führen des Taschengeldplaners)hat einen weiteren Grund: Im nächsten Schuljahr steht die Leitung einer Schülergenossenschaft auf dem Stundenplan. Wie soll aber jemand die Buchhaltung einer Genossenschaft übernehmen, wenn er seinen eigenen Haushalt nicht strukturell führen kann? Aus diesem Grund wird bereits in diesem Schuljahr viel eingeübt, was dann ab Sommer in der Praxis getestet werden soll.

Als Fazit unserer bisherigen Beobachtung: Allen Lernerinnen und Lernern des Wahlpflichtfaches Wirtschaft macht der disziplinierte Umgang mit dem eigenen Taschengeld inzwischen große Freude.

Der Leser stutzt: Denn fast sensationell mutet das Ergebnis an, zu dem zwei RC-Jungforscherteams (2015a und 2015b) gekommen sind, als sie folgender Frage gegenüberstanden: Wie können wir eigentlich die Größenverhältnisse und Abstände in unserem Sonnensystem veranschaulichen? Immerhin ist der Jupiter mit 142.984 km Durchmesser der größte Planet unseres Sonnensystems und damit etwa 11-mal größer als unsere Erde. Und 628.000.000 km trennen die Erde und den Jupiter. Der kleinste Planet ist der Merkur mit 4879 km Durchmesser. Er ist „nur“ 58.000.000 km von der Sonne entfernt und steht ihr somit am nächsten. Also: Zahlen und Fakten zu unserem Sonnensystem, die beeindruckend aber auch unvorstellbar sind.

Da die Planeten nun nicht auf der Erde zu fassen sind, geschweige denn in einen Klassenraum passen, wurde den RC-Jungforschern bei der Suche nach einer Antwort schnell klar: Alles muss in einem Modell verkleinert und veranschaulicht werden. Unter der Leitung ihrer Forschungsleiterin Frau Berleth und mit der tatkräftigen Unterstützung einer externen „Forschergruppe“ (Grundschulkinder, die sich im Rahmen des Schnupperunterrichtes auf dem Raiffeisen-Campus aufhielten) notierten die Lernerinnen und Lerner zunächst den Durchmesser eines jeden Planeten sowie seine Entfernung von der Sonne. Anschließend überlegten sie einen geeigneten Maßstab, um das Modell im Klassenzimmer bauen zu können. Sodann ging es richtig los.

Als Baumaterial standen unterschiedlich große Schokokugeln, runde Kaugummis, Kichererbsen, Pfefferkörner, Äpfel, Mandarinen und Pomelos zur Verfügung. Mit einem Zollstock wurden die Größen gemessen, um den Planeten ein geeignetes Lebensmittel zuzuweisen. Anschließend wurden die ausgewählten Lebensmittel in entsprechenden Abständen zur Sonne angeordnet. Und fertig war das Lebensmittel-Planeten-Modell. Nun fragt sich der Leser mit Recht, wie groß denn nun der Jupiter, der  Mars und die Erde sind. Nimmt der Jupiter die Größe einer Pomelo (ca. 14 cm) an und der Mars die Größe eines Pfefferkorns, dann ist die Erde ein Kaugummi (ca. 1,3 cm).

Auf der Grundlages dieses Modells konnten sich unsere Jungforscher die Größenverhältnisse und die Abstände in unserem Sonnensystem erfolgreich vor Augen führen. Generell eignen sich  Modelle dazu, die Realität in einem meist verkleinernden Maßstab darzustellen und zu veranschaulichen. Bei unserem Planetenmodell wurde uns schnell bewusst, dass wir Menschen bei der Untersuchung des Makrokosmos an Grenzen stoßen und letztlich nur auf einem Kaugummi leben.

 

 

Für zahlreiche Grundschülerinnen und Grundschüler war der vergangene Samstag ein ganz besonderer Tag: Sie hielten sich für knapp zwei Stunden auf dem Raiffeisen-Campus auf, um am Aufnahmetest für die kommende 5. Klasse teilzunehmen. Bereits in der Woche zuvor hatten sie während der Schnuppernachmittage den Raiffeisen-Campus kennengelernt und konnten schon den Unterricht in der jetzigen 5. Klasse besuchen. Nun waren sie voller Begeisterung erneut an den Campus zurückgekehrt, um zu zeigen, dass sie im kommenden Schuljahr genau dieses Gymnasium besuchen wollen. Die Viertklässler erhielten verschiedene Aufgabenformate und waren gefordert, ihr Können unter Beweis zu stellten.

