Die Klasse 8a und die Frage …

An wen wende ich mich eigentlich, wenn ich einen Hund gekauft habe?

Im Sozialkundeunterricht bei Frau Hartung erstellen die Lernenden der Klasse 8a derzeit hoch motiviert in fünf Kleingruppen jeweils einen Flyer über die Verbandsgemeinde Wirges. Hierzu haben sich die Lernenden innerhalb der Gruppen mit Hilfe von Impulsen über Arbeitsblätter arbeitsteilig auf mögliche Inhalte für den Flyer vorbereitet: die einen verfassten einen Steckbrief über eine bedeutende Persönlichkeit der Verbandsgemeinde Wirges; die anderen erfuhren mehr über das Rathaus, persönliche Dokumente und die Gemeinde im Leben einer Familie; die nächsten setzen sich mit dem Bürgermeister bzw. den Bürgermeistern auseinander; wiederum andere verschafften sich einen Überblick über die Aufgaben einer Kommune im Allgemeinen und Speziellen. 

So entstand nach und nach in den Teams eine jeweils eigene Idee für einen Flyer über die Verbandsgemeinde Wirges. Dabei haben die Lernenden nicht nur sich selbst besser kennen gelernt, sondern auch die Verbandsgemeinde ihres Schulstandortes Dernbach. Außerdem haben sie beispielsweise ganz nebenbei erfahren, an wen man sich eigentlich wenden muss, wenn man einen Hund gekauft hat oder eines Tages einen  Führerschein hat und sein Auto anmelden möchte.

Salve Hospes!

… und so fühlten sich die Lerner der Klassen 7a und 7b dann auch herzlich aufgenommen bei Ihrem Besuch im Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg, das sie ausgehend vom Fach Geschichte besuchten.

Der Geschichtsunterricht steht ganz oft vor dem Problem, dass der Unterrichtsgegenstand, sei es nun eine Schlacht oder eine historische Entwicklung  nicht einfach so ins Klassenzimmer mitgebracht werden kann. Den Lernern ist somit einiges an Vorstellungskraft abverlangt, um sich in die Situation und in die Ereignisse hineinzudenken – Voraussetzung um Zusammenhänge und Entwicklungen zu erkennen.

Wenn nun schon die Römer nicht ins Klassenzimmer kommen, kommen die Klassen eben zu den Römern und so wurde kurzerhand der Lernort gewechselt. Es gab interessante Einblicke in den Alltag der römischen Soldaten und in das Kasernenleben, daneben gab es aber auch Schminktipps aus dem alten Rom und ein Eintauchen in die religiösen Vorstellungen der Römer.

Ein Highlight war aber mit Sicherheit der kurzzeitige Eintritt in die römische Armee: Die Lerner erfuhren am eigenen Leibe, was es hieß, ein römischer Soldat zu sein und lernten die drei "Ds" (Disziplin, Disziplin, und Sie ahnen es, Disziplin) der Armee beim Speer- und Bogentraining nachdrücklich kennen. An dieser Stelle sei jedoch verraten, dass die simulierte Wildschweinjagd eher mit hungrigen Bäuchen geendet hat und die gegnerischen Germanen weiter ein beschauliches Leben führen konnten.

Mit diesen vielen Eindrücken und auch dem Begreifen der Dimensionen eines römischen Kastells kehrten die Lerner wieder in ihre Klassenzimmer zurück, in denen dieses Wissen aufgegriffen und eingebettet wird – manchmal ist eben das Klassenzimmer nicht der optimale Lernort. Und da es die Philosophie am Raiffeisen-Campus ist, eine optimale Lernumgebung für die Lerner zu schaffen, gehören solche Exkursionen zum festen Bestandteil der Unterrichtskultur.

Eigeninitiative im Unterricht

Die Lernenden der Klassen 5ab sind im naturwissenschaftlichen Unterricht bei Frau Hartung weiterhin eigeninitiativ tätig (die Redaktion berichtete bereits im ersten Teil des Schuljahres darüber): Nachdem die Initiatoren alles rechtzeitig und selbständig mit ihrer Lehrerin abgesprochen hatten, genossen ihre Mitlernenden eine Präsentation über Solar-, Wind- und Kohlekraftanlagen sowie über Atomkraftwerke. Diese warfen mehrere Fragen bei den Lernenden auf, welche die Präsentierenden fachkundig, frei und selbstsicher beantworteten. Außerdem nahmen die Lernenden mehrere inhaltliche Aspekte aus den Präsentationen mit nach Hause.

