“Guten Morgen, herzlichen willkommen zurück aus den Ferien. Wir schicken Sie jetzt erst einmal auf einen Spaziergang.” – Mit etwa diesen Worten begrüßte der Schriftsteller, Philologe und Dialogbegleiter Volker Viehoff gemeinsam mit seinen vier Begleitern das Team des Raiffeisen-Campus. Der erste Tag des Workshops zum Themenschwerpunkt Kommunikation konnte also beginnen. Bewegung als erste gemeinsame Aktivität am Tag tut gut, das war allen schnell klar, dabei sieben Minuten alleinige Redezeit zur Verfügung zu haben, während die Mit-Spazierer lediglich zuhören und keine Reaktion zeigen dürfen, fühlte sich hingegen erst einmal seltsam an.

Bereits mit diesem Einstieg in den Tag wurde schnell deutlich: Dieser Workshop sollte etwas Besonderes werden. Von Erwartungen, die auf schnelle Lösungen abzielten, konnten sich alle Beteiligten schnell verabschieden, stattdessen stand ein Aspekt im Mittelpunkt, der vor allem im schnelllebigen Schulalltag nur selten Beachtung findet: Entschleunigung – und zwar in allen Bereichen der täglichen Arbeit. So gehörten Phantasiereisen auf weichen Schafsfell-Matten und viel Zeit für individuelle Gespräche zum Programm des zweitägigen Workshops.

Zwischen Fishbowl-Diskussionen, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst eingebrachte Schwerpunkte thematisieren konnten, brachte das Team um Viehoff immer wieder Musikuntermalungen ein. Die Improvisationsstücke, die live im Forum des RC gespielt wurden, ernteten nicht nur große Bewunderung der Anwesenden, sondern ermöglichten jedem und jeder Einzelnen, in sich hineinzuhören und das gerade Gehörte und Gesagte noch einmal für sich selbst zu ordnen.

Spätestens die Abschlussrunde machte deutlich: Das Team des Raiffeisen-Campus konnte die zwei entschleunigten Tage in den verschiedensten Facetten genießen und wünscht sich eine baldige Fortsetzung des Workshops mit Viehoff. Bis dahin gilt es, achtsam Kleinigkeiten in den Blick zu nehmen, die sich bereits in der Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit Schülerinnen und Schülern verändert haben.

Bis zu einem Wiedersehen mit den Coaches nimmt sich jeder Einzelne die Entschleunigung zu Herzen, die bereits für die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren von großer Wichtigkeit war: “Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.”