Im Religionsunterricht der Klasse 5a bei Frau Berleth setzen dich die Lernerinnen und Lerner mit den Anfängen ihrer eigenen Glaubensgeschichte und – am Beispiel der Abrahamserzählungen – mit den Anfängen der in der Bibel überlieferten Glaubensgeschichte des Volkes Israel auseinander. In einer der ersten Stunden lernten sie das Leben heutiger Nomaden kennen und stellten sich vor, wie es wohl sei, eine Woche mit einer Beduinenfamilie mitzuziehen. Lesen Sie hier den Originalbericht einer Lernerin, in dem sie auch über wichtige Merkmale des Nomadenlebens erfahren:

„Wir zogen viel herum. Wir bauten die Zelte auf und wieder ab. Ich dachte, mir wird unter den langen Gewändern der Nomaden heiß, aber es war kühler als ich es mir vorgestellt hatte. Gerade baute ich mit meiner Sippe unsere Zelte auf, da erschütterte ein riesiges Beben den Boden. Schnell sprang ich auf, um zu sehen, was passiert war. Wir befanden uns in einem Tal, die Bergwände stiegen steil in den Himmel hinauf. Da sah ich es: Ein Teil der Felswände war durch das Erdbeben auf den Boden geprallt. Die Steine versperrten uns fast den Weg nach draußen. Schnell lief ich zurück, um die anderen zu warnen. Als ich ankam sah ich, dass Naro, meine Freundin fehlte. Ich fragte Adamo, ob er sie gesehen hatte. Er sagte: „Sie ist die Tiere holen.“ Erst jetzt fiel mir auf, dass die Schafe und Ziegen verschwunden waren. Emma erklärte: „Die Tiere haben sich bei dem Lärm erschreckt und sind geflohen. Ohne sie können wir nicht überleben!“ Ich lief den Spuren der Tiere hinterher. Bei ihnen fand ich Naro. Zusammen brachten wir die Schafe, Ziegen und Esel zurück ins Lager. Jetzt berichtete ich der Sippe, dass wir aufbrechen mussten. Schnell bauten wir die Zelte ab. Wir liefen mit den Tieren auf das Ende der Schlucht zu. Es bebte schon unter unseren Füßen. Im letzten Moment rannten wir zwischen den Felswänden hindurch ins Freie. Hinter uns stürzte der Rest der Schlucht ein. Wir warfen uns in den Sand, um nicht von den Steinen getroffen zu werden. Als der Staub sich legte, sahen wir eine Oase hundert Meter vor uns. Wir gingen darauf zu und Adamo rief: „Es ist keine Fatamogana. Hier bleiben wir eine Weile!“