Am 22.03 2019 fuhr der Geschichtsleistungskurs der MSS1 mit einzelnen lul aus den Grundkursen mit Frau Czekansky und Herrn Schön nach Hadamar zur Euthanasie-Gedenkstätte. In der Gedenkstätte wurden während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur zehntausende Pflegebedürftige getötet oder sterilisiert. Während unseres Aufenthalts wurden uns die zwei Phasen der Geschichte in praktischer Weise näher gebracht. Wir durchliefen während der Führung den Weg eines Patienten von der Ankunft bis zur Tötung.

In der sogenannten „Aktion T4“ der Nationalsozialisten kamen die Menschen in einem verschleierten Bus in der verschlossenen Garage an und der Weg der Opfer verlief zu einem vermeintlichen Arztbesuch in den Keller der Anstalt. Damals wurde von den NS-Tätern gesagt, dass die Ankömmlinge „duschen“ gehen. Doch dann wurden sie mit sehr vielen Menschen in einen sehr kleinen, engen Raum im Keller eingesperrt und dort anschließend durch Gas getötet. An manchen Leichen führten Ärzte danach teils unvorstellbare Experimente durch. Besonders eindrucksvoll war neben den beklemmenden Eindrücken des Kellers auch der angefertigte Boden, der dem Anstaltspersonal durch seine glatte Beschaffenheit einen schnellen Transport der Leichen zu den Brennöfen ermöglichte.

Am Nachmittag beschäftigten wir uns anhand verschiedener Quellen mit Einzelschicksalen von Opfern, die im Rahmen des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert und/oder getötet wurden. Sowohl Gründe als auch Praxis dieser NS-Methoden, die auch vor Fälschung von medizinischen Unterlagen nicht zurückschreckten, machten uns erneut eindrucksvoll die Absurdität der rassenhygienischen Vorstellung der damaligen Zeit deutlich.

Es ist zwar Interessant, die Geschichte in Büchern kennenzulernen. Aber der Besuch der Gedenkstätte hat uns das große und brutale Ausmaß der Verbrechen noch näher gebracht, die in unmittelbarer Nähe zu uns begangen wurden. Es war ein sehr interessanter Besuch und ein Nachmittag voller neuer Erkenntnisse. Auf erschreckende aber eindrucksvolle Art und Weise wurde unseren lul so ein grauenvoller Teil der Geschichte unseres Landes nähergebracht und wir haben eine Erkenntnis getroffen: nie wieder! Berücksichtigt man angesichts der Thematik diesen Eindruck, kann man von einem „gelungenen“ Ausflug sprechen.