Und noch ein anderes Beispiel: Eine Lernerin stellte ihren Mitlernenden eine Blindschleiche vor und beantwortete ihren Mitlernenden alle aufgekommenen Fragen rund um diese. So wissen die Lernenden, wo die Blindschleiche systematisch einzuordnen ist, wie ihr Lebensraum gestaltet ist, wovon sie sich ernährt und vieles mehr. Schließlich entließ die Lernerin unter den Augen ihrer Mitlernenden die Blindschleiche wieder in die freie Natur. Sehen sie selbst.

Frohe Pfingsten!

Feuerzungen – ja klar… Polyglott in zwei Sekunden – sehr realistisch, so denken sicher viele, die heute und morgen die Pfingstgeschichte hören. 

Warum, so frage ich mich, haben eigentlich viele Menschen unseres Jahrhunderts verlernt, Texte zu respektieren, den wahren Gedanken im narrativen Kleid zu entdecken? Sind wir so prosaisch, dass wir lyrische Texte automatisch für unwahr halten?

Dabei wird uns fast täglich in vielen Medien ein Märchen aufgetischt – manche Menschen halten "RTL-Aktuell" sogar für eine Nachrichtensendung, oder die "BILD" für ein Informationsorgan (nichts gegen diese beiden Medien, aber sie dienen eben in erster Linie der Unterhaltung). 

Die Einkleidung der Wahrheit in Geschichten in der Bibel ist zutiefst menschenfreundlich. Sie beabsichtigt nicht zu täuschen, sondern nutzt die Gestalt einer Geschichte, um diese begreiflicher, haptischer zu machen. In diesem Fall erzählt sie von einer verunsicherten religiösen Minderheit, die sich bedroht fühlt und deshalb einmauert. Statt Integration betreibt sie Segregation.

Und dann überkommt sie – welch ein Wunder ob ihrer Situation – wieder plötzlich die Be-Geist-erung für das, was sie mit ihrem Jesus erlebt hatten. Und so neu von ihm und mit ihm be-Geist-ert trauen sie sich, sich aus ihrer Isolation zu befreien und auf Menschen zuzugehen.

Und dann klappt plötzlich die Kommunikation auch mit den Menschen, die vorher sehr fremd waren und mit denen sie sich aufgrund ihrer auch bei sich selbst vermuteten Andersartigkeit gar nicht mehr verbunden wussten. 

So wird ein offener Diskurs über ihre Religion möglich. Die Bibel erzählt übrigens nicht, dass alle, die Petrus und den Jüngern zuhören, sofort die Religion wechselten und Christen wurden (Apg 2,41). Nur die, die das Wort annahmen, ließen sich taufen, berichtet die Apostelgeschichte. 

Nein, so wie damals ist auch heute interreligiöser Dialog in erster Linie eine Chance zu wechselseitigem Verständnis und Toleranz. Nur wer gar nicht miteinander redet, läuft Gefahr, sich gegenseitig zu hassen …

Pfingsten, ein narratives Mahnmal für religiöse Begeisterung in toleranter, offener Diskussion statt in selbstgewählter oder fremdbestimmter Isolation.

Mutige Pfingsten wünscht Ihr Bernhard Meffert, Religionslehrer am Raiffeisen-Campus

Frischer Fisch!

Dass am Raiffeisen Campus beim Lernen alle Sinne in Anspruch genommen werden, ist in diesen Tagen in den 5. Klassen im Erdkundeunterricht zu beobachten. Einige Stunden lang beschäftigten sich die LernerInnen mit der Nord- und Ostseeküste und lernten in diesem Zusammenhang beispielsweise die Sturmfluten, den Aufbau von Deichen und die biologische Vielfalt im Naturschutzgebiet Wattenmeer kennen. Nach intensiver Stationenarbeit zum Fischfang in der Nordsee fragten einzelne LernerInnen, ob es nicht möglich sei, eine Exkursion dorthin zu unternehmen. Hm, das könnte so spontan schwierig werden …

Frau Bittger und Frau Klein zögerten aber nicht lange und holten stattdessen die Nordsee in den Westerwald: Eine Fischverkostung stand auf dem Programm! So erhielten die LernerInnen neben Thunfisch, Krabben, Matjesfilet und Räucherlachs einen Fischverkostungsbogen, auf welchem verschiedene Beobachtungen notiert werden sollten: "Um welches Tier handelt es sich?", "Wie sieht das Produkt aus?" "Wie wurde es hergestellt und wo gefangen?", "Habe ich so etwas schon einmal gegessen und schmeckt es mir?" Die Beantwortung der Fragen zum Ursprungsort und zur Herstellung des Fischprodukts zeigte das große Interesse der LernerInnen am Thema Fischfang. So wurden während der Fischverkostung Begriffe wie "Aquakultur" (und die Vor- und Nachteile dieser Form der Zucht) oder "Nachhaltigkeit" erneut im Unterrichtsgespräch diskutiert.

