Diese Frage stellten sich die beiden fünften Klassen im Rahmen des Lernateliers „Aufruhr in den Alpen“ im Verlauf der ersten drei Schulwochen im Januar. Als engagierte Fachexperten, die durch den Bürgermeister beauftragt wurden, war es das Ziel der Klassen zu erforschen, ob der Seilbahnbau für die Landschaft, die Menschen und die Tiere vertretbar sei. Die finale Entscheidung über den Bau sollte abschließend der Bürgermeister (Herr Deinert) treffen.

Die LernerInnen präsentieren ihre Vorschläge

Das LA startete gemeinsam mit einem Austausch darüber, was die Lernerinnen und Lerner mit dem Begriff des „Skifahrens“ verbinden und schnell fanden alle das Thema der folgenden Wochen heraus, das perfekt zu der aktuell herrschenden Wetterlage – nämlich Kälte und Schnee – in Dernbach passte.

Die zentrale Aufgabe des ersten Plans war es, die Lernerinnen und Lerner mit allgemeinen Informationen zur Örtlichkeit zu versorgen. Hierbei ging es vor allem um den Brummberg, die Alpen im Allgemeinen, die Vegetation und die architektonischen Möglichkeiten für den Bau einer Hotelanlage auf dem Brummberg, die in Form verschiedener mathematischer Körper auch plastisch dargestellt wurde. Nach der Theorie zur Umgebung hatte jeder Lerner nun die Möglichkeit, sich für eine Rolle zu entscheiden, die er später vertreten wollte. Entsprechend dieser Rolle bearbeiteten die Lernerinnen und Lerner nun verschiedene Hefte: Konnte man sich nicht mit dem Bau einer Seilbahn anfreunden und wollte stattdessen für den Erhalt der Umwelt eintreten, wählte man die Rolle des Umweltschützers. Auch bei der Wahl der Rolle des Bauers wurde der Seilbahnbau kritisch betrachtet, während es für die Rollen des Tourismusverbandes und der Seilbahnbauer wichtig war, sich mit den positiven Seiten des Seilbahnbaus zu beschäftigen.

Im Zentrum der Bearbeitung der rollenspezifischen Hefte stand die Recherche von Argumenten, die den Bau der Seilbahn fördern oder verhindern sollten. Schnell blühten die Lernerinnen und Lerner in ihren verschiedenen Rollen auf und gestalteten informative Plakate, die die wichtigsten Argumente für oder gegen den Seilbahnbau zeigten.

Den Abschluss des Ateliers bildete die gemeinsame Podiumsdiskussion im Forum, bei der die beiden Klassen sich versammelten und in kleinen Redebeiträgen auf der Bühne versuchten, die Zuhörerinnen und Zuhörer von der eigenen Meinung zu überzeugen. Hierbei ging es zeitweise sehr hitzig zu – kein Wunder, denn die Vertreter der verschiedenen Rollen hatten sich mittlerweile so tief in diese hineinversetzt, dass sie den Bürgermeister unbedingt überzeugen wollten. Letztendlich konnten die Umweltschützer und Bauern ihre Argumente überzeugender vertreten, sodass der Bürgermeister sich in Folge einer knappen Abstimmung gegen den Bau der neuen Seilbahn entschied.