Louisa an der Deutschen Schülerakademie
– Von Schlafmangel, „Bester Sommer“, ΛCDM, KüAs, unglaublichen Menschen und einer unvergesslichen Zeit
Die Deutsche Schülerakademie (DSA) ist ein bundesweites Förderprogramm von Bildung & Begabung für leistungsstarke und motivierte Schülerinnen und Schüler der beiden Jahre vor dem Abitur – also der 10. und 11. Klasse. In zweieinhalbwöchigen Kursen arbeiten sie gemeinsam mit Gleichaltrigen aus ganz Deutschland intensiv an wissenschaftlichen, künstlerischen oder gesellschaftlichen Themen und entwickeln dabei sowohl fachliche als auch persönliche Fähigkeiten weiter. Ziel ist es, Neugier, Teamgeist und eigenständiges Denken zu fördern und das neu Erlernte am Ende in einer Dokumentation zusammenzufassen.
Meine Reise begann Anfang des Jahres mit meiner Bewerbung, die in meinem Fall über die Schule verlief. Anschließend wurde ich aufgefordert, an einer Kurswahl teilzunehmen und musste mich zwischen viel zu vielen spannenden Kursbeschreibungen entscheiden. Jetzt konnte ich nur noch eines tun: Warten und hoffen.
Ende April kam dann die lange ersehnte Nachricht: Ich wurde tatsächlich für meine Erstwahl angenommen und durfte am Kurs „Der Urknall – Von Schwarzen Löchern, Gravitationswellen und dem tiefsten Ton des Universums“ auf dem Gelände der Klosterschule in Rossleben teilnehmen!
Kurz darauf bekamen wir, neben anderen organisatorischen Dokumenten und einer ordentlichen Portion Aufregung, ein Begrüßungsschreiben unserer Kursleiter zugeschickt. Statt komplexen, sehr zeitintensiven und frustrationsgefährdenden Physik- und Mathematikaufgaben zur Vorbereitung, erwarteten uns darin Witze, Motivation und ein paar kleine, schnell zu erledigende Aufgaben.
Und dann verflog die Zeit, bis ich plötzlich auf dem Weg nach Rossleben war – beladen mit einem Koffer für 16 Tage und Unmengen an Lernblättern und Formelsammlungen. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung begann in Kleingruppen eine Schnitzeljagd über das Gelände – und spätestens da verflog meine Sorge, keine Freunde zu finden.
Ab dann begann der Alltag und das Abenteuer ging erst richtig los: Frühstück, Plenum, erste Kursschiene, Mittagessen, kursübergreifende Angebote (KüAs), die von Sport über Chor und Backen bis zu Musikquiz reichten, Kuchenpause, zweite Kursschiene. Abends folgten nach Belieben wieder KüAs – und der Schlaf wurde von Tag zu Tag weniger.
Besondere Tage waren der Ausflug (für mich zum Klettern), die Rotation, bei der wir Einblicke in andere Kurse unseres Standorts bekamen, sowie ein Sportfest mit sehr kreativen Kampfschreien. Auch Konzertabend, Zukunftsabend und Partys machten die Akademie zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.
Wie sich viel zu schnell herausstellte, bestand das Schwerste der Akademiezeit jedoch nicht in komplizierten Matheaufgaben, frustrierenden Python-Programmierungen oder der tausendsten verzweifelten Überarbeitung der Doku, sondern im Abschied. Dazu haben neben den anderen Teilnehmer:innen unsere witzigen, unkomplizierten und überaus motivierenden Kursleiter:innen – oder besser Mentor:innen – maßgeblich beigetragen. Spätestens am letzten Abend, bestückt mit kreativen Beiträgen der Kurse und KüAs und anschließender Party, flossen die ersten Tränen. Das letzte Frühstück, das letzte Plenum, fürs Erste das letzte Mal seine neuen Freunde sehen. Es wurde sehr viel geweint, aber es war auch ein unglaubliches Gefühl, zu wissen, zu was für einer tollen Gemeinschaft wir uns in nur 16 Tagen entwickelt hatten – trotz aller Unterschiede in Herkunft und Geschichte, denn eines hatten wir gemeinsam: Die Wertschätzung einer solchen Gemeinschaft und die Motivation, etwas Großes zu erreichen.
PS: Ich habe die DSA als eine unvergessliche Zeit erlebt, in der ich unglaublich talentierte und liebenswerte Menschen kennengelernt habe. Ich kann jedem, der darüber nachdenkt, an diesem Programm teilzunehmen, nur wärmstens empfehlen, dies zu tun. Diese Erinnerung kann euch niemand mehr nehmen.
PPS: Und es ist auch wirklich cool, sagen zu können, dass man mit seinem Laptop das Alter des Universums ausrechnen – oder andere spannende Dinge tun kann ?.
Louisa, Lernerin der MSS2