Viele der LernerInnen hatten einzelne Produkte vorher noch nie gesehen geschweige denn probiert und verhielten sich dementsprechend skeptisch. Der Thunfisch wurde akribisch auseinandergenommen und die Krabben ganz genau untersucht. Aber so schlecht kann es ja eigentlich gar nicht schmecken, wenn die anderen so begeistert mampfen …?! Fazit: Eine Unterrichtsstunde, die den LernerInnen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird und vielleicht auch dazu geführt hat, dass einige der Kinder plötzlich Fischprodukte essen, um die vorher ein großer Bogen gemacht wurde …

Rotary schenkt Tower of Power

Ein großzügiges Geschenk übergab der Vorsitzende des Hilfswerks des Rotary Clubs Westerwald bei seinem Besuch am Raiffeisen-Campus. "Wir haben uns erkundigt und gehört, dass Teambuilding am Raiffeisen-Campus ein wichtiges Anliegen ist", erläuterte Günter Heinz Walter bei seiner Ansprache.

Schulleiter Bernhard Meffert, der gemeinsam mit dem stellv. Schulleiter Markus Wagner und der Orientierungsstufenleitung Renate Maier einen ausführlichen Vortrag zum Thema "Innovatives Lernen am Raiffeisen-Campus" gehalten hatte, zeigte sich erfreut und dankbar: "Diese Arbeitsmaterialien sind ein großartiger Gewinn für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Heute suchen Arbeitgeber nämlich nicht mehr den rücksichtslosen Ego-Taktiker, sondern gut ausgebildete, aber auch teamfähige und kreative Mitarbeiter, die das Wohl der Firma über die eigenen Interessen stellen. Das Teambuilding-Tool ‚Tower of Power‘ lässt erfahren, wie wichtig sensibles Agieren miteinander ist, wenn man zum Erfolg kommen will." Past-Präsident Uwe Nies betonte bei seiner Ansprache, wie wichtig dem Rotary Club, der mit dem Raiffeisen-Campus weit mehr als nur die Initialen teilt, die Unterstützung innovativer Bildungsarbeit ist, und Schulleiter Meffert versprach, diese Arbeit konsequent fortzusetzen.

Warum dürfen die im Unterricht reden?

"Wenn alles schweigt und einer spricht, dann nennt man das wohl Unterricht." Der alte Reim ist zum Glück überholt, zumindest am Raiffeisen-Campus. Und deshalb ist der Religionsunterricht, hier in der 5ab bei Herrn Meffert, in vielerlei Hinsicht dialogisch.

Dialogisch, weil die Auseinandersetzung mit religiösen Informationen und Überzeugungen zum Gespräch anregt, aber auch das Gespräch nötig hat. Hier jedoch war der Dialog, das echte Gespräch, rein didaktisch initiiert. Die Sitznachbarn hatten vorher unterschiedliche Texte bearbeitet und informierten jetzt den jeweiligen Nachbarn. Wenn Herr Meffert am Ende dieses Schrittes die Ergebnisse an der Tafel gesammelt hätte, dann wäre der hier sichtbare Schritt anders verlaufen. Denn dann hätten alle Lerner die Gewissheit gehabt, dass sie nichts verpassen, wenn sie sich halbherzig informiert hätten. Aber der Theologe hatte schon vorher den nächsten Arbeitsschritt erklärt. Jetzt mussten alle, die selbst den Text 1 gelesen hatten, mit dem Text 2 weiterarbeiten und zwar in Gruppen von Lernern, die alle diesen Text 2 nicht selbst gelesen, sondern nur von dem Partner erklärt bekommen hatten. Der Verwendungszusammenhang der Übung war also allen klar. Und so sehen Sie auf diesem fast heimlich aufgenommenen Handyfoto (bis auf die cleveren Jungs in der ersten Reihe, die Herrn Mefferts Aktion wahrgenommen hatten) viele echte Informationsgespräche im Raum. Wir sind jetzt gespannt, wie erfolgreich die arbeitsgleichen Vierergruppen in der nächsten Stunde weiterarbeiten werden. Herr Meffert ist optimistisch, dass nach so erfolgreicher Partnerarbeit auch das gut gelingen wird.