Während der Prüfungszeit warteten die Eltern bei Kaffee und Apfelsaft im Forum. Dort hatten sie die Gelegenheit, in einer angenehmen Atmosphäre Fragen zu stellen und sich weiter über die Besonderheiten des privaten Ganztagsgymnasiums Raiffeisen-Campus zu informieren. Dabei wurden nicht zuletzt auch erste Kontakte mit anderen interessierten Eltern geknüpft.

Trotz der Aufregung, die mit jeder Testsituation verbunden ist, genossen alle Beteiligten wieder eine schöne Zeit auf dem Campus und hatten die Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen.

Den Prüflingen drücken wir die Daumen und freuen uns schon jetzt, sie im kommenden Schuljahr als unsere neuen Lernerinnen und Lerner begrüßen zu können.

Gute Kontakte und generationsübergreifende Projekte zwischen Seniorenheimen und Schulen können Jung und Alt viel Freude bereiten. Sie stellen vor allem aber auch einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft dar. Vor diesem Hintergrund waren LernerInnen des Landesmusikgymnasiums in Montabaur und des Raiffeisen-Campus in Dernbach am Freitag, dem 15.1. 2016, zu Gast beim Azurit-Seniorenzentrum in Montabaur. Sie waren der Einladung des Azurit gefolgt und nahmen damit am traditionellen Neujahresempfang teil.

Zu den Glanzpunkten des abwechslungsreichen Programms, auf dem u.a. Grußworte prominenter Gäste aus Politik, Bildung und Gesellschaft sowie Ehrungen für Mitarbeiterinnen und Heimbewohner standen, gehörte auch die musikalisch-künstlerische Unterhaltung. Diesen  Beitrag leisteten die Schüler aus den beiden genannten Gymnasien. Das musikalische Entree übernahmen zwei sehr talentierte Schüler aus der Gitarrenklasse des Landesmusikgymnasiums. Sie interpretierten virtuos und mit sichtlicher Freude am Umgang mit der Gitarre ausgewählte klassische Lieder.   

Den Beitrag des Raiffeisen-Campus, Goethes Ballade „Der Zauberlehrling“, kündigte Angelina an und lud das Publikum freundlich zum Mitsingen ein. Unmittelbar danach zogen unsere Lernerinnen der 9a buchstäblich alle musikalisch-künstlerischen Register und präsentierten in einer perfekt gerappten und choreographisch ausgezeichneten Darbietung von Goethes Ballade eine Kostprobe ihres Könnens. Von ihrem Auftritt war das Publikum restlos begeistert. Auch wenn viele Anwesende Goethes „Zauberlehrling“ von ihrer eigenen Schulzeit her kannten, so gaben doch manche anschließend zu, den Text in der gerappten Darbietung unserer Lernerinnen wieder neu entdeckt zu haben. Und dass unsere Lernerinnen selbst beim ausgiebigen und leckeren Buffet immer wieder darauf angesprochen und gelobt wurden, zeugt von ihrem gelungenen Auftritt. Das erfüllt uns natürlich mit Freude und macht uns auch ein wenig stolz.

Frau Ahrens, der Leiterin des Azurit-Zentrums in Montabaur, danken wir an dieser Stelle sehr herzlich für die Einladung. Den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern wünschen wir für 2016 weiterhin alles Gute!  

