Schau in den Spiegel, Schule…

Was macht eine gute Schule aus? Diese Frage beantwortete uns in diesen Tagen das Magazin „Der Spiegel“ in einem ausführlichen Feature über mehrere Seiten. Für uns interessant war dabei besonders die Checkliste, die der Spiegel darin abdruckte. Was uns gefiel, war weniger, dass wir viele dieser Aspekte gut zu erfüllen glauben. Uns gefiel schlicht, dass die Redaktion des Spiegels auch Aspekte in den Blick nahm, die auf den ersten Blick peripher zu sein scheinen, eigentlich aber im Herz des Qualitätsanspruchs einer Schule sein sollten. Deshalb trauen wir uns, diese Checkliste mit freundlicher Genehmigung der Redaktion hier abzudrucken und wissen doch, dass wir nicht jeden Tag jeden Punkt erfüllen können. Aber wir arbeiten daran…

„Woran Sie erkennen, ob die Schule Ihres Kindes etwas taugt 

1. Ihr Kind freut sich morgens auf die Schule. Die Lehrer freuen sich auf Ihr Kind.

2. Schüler und Lehrer grüßen einander, halten sich die Tür auf, bedanken sich. Sekretärinnen und Reinigungspersonal sind freundlich und arbeiten gern. Der Hausmeister hat sein Büro auf der Lehreretage, nicht im Keller.

3. Die Schule bittet um Feedback von außen, um Fehler abzustellen. Kritik wird als Bereicherung verstanden, nicht als Zumutung.

4. Die Schulleitung gibt zu, dass es auch mit Lehrern Probleme gibt – und sucht nach Lösungen.

5. Lehrer sind am Schüler-Feedback interessiert; sie fragen, beispielsweise bei Lernentwicklungsgesprächen: Was kann ich besser machen?

6. Lehrer helfen sich gegenseitig, etwa indem sie sich im Unterricht besuchen und einander Tipps geben.

7. Lehrer, die Herausragendes leisten, werden schulöffentlich gelobt.

8. Den Satz „Wir würden ja gern, aber uns sind die Hände gebunden“ hören Sie an dieser Schule nie. Ebenso wenig wie den Satz: „Das kriegen wir niemals durch.“

9. Die Schulleitung sieht Richtlinien und Behördenvorgaben als Herausforderungen, die es, wo nötig, mit Fantasie zu umgehen gilt.

10. Es gibt klare Regeln. Zugleich gilt, dass man auch etwas lernt, wenn man eine Regel mal bricht.

11. Den Schulwechsel eines schwierigen Kindes nimmt die Schule nicht als Erleichterung, sondern als Niederlage.

12. Die Schüler können mitbestimmen, wie Flure und Klassenzimmer gestaltet werden.

13. Werden Wände oder Toiletten beschmiert, sind diese Schmierereien nach kurzer Zeit beseitigt.

14. Der Schulleiter ist mehr als ein Verwaltungsexperte. Er hat ein Weltbild. Und eine Haltung.

15. Wenn Sie als Fremder im Schulgebäude unterwegs sind, dauert es nicht lange, bis Sie angesprochen werden.“

Urhebervermerk: SPIEGEL25/2014, Seite 63. Wir danken dem Verlag für die Genehmigung des Abdrucks.

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