Handys sind am Raiffeisen-Campus unsichtbar. Nein, wir haben keine neue Technologie entwickelt, die Mobiltelefone dem Augenschein entzieht und wir sind auch keineswegs technikfeindlich – ganz im Gegenteil, wie unsere diversen Internetportale und die ans Internet angeschlossenen elektronischen Tafeln in jedem Klassenraum beweisen. Wir haben uns sogar kürzlich intensiv und interdisziplinär mit diversen Aspekten des Mobiltelefons beschäftigt (s. Artikel zur Rohstoffexpedition.

Wir halten aber die persönliche Kommunikation zwischen wirklichen, anwesenden Menschen für wichtiger und auch für spannender und verbannen deshalb von 8-16 Uhr die Handys der Lernerinnen und Lerner in die Spinde. Warum diese auf den ersten Blick strenge Regel bildungsförderlich ist, das belegt eine lesenswerte Reportage auf Spiegel Online.

Für diejenigen, die nicht die Zeit haben, den Artikel ganz zu lesen, hier zwei der pointiertesten Passagen. Lehrer Andreas Hambourg schreibt: „Wir machen etwas Schönes zusammen, aber jeder hat so ein Smartphone, das immer wichtiger ist als der eigentliche Moment.“ Der Moment, die Wirklichkeit des Zusammenlebens, das sehen auch wir so, darf nicht von einer kleinen Maschine entwertet werden.

Und Benedict, ein 15jähriger Schüler führt aus: „Manchmal hält mich das Handy von wichtigen Aufgaben ab. Es ist eben sehr einfach, sich so abzulenken. Deswegen muss ich auch aufpassen, dass ich nicht zu oft damit rumhantiere. Im Unterricht etwa: Ich denke immer, dass es nur 30 Sekunden dauert, auf das Handy zu gucken und zurückzuschreiben. Doch es dauert immer länger.“

Damit Sie uns nicht falsch verstehen: Wir finden Handys durchaus praktisch und es ist legitim, dass Kinder, vor allem Fahrlerner, ein Handy dabei haben. Wie sollten sie auch sonst ihre Eltern erreichen, wenn ein Bus verpasst wurde. Aber der Raiffeisen-Campus ist ein Ort der Bildung und der Begegnung. Und auch ohne Handy jeden Tag spannend genug…

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