4. Raiffeisen-Tag für unseren ersten Jahrgang

Im Rahmen des hauseigenen Raiffeisen-Curriculums haben die Lernenden des ersten Jahrgangs am Raiffeisen-Campus ihren vierten Raiffeisen-Tag erlebt. Diesmal drehte sich alles rund um die genossenschaftliche Idee, die der Namensgeber der Schule Friedrich Wilhelm Raiffeisen vormals hatte und in die Tat umsetzte. Nachdem die Lernenden unserer beiden achten Klassen sich bereits aus historischer und religiöser Sicht mit dem Namensgeber ihrer Schule auseinandergesetzt hatten, füllten sie am 4. Raiffeisen-Tag ihr Wissen über Friedrich Wilhelm Raiffeisen aus ökonomischer Sicht. 

Hierzu informierte unser Schulpate, die Westerwald Bank, erneut vertreten durch Herrn Veith, die Lernenden über die Genossenschaft als Unternehmensform. Nachdem Frau Hartung kurz in den Tag einführte, verschaffte sich Herr Veith mit Hilfe eines Brainstormings zunächst einen Überblick über das Vorwissen der Jugendlichen. Anschließend informierte er die Lernenden unterstützt durch eine Präsentation über verschiedene Aspekte rund um die Genossenschaft. So erkannten die Lernenden beispielsweise, dass hinter jeder Genossenschaft eine Vision steht, welche Werte hinter den Genossenschaften stecken, wie die Genossenschaften organisiert sind und vieles mehr.

Am Ende des Tages war allen Lernenden nicht nur klar, dass auch und gerade organisiert in einer Genossenschaft viele Menschen mehr erreichen können als einer allein, sondern sie haben auch verstanden, dass die genossenschaftliche Idee auch im 21. Jahrhundert hoch aktuell ist und sich auch global gesehen immer weiter fortpflanzt.

Diese Partnerschaft schweißt zusammen

Wenn ein Weltmarktführer auf eine innovative kleine Schule in Rheinland-Pfalz trifft, dann schweißt das in doppeltem Sinne zusammen. Die EWM Group mit Stammsitz in Mündersbach (und weiteren Standorten auf dem gesamten Globus) und der Raiffeisen-Campus in Dernbach hatten sich vor einigen Monaten auf Vorstands- und Leitungsebene getroffen und dabei schnell erkannt, was uns verbindet: Wir sind beide innovative, sehr persönlich geführte Start-Ups im Westerwald mit dem Anspruch, in die Welt hinauszugehen ohne unsere Heimat zu verlassen oder zu verleugnen. Und so freuten sich Schulleitung, Herr Hemminger und die 7a auf den Besuch aus Mündersbach. Drei Auszubildende aus unterschiedlichen Ausbildungsberufen, Herr Meyer als Ausbildungsleiter, sowie Frau Feierabend (Leiterin kaufm. Ausbildung) und Frau Witkop (Marketing) kamen am 8. Mai zum Raiffeisen-Campus und stellten die EWM Group den Lernerinnen und Lernern vor. Aber es bleibt wie immer natürlich nicht bei der reinen Darstellung. Spätestens, als Constantin mit dem 3D-Helm auf dem Kopf in einer virtuellen Realität ein Werkstück zusammenschweißte, wurde auch den anderen Lernern klar, wie fortschrittlich die EWM auch in Ausbildungsfragen operiert. Und jetzt freut sich die Klasse auf den Gegenbesuch in Mündersbach…

Wer nämlich mit h schreibt …

Manches halten wir bei der Rechtschreibung heute für selbstverständlich, doch hinter vielen Wörtern und deren Regeln zur Schreibung steckt eine lange Entwicklung. Ergebnis ist jedoch, dass wir immer wieder Regeln für die Schreibung erkennen, Ausnahmen diese aber stets bestätigen.

Die Lerner sollen nun in dieses scheinbare regellose Sprachwirrwarr Struktur bringen und eine Rechtschreibkompetenz erwerben, die trotz aller Rechtschreibprogramme am PC nicht weg zu denken ist in Schule, Studium und Beruf. Ausgehend vom Fach Deutsch bieten wir in Zusammenarbeit mit dem lernserver (Uni Münster) ein maßgeschneidertes Förderprogramm für jeden Lerner an, damit jeder seine Baustellen in den Griff bekommt und ein mangelnder sprachlicher Ausdruck nicht den Lernerfolg beeinträchtigt. Und ist eine Regel gerade nicht präsent und es herrscht Zweifel bei der Schreibung bieten wir Hilfe zur Selbststhilfe und keine fertige Lösung: Die Lerner lernen den Umgang mit einem Nachschlagewerk und können so schnell und sicher die Zweifel beseitigen.

Lesen und Schreiben sind nicht nur alte, zu bewahrende Kulturtechniken, sie sind auch Voraussetzung für den Lernerfolg und das Miteinander und den Austausch miteinander und untereinander und deshalb legen wir auch über die Grenzen des Faches Deutsch hinaus großen Wert auf diese Kompetenz.