"Politische Bildung – schon ab Klasse 5!", so hätte das Motto eines Projekttags mit allen Lernerinnen und Lernern am Raiffeisen-Campus lauten können. Er endete mit einer Veranstaltung mit den Kandidatinnen und Kandidaten aller im Bundestag vertretenen Parteien, über den die Westerwälder Zeitung am 11.9. ausführlich berichtete und sie kommentierte. Deshalb konzentrieren wir uns in unserer Berichterstattung auf den Vorlauf, der die Lernerinnen und Lerner in die Lage versetzte, die Bundestagswahl als Verfahren und Ausdruck politischer Partizipation in der Demokratie zu begreifen:  

Wir am Raiffeisen-Campus erachten es nämlich als grundlegend bildend, dass sich unsere Lernenden schon frühzeitig mit politischen Themen auseinander setzen – unabhängig vom Fächerkanon in Rheinland-Pfalz. So widmeten wir dem tagespolitisch aktuellem Thema Bundestagswahlen in Deutschland einen kompletten Projekttag zu, der sich aus dem gleichnamigen Heft der Bundeszentrale für politische Bildung generierte.

Dazu kamen am Morgen alle Lernenden des Raiffeisen-Campus in der Aula zusammen. Hier erzählten zunächst Prominente in einem Film, warum sie (nicht) wählen gehen und die Lernenden setzten sich einführend selbständig damit auseinander, warum in einer Demokratie überhaupt gewählt wird. Als Schulleiter Meffert verkündete, dass am Nachmittag alle Spitzenkandidaten aller im Bundestag aktuell vertretenden Parteien zu Besuch kommen, war den Lernenden das freudige Erstaunen ins Gesicht geschrieben und sie gingen motiviert in die arbeitsteilige Arbeit nach Jahrgängen.

Die Lernenden der fünften Klassen fanden sich nach Wahl des für sie persönlich wichtigsten Themas in Kleingruppen zusammen und gründeten ihre eigene Partei. Hierzu entwarfen sie einen passenden Parteinamen sowie ein ansprechendes Wahlplakat und eine reißende Wahlkampfrede.

Die Lernenden der sechsten Klassen setzen eines der fünf Wahlgrundsätze in einer eigens verfassten Geschichte um, nachdem sie gemeinsam eine Beispielgeschichte zum Wahlgrundsatz geheim gelesen hatten und die Bedeutung der Wahlgrundsätze im Lexikon nachgeschlagen haben.

Die Lernenden der siebten Klassen gingen arbeitsteilig vor: Je eine Gruppe pro Klasse sammelte Pro- und Contra-Argumente zur Herabsetzung des Wahlalters und der Wahlpflicht als Bürgerpflicht, je eine weitere Gruppe pro Klasse bereitete ein Kurzreferat zum Thema wie gewählt wird und wie man Bundeskanzler/in wird vor. Eine weitere Kleingruppe verwandelte ausgewählte Lexikonartikel in Spickzettel, welche sie den fünf Kandidaten selbst überreichten.

Zurück im Plenum präsentierten sich die drei mehrheitlich gewählten Parteien der beiden fünften Klassen, lasen die Lernenden der sechsten Klassen die fünf besten Geschichten zu den fünf Wahlgrundsätzen vor und referierten die besten Gruppen der siebten Klassen, wie gewählt wird und wie man Bundeskanzler/in wird.

Die zwei Streitgespräche boten die perfekte Überleitung für die Vorstellungsrunde der geladenen und vollzählig erschienen Kandidaten, weil sich die Lernenden zum Ende des Gesprächs einig waren, dass doch die Politiker sich über die Herabsetzung des Wahlalters streiten sollen.

Wer der Meinung ist, Kinder und Jugendliche seien von Grund auf Politik verdrossen, der hätte die Begeisterung unserer Lernenden an diesem Projekttag spüren sollen und würde so seinen Standpunkt sicher ändern.

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