Wer kennt ihn nicht, den typischen „0815 Partyurlaub“ auf Mallorca oder an irgendeinem Strandbad auf dem spanischen Festland? Sommer, Sonne, Sonnenschein und nach einer Woche geht’s mindestens mit einem heftigen Sonnenbrand wieder nach Hause zurück…Das alles klingt doch irgendwie nicht so spannend, oder?

Wer wirklich tief in die spanische Kultur eintauchen möchte, kommt gar nicht „drum herum“, an einem Austausch mit spanischen Gastfamilien teilzunehmen – so wie die Lernerinnen und Lerner der MSS 1 des Raiffeisen Campus. Kurz vor der Abreise gab es natürlich jede Menge Zweifel und Panik, wie denn die Gasteltern so ticken würden und ob man es überhaupt eine ganze Woche lang mit seinem spanischen Austauschschüler auszuhalten vermöge.

Nach dem ersten Wochenende vor Ort jedoch waren alle Zweifel wie weggeblasen. Die Gasteltern hatten unsere Kinder sehr freundlich und herzlich aufgenommen und ein sehr breites, individuelles Wochenendprogramm auf die Beine gestellt, von Familienfeiern über Kartbahn fahren, Strandbesuch bis zu Videoabenden mit Überlänge war so ziemlich alles vertreten. Ebenso konnten erstmals typisch spanische Gerichte und sonstige kulinarische Spezialitäten aus der Region (Horchata, chipirones und Co.) ausgiebig gekostet werden, was den positiven Eindruck weiter verstärkte.

Stadtrallye in Valencia

Montags ging es dann los mit dem ersten Unterrichtsbesuch am „Sagrado Corazón“, der für alle Anwesenden sehr lehrreich war, da sich Inhalte und Format des Unterrichts doch in vielen Dingen von der gewohnten Routine in Deutschland unterschied. Nachmittags wurden unsere Lerner zusammen mit den Spaniern in Kleingruppen aufgeteilt und durften Valencia über eine lustige kleine Stadtrallye erkunden, bei der sie zu vielen interessanten Sehenswürdigkeiten geführt wurden, wie zum Beispiel die Stierkampfarena.

Dienstag und Donnerstag standen ganz unter dem Vorzeichen der Kultur. Dafür teilten wir uns in zwei Gruppen auf, die dann im Wechsel das Programm des jeweiligen Anderen durchlaufen konnten. Während die eine Gruppe sich das Naturkundemuseum an der Uni anschauen durfte – mit anschließendem Besuch des Observatoriums – , ging die zweite Gruppe auf Wanderschaft durch die „huertas“ mit einem ortskundigen spanischen Lehrer. Dieser versuchte zunächst in einem sehr „eigenwilligen“ Englisch uns zu erklären, dass die Gärten und Felder dank des uralten maurischen Bewässerungssystems zum Weltkulturerbe zählte. Durch beherzte Intervention der Lehrer konnte der spanische Guide jedoch davon überzeugt werden, die weitere Tour auf Spanisch fortzuführen, was uns alle sichtlich aufatmen ließ.

Durch die schöne Wanderung kamen wir auch an Orte, die man als Tourist sonst eher nicht zu sehen bekommt. So hatten wir zum Beispiel die Gelegenheit, an einer Künstlerwerkstatt vorbeizuschauen, wo die neuesten „Fallas“-Figuren hergestellt wurden. Professionelle „Streetart“ Graffitis konnten wir auf dem Weg zurück an diversen Häuserfassaden auch bewundern.

Unsere Bootsfahrt

Am Mittwoch gönnten wir uns einen Strandausflug in Albufera, etwa ein Dutzend Kilometer außerhalb der Stadt. Dort wartete ein wunderschöner unberührter Naturstrand auf uns, der in Kombination mit einem wolkenfreien Himmel und der strahlenden Sonne förmlich dazu einlud, ins tiefblaue Meereswasser zu springen, um sich etwas abzukühlen. Anschließend kam es zu einem spontanen Fußballspiel zwischen den deutschen und den spanischen Kids, welches die Deutschen haushoch für sich gewinnen konnten. Unsere Nationalelf wäre vor Neid erblasst und hätte sich ein weiteres Mal beschämt auf den Heimweg begeben. In Albufera unternahmen wir außerdem eine schöne gemütliche Bootsfahrt, bei der uns unser Skipper viele Details zur Fauna und Flora und zur Geschichte Valencias erklärte.

Fortsetzung folgt …