Auf Wiedersehen Janek und Jacqueline!

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich das FSJ-Team Janek und Jacqueline in ihre neue Zukunft. Nach einem Jahr freiwilligen Einsatzes am Raiffeisen-Campus gehen die beiden nun unabhängig voneinander in ihr Studium.

Janek und Jacqueline waren ein wichtiges Rad im Getriebe unseres innovativen Schulprojektes während des gesamten ersten Jahres. Sie wurden zu einem Teil der Schulgemeinschaft, weshalb der Abschied von den beiden kein leichter war.

Wir werden die beiden als liebevolle Kleinkindbetreuer, Unterstützer in der Schulverwaltung, im Unterricht, bei Pausen und Ausflügen, und als Projektverantwortliche bei Schulen machen Zirkus und Trainer beim täglichen Fußballspiel sehr vermissen.

Mit Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen, besten Wünschen für ihre Zukunft und einem herzlichen DANKESCHÖN verabschieden wir Jacqueline Kuch und Janek Wehler. 

Ab morgen wieder für Sie da …

Nach zwei-wöchiger Erholungspause ist die Schulverwaltung des Raiffeisen-Campus‘ ab morgen wieder besetzt. Wir freuen uns auf Ihren Anruf / Ihre Email/ Ihren Besuch und natürlich besonders auf den Schulstart mit zwei Jahrgängen am 13. bzw. 15. August 2012.

O-Ton: So war das erste Schuljahr aus Elternsicht…

Der Raiffeisen-Campus legt großen Wert auf die Elternarbeit, weil wir wissen, dass Bildung niemals gegen das Elternhaus gelingen kann und Erziehung niemals gegen die Schule. Deshalb freuen wir uns, wenn wir immer wieder positive Rückmeldungen von Eltern erhalten. Dieses hier wollten wir Ihnen nicht vorenthalten:

"Bei der Gelegenheit möchte ich mich sehr herzlich bei allen (Lehrern, FSJlern und Sekretärin) für das tolle letzte Schuljahr bedanken. Unsere Erwartungen sind deutlich übertroffen worden. Das Engagement, das deutlich über das professionelle hinausgeht und von Berufung zeugt, war unglaublich. Ich hoffe, dass Sie sich alle gut pflegen, selfe care ist wichtig, sonst brennt man aus. Das beste Kompliment ist wahrscheinlich die Aussage, die unser Sohn gestern Abend getroffen hat "Schade, dass das Schuljahr zu Ende ist!". Und das von einem Kind, das immer der Meinung war "Schule ist doof!"

Letzter Schultag erstes Jahr

Voller Dankbarkeit begingen die Lernenden, Lehrenden und Eltern des Raiffeisen-Campus den letzten Tag im ersten Jahr. Zunächst pilgerten Lernende, deren Eltern und Lehrende gemeinsam zum Gottesdienst in die Martin-Luther-Kirche Wirges. Dort feierten alle den von Schulleiter Herrn Meffert und Schulpfarrer Herrn Dr. Feld gestalteten ökumenischen Schuljahresdankgottesdienst.

Zurück im Campus hatten die Lernenden die letzte Gelegenheit, in ihrem Klassenraum "klar Schiff zu machen". (Woher dieser Ausspruch kommt, wissen alle spätestens seit der Polarsternexpedition von Frau Kallfelz.) Anschließend gab Jahrgangsleitung Frau Hartung die Zeugnisse aus.

Schließlich verabschiedeten sich die Lernenden liebevoll vom FSJ-Team Janek und Jacqueline: Im Kanon sangen sie das umgedichtete Morgenlied und einige Lernendenvertreter überreichten Geschenke verbunden mit Dankesworten von Lerner- und Elternschaft.

Zum Höhepunkt des letzten Schultages im ersten Jahr des Raiffeisen-Campus‘ schauten alle gemeinsam eine Filmpremiere über genau diesen. Schließlich gingen alle voller Dankbarkeit und Stolz verbunden mit Wehmut über das bereits vergangene erste Jahr und Abschiedsschmerz von diesem tollen FSJ-Team mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Ferien.