 

 

 

Lernerfolgskontrolle – dieser Begriff wird häufig auf klassische mündliche und/oder schriftliche Prüfungsformate reduziert. Allerdings geben die in solchen Tests erzielten Ergebnisse oft nur eingeschränkt Auskunft darüber, was und wie viel eine Lernerin bzw. ein Lerner tatsächlich verstanden hat oder nicht. Dagegen können die Lerner mithilfe des „Interwriting“ sowohl inhaltlich-thematische Aspekte, die im Laufe der Bearbeitung einer Lerneinheit ihr Interesse und ihre Neugier besonders geweckt haben als auch solche, mit denen sie Schwierigkeiten haben, besser reflektieren. Bei diesem Verfahren handelt es sich um einen (vorstrukturierten) Schreibdialog im Unterricht. Dem liegt die Erwartung zugrunde, dass sich zwei Lerner abwechselnd über ihren Verstehenshorizont und ihre Verstehensweisen austauschen, die Ergebnisse fixieren und bewerten. Nach Einführung dieser Methode in meiner Deutschklasse (8a) kamen die Lerner auf die Idee, ihre erste Begegnung mit dem „Interwriting“ in folgendem Erfahrungsbericht festzuhalten:  

Zettel schreiben im Unterricht? Wir dachten, wir hätten uns verhört, als Herr Dr. May uns heute dazu aufforderte. Ganz so war es dann doch nicht gemeint. Die neue Lernmethode, die wir heute im Deutschunterricht kennengelernt haben, erinnert wirklich etwas an das Zettelschreiben im Unterricht, das  den meisten Lehrern doch ein Dorn im Auge ist. Allerdings geht es beim "Interwriting" nicht darum, sich während des Unterrichts  über private Unternehmungen am Wochenende zu schreiben, sondern vielmehr darum, sich den Unterrichtsstoff vor Augen  zu führen und sich bewusst Gedanken über  Verstandenes und Nichtverstandenes zu machen.

Das Ganze funktioniert wie beim Whatsappschreiben: Jeder Lerner schreibt einen Satz darüber, wie er mit dem gegenwärtigen Thema klar kommt und was ihm daran besonders gefällt oder womit er Schwierigkeiten hat.  Danach tauschen die beiden Sitznachbarn oder Schreibpartner  ihre Hefte und antworten auf den Satz des anderen mit einer Gegenmeinung, einer Zustimmung, einer Relativierung oder auch einer Rückfrage. Für jede Antwort haben die Paare jeweils eine Minute Zeit. Ist die Minute vorbei, tauschen sie zurück und antworten dort. Aber Vorsicht! Wer nicht direkt tauscht, scheidet aus.

Eine weitere Besonderheit ist, dass während der Schreibphase nicht gesprochen wird. Die Schreibpartner tauschen sich ausschließlich schriftlich aus. So entstehen praktisch zwei Texte, die den Lernstoff wiederholen und in denen man auch hilfreiche Diskussionen führt. Wie lange die Hefte hin und her gereicht werden, entscheidet der Lehrer in Abstimmung mit der Klasse –  bei uns waren es 10 Minuten, d.h. in jedem Heft standen 5 Sätze und 5 Antworten zum Thema „Kurzgeschichte“.

Nach der Partnerarbeit kam jede Gruppe nach vorne und las ihre Texte vor. Besonders auffällig hierbei: Die einzelnen Partnergruppen sind unterschiedlich an die Aufgabenstellung herangegangen. In unserer Klasse gab es zum Beispiel einige Gruppen, die sich gegenseitig nochmals die wichtigsten Merkmale der Gattung „Kurzgeschichte“ schilderten, andere wiederum, die mehr über die 2 verschiedenen Geschichten diskutiert haben, die wir bis jetzt gelesen haben und wieder andere, die mit guten Argumenten versucht haben, ihren Schreibpartner zu überzeugen, dass das Thema doch ganz spannend ist. Gerade dieser Punkt führt hat dazu geführt, dass man das Thema noch mal mit ganz anderen Augen gesehen hat und manchem Lerner ist dabei tatsächlich Licht aufgegangen.

Interwriting haben wir also als eine Lernmethode kennengelernt, die sich für eine Zwischenbilanz oder zum Abschluss eines Themas sehr gut eignet. Rückmeldung bekommen hierbei sowohl Lehrer als auch Lerner, was verstanden wurde und was noch wiederholt oder vertieft werden kann. Ein wichtiger Punkt darf nicht fehlen: Man hat Freude dabei und kann nur Positives daraus ziehen.