Gedenkstättenbesuch Hadamar

Im Januar besuchten die Lerner:innen der MSS 2 und 3 die Gedenkstätte in Hadamar. Die Gedenkstätte, die auf dem Gelände der damaligen Tötungseinrichtung liegt, erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“. Der Begriff „Euthanasie“ ist eine von zahlreichen Euphemismen der NS-Zeit, die in diesem Falle aber die systematische, industrielle Vernichtung von sogenanntem „unwertem Leben“ meint. In zwei verschiedenen Workshops hatten die Lerner:innen die Möglichkeit sich intensiv mit der Geschichte und der Realität dieses Ortes auseinanderzusetzen. Dabei lernten sie neben den Hintergründen auch konkrete Lebensgeschichten kennen und erkundeten das Gelände in Kleingruppen. Besonders stach heraus, dass die Leitenden Kontinuitäten aufzeigen konnten, die weit vor der NS-Zeit begannen und bis in die heutige Gegenwart reichen, womit die Thematik auch heute noch eine gewisse aktuelle Brisanz aufweist. Diese Art der konkreten Auseinandersetzung fördert die Sensibilisierung der Lerner:innen für die Tragödien, die Menschen zur damaligen Zeit erleben mussten.

Der Besuch war in dem Sinne eine wertvolle Erfahrung, um als Lehre aus dieser schlimmen Zeit, die Bedeutung von Empathie und Verantwortung in der heutigen Gesellschaft zu begreifen. Ganz konkret bedeutet es, dass wir nun selber zu einem Erinnerungsort geworden sind, da wir nun etwas erlernt haben, was wir als Mahnung weitertragen wollen.

(Tess, Lernerin der MSS2)