Liebe Lernerinnen und Lerner,

kaum hatte ich das Thema „Waschmaschinen“ hier gepostet, kamen weitere Maßnahmen der Trump-Administration hinzu.

Ganz aktuell sind wir bei Einfuhrzöllen auf Stahlimporte und Zölle auf deutsche Premium-PKWs könnten folgen.

Kurze Erläuterung: Ein Einfuhrzoll ist ein Preisaufschlag auf Ware, die importiert, also eingeführt wird. Das eingeführte Gut wird für die Käufer im Inland somit teurer.

Die US-Regierung begründet das wie folgt:

  • Ausländischer Stahl sei zu billig und drücke damit die Preise für Stahl im Inland. Das sei ein unfairer Wettbewerb zu Lasten der USA.
  • Das wiederum führe zum Zusammenbruch der heimischen Stahl-Industrie.
  • Und daraus folge eine hohe Arbeitslosigkeit der amerikanischen Stahlarbeiter.
  • Maßnahme: Deshalb werden Stahlimporte mit Einfuhrzöllen belegt.

Trump hat bei seinen Wahlkampfauftritten den amerikanischen Stahlarbeitern versprochen, Ihnen zu helfen.

Mit dem Einfuhrzoll will er Stahlimporte verteuern und damit selbsterzeugten Stahl wieder konkurrenzfähig machen, also den Marktanteil für den amerikanischen Stahl in den USA erhöhen.  Das soll die amerikanische Stahlindustrie und deren Arbeitsplätze retten.

Achtung:

Die USA verwenden ihren Stahl nicht nur im Inland, sondern exportieren auch; insbesondere würden sie gerne mehr exportieren als bisher. Derzeit importieren sie viel mehr Stahl, als sie exportieren, also an ihre Handelspartner verkaufen.

Der Einfachheit unterstellen wir, dass derzeit genau so viel importiert wie exportiert wird.

Wann funktioniert also dieser Plan der Einfuhrzölle und hilft der amerikanischen Stahlindustrie?

 

Nur zwei der folgenden vier Antworten sind richtig:

a) wenn die Handelspartner ihrerseits keine Zölle erheben auf amerikanischen Stahl?

b) wenn die Handelspartner ihrerseits geringere Zölle (als die USA auf Stahl der Handelspartner) auf amerikanischen Stahl erheben?

c) wenn die Handelspartner ihrerseits auf US-Stahl in gleicher Höhe Zölle erheben?

d) wenn die Handelspartner im Gegenzug ihre Zölle auf US-Stahl stärker anheben als die US es vorgemacht haben?

Wenn Sie diese Einstiegsfrage richtig beantwortet haben, gehen wir gemeinsam tiefer in das dahinter liegende Grundprinzip des Außenhandels hinein.

Viel Erfolg!

 

Ihr

Ralf Kölbach

 

 

2 Kommentare
  1. Lennart M. sagte:

    Hallo Herr Dr. Kölbach,

    wir vom Sozialkunde LK MSS1 sind uns einig, dass die von der Trump-Administration aufgeführten Effekte nur dann auftreten,
    wenn Szenario a und b gegeben sind. Bei c und d ist der amerikanische Stahl wieder teurer und somit nicht mehr konkurrenzfähig.

    Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag,

    Ihr Lennart M. für den Sozialkunde LK MSS1

    • Ralf Dr. Kölbach sagte:

      Hallo Lernerinnen und Lerner des Sozialkunde LK,

      richtig – gut gemacht!

      Das Grundproblem dieser Einfuhrzölle ist, dass man davon ausgehen muss, dass die andere Seite zurückschlägt. Und dann gibt es nichts zu gewinnen; für beide Seiten.

      Anders formuliert: Zu hoffen, dass man Situationen einseitig zu den eigenen Gunsten verändern kann, ohne dass die Gegenseite sich wehrt, ist zu kurz gedacht.

      Wenn diese Themen der gegenseitigen Einfuhrzölle eskalieren, spricht man von einem „Handelskrieg“.

      Dieses für den Wohlstand von uns allen zentrale Themas des Außenhandels werde ich Ihnen mit weiteren Kombinationen aus Informationen und Denksportaufgaben näher bringen.

      Beste Grüße

      Ihr
      Ralf Kölbach

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