Was würden Sie in Ihrer Firma tun, wenn über 25% der Belegschaft krank zu Hause bleiben müssten? Aufträge verschieben, Kunden vertrösten, die Produktion kürzen, die Nachtschicht ausfallen lassen?

All das tun wir am Raiffeisen-Campus eben nicht.

Unser Ansatz lautet: Die Gesunden müssen schlicht mehr arbeiten. In diesen Tagen leisten so max. 9 von 13 Lehrerinnen und Lehrern den gesamten Dienst, teils ohne jede Pause. Und geben doch keinen Vertretungsunterricht oder beaufsichtigen Spielstunden (was den Lernerinnen und Lernern vielleicht durchaus gefallen würde…). Sie erteilen vielmehr echten Fachunterricht in den Fächern, für die sie qualifiziert und in denen sie erfahren sind. Was bedeutet, dass sie nicht nur in der Schule mehr arbeiten, sondern auch danach, also am späten Nachmittag und Abend noch zusätzlichen Unterricht vor- und nachbereiten müssen.

Weil also jeden Tag für alle Klassen von 8 bis 16 Uhr echter Unterricht erteilt wird, werden nur die besonders aufmerksamen Eltern durch einen Blick in das (internetbasierte) Klassenbuch überhaupt feststellen, dass Lehrerinnen und Lehrer das Bett hüten, statt bei den Lernern zu sein (was sie übrigens sämtlich sehr gerne tun und deshalb so schnell wie möglich dahin zurückkehren werden).

Ich bin stolz auf und dankbar für ein Team, das an die Grenzen der Leistungsfähigkeit geht, weil das Lernen der Kinder für jeden einzelnen am Raiffeisen-Campus ein so hohes Gut ist, dass es der eigenen Freizeit und Bequemlichkeit ohne Zögern übergeordnet wird.

Im Namen der Schulgemeinschaft Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Anerkennung und meinen Respekt. 

Ihr Bernhard Meffert

Aktuelle Ergänzung: Nach Erscheinen dieses Artikels, am 19.2. frühmorgens: Das heimische Telefon klingelt. Es ist die Grundschule. Der Unterricht fällt heute aus….

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