Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Buch, das man nicht mehr wieder aus der Hand legen möchte, wenn man es einmal zu lesen angefangen hat, ist ein gutes Buch! Und Menschen, die solche Bücher schreiben, laden uns, Leserinnen und Leser, zu einer ganz besonderen Entdeckungsreise ein. Karin Bruder, die Autorin des 2010 erschienenen Jugendromans "Zusammen allein" zählt für mich zu diesen besonders talentierten Menschen.

Wie Sie vielleicht schon erfahren haben, begrüßen wir diese Autorin am 8. Juni im Rahmen unserer Lesereihe LitLive! und sie wird aus dem Roman "Zusammen allein" lesen. Ich durfte dieses Buch im Vorfeld lesen. Mein spontaner Eindruck ist: Es ist nicht einfach, richtige Worte zu finden, um die Faszination angemessen zu beschreiben, die von diesem außergewöhnlichen Roman ausgeht.

Für uns, die in einer Demokratie leben, ist es schwer, uns vorzustellen, wie es sich in einer Diktatur, d.h. in einem Staat anfühlt, in dem die Menschen ihre Meinung nicht frei äußern dürfen. Doch die Autorin Karin Bruder lässt den Leser mit einer erstaunlichen Leichtigkeit in eine solche Welt eintauchen: Wir lernen Agnes, die Protagonistin, kennen. Sie ist gerade 15 Jahre alt, als ihre Eltern sie in Rumänien zurücklassen und nach Westdeutschland übersiedeln, in ein Land, das sie nur aus "Erzählungen" und der Bunten kennen. Aber dafür haben sie eine ebenso einfache wie plausible Erklärung: "In der Bunten sahen nicht nur die Menschen, sondern auch die Dinge glücklich aus" (S. 8). Aus Liebe zu ihrer Heimat weigert sich Agnes, ihren Eltern nachzufolgen. An ihre "schräge" Oma gewöhnt sie sich erst allmählich und zu allem Überfluss kommt es zu einem schwerwiegenden Konflikt mit dem Geheimdienst …

Thema und Schreibstil dieses Buches sind so spannend und frisch, dass jede Zeile buchstäblich unter die Haut geht. Daher freuen wir uns auf die Schriftstellerin Karin Bruder und auf Sie, liebe Eltern und Literaturbegeisterte, am 8.6. um 17.30 Uhr im Forum des Raiffeisen-Campus!

Dr. Yomb May

 

Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Nicht so die Lerner der Klasse 7a, die sich im Deutschunterricht von Frau Maier mit dieser und weiteren Fragen rund um Rechtschreibung und Grammatik intensiv beschäftigten.

Die letzte Klassenarbeit stand an, doch wie kann man jeden Lerner der Klasse dabei unterstützen, sodass sich jeder individuell, die jeweiligen Baustellen in den Blick nehmend darauf optimal vorbereiten kann? Ein individueller Lernplan war die Lösung. Zunächst durchliefen alle Lerner einen Check-In: Hier galt es, in allen relevanten Grammatik- und Rechtschreibbereichen zunächst sein Wissen unter Beweis zu stellen und so ganz ehrlich Lücken aufzudecken. Mit dieser Basis mussten nun die verbleibenden drei Wochen bis zur Klassenarbeit  geplant werden: In welcher Deutschstunde möchte ich welches Thema bearbeiten? Muss ich auch mal in der freiwilligen Lernzeit ran? Wie viel Zeit habe ich eigentlich?

Bei diesem Vorgehen rückt der eigentliche Inhalt der Klassenarbeit in vielerlei Hinsicht fast in den Hintergrund: Zeitmanagement und ein ehrlicher Umgang mit den eigenen Lücken, Lernen lernen eben.

Der Zufall ist manchmal ein wunderbarer Begleiter. So ergab sich vor einigen Wochen die Gelegenheit, dass Frau Jockwig die Theater AG von und mit Frau Ingenhoven in die Welt des Poetry Slams einführte. In den folgenden Stunden entstanden in Einzel- und Gruppenschreibphasen einige beeindruckende Texte. So auch der Folgende, zum vorgegebenen Thema „Wetter“.

Das Wetter (Franziska, 6b)

Es regnet.

Die Regentropfen prallen auf das Dach. Laut. Die Blätter fallen auf den Boden. Es wird Herbst, die Bäume verfärben sich. Regen, viel Regen. Dunkle Wolken. Graue Wolken, mehr Regen. Ich gehe an mein Fenster die Blätter schweben im Wind. Alles Dunkel. Ich möchte schlafen es geht nicht es ist zu laut, zu dunkel.

Es schneit.

Der Schnee ist weiß. Ich gehe raus, nehme mein Schlitten und rase den Berg runter ich habe viel Spaß. Regen. Es regnet, der Schnee schmilzt, es ist matschig. Ich gehe rein, schau traurig aus dem Fenster, wie der Schnee sich auflöst, es ist so warm geworden.

Es blüht.

Die Blumen blühen, die Sonne scheint leicht. Ich lege mich auf die Wiese und genieße den Geruch von frischen Blumen. Der leichte Wind weht mir durch die Haare, sie flattern so schön. Ich renne mit dem Wind und fühle mich als würde ich fliegen.

Es ist warm.

Die Sonne prallt auf mein Fenster. Ich springe ins Wasser. Die Sonne ist zu heiß, mir läuft der Schweiß über mein Gesicht. Nass. Ich spüre, mir wird zu heiß. Meine Haut wird ganz rot, ich gehe rein. Die Sonne scheint bis abends spät, 23 Uhr. Ich gehe raus, es ist immer noch warm.