Schule früher und heute – Schule im Wandel!

Am fünften Tag der Generationen statteten die Lernenden des Raiffeisen-Campus‘ den BewohnerInnen vom Azurit-Seniorenzentrum Montabaur einen Gegenbesuch ab, um herauszufinden, ob sich Schule von früher zu heute gewandelt hat. Die Lernenden in Begleitung von Frau Hartung, Frau Maier und dem FSJ-Team wurden mit Plätzchen und Getränken von den BewohnerInnen und deren Betreuern Frau Wick und Herr Goebels herzlich empfangen. Der Techniker Herr Schmidt machte es möglich, dass die Lernenden, gestützt durch Musik und Visualisierungen, Highlights aus dem Unterricht des vergangenen Schuljahres vorstellen konnten. Somit war die Grundlage für die anschließenden Gespräche zwischen Jung und Alt gelegt: In Kleingruppen und mit Hilfe von vorbereiteten Gesprächsimpulsen kam die Generation 10+ mit der Generation 60+ über Schule früher und heute ins Gespräch. Am Ende waren sich alle einig, dass sich Schule tatsächlich gewandelt hat.

Zurück im Campus sammelten wir zunächst die Eindrücke der Lernenden über Schule früher: "Mich hat überrascht, dass früher kaum Ausflüge gemacht wurden, dass die Kinder Kilometer weit zur Schule durch Felder laufen mussten und dass es keine Hefte gab: die Lehrer und Lerner haben alles aus dem Kopf gemacht." so einige Lernenden später. Schließlich erfuhren alle, dass sich Schule in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt hat. Es lag nahe, aus dem Blick in die Vergangenheit einen ebensolchen in die Zukunft abzuleiten. Deshalb zeichneten die Lernenden als Klasse ein Zukunftsszenario: Schule im Jahr 2157.

Raiffeisen-Campus verbindet Alt und Jung

Die Tage der Generationen waren prägender Bestandteil im ersten Schuljahr des Raiffeisen-Campus. Soziale Kompetenz entwickeln – das hat sich das innovative Schulteam zum Ziel gesetzt und will es zusammen mit der ökonomischen Kompetenz zu einem Kernelement der Bildung am Raiffeisen-Campus  entwickeln – für jeden Lerner und jede Lernerin.

Über den Kontakt mit dem Azurit-Seniorenheim in Montabaur erfuhren wir auch von einem Wettbewerb, der wie kein anderer zu diesem Projekt und zum Umfeld unserer Schule passt: "Jung und Alt – gestalte, was verbindet" hatten die Volks- und Raiffeisenbanken und vor Ort die Westerwaldbank als Motto des diesjährigen "Jugend creativ"-Wettbewerbs gewählt und so entwickelten die Lernerinnen und Lerner Motive auf der Basis ihrer Gespräche mit den Seniorinnen und Senioren.

Amira, Mark-Aurel und Nicla waren dabei so erfolgreich, dass sie im Bereich der Geschäftsstelle "Ransbach-Baumbach" der Westerwaldbank den 1.-3. Platz belegten. Und so lud sie die Westerwaldbank zu einer Feierstunde in das Cinexx-Kino in Hachenburg ein. Schulleiter Meffert, hin- und hergerissen zwischen der Anwesenheit beim Sportfest und der Feier in Hachenburg, hatte sich mit Jahrgangsleiterin Hartung auf eine faire Aufgabenverteilung geeinigt und fungierte als Chauffeur der Preisträger.

In Hachenburg gab es alles, was das Herz eines Kinobesuchers auch sonst höher schlagen lässt, nur kostenlos: Für Popcorn und Softdrinks war gesorgt und zu Beginn gab es reichlich Kinovorschauen für die Ferienmonate. Anschließend bat man die zahlreichen Preisträger in den ebenfalls zahlreichen Kategorien auf die Bühne, bewunderte gemeinsam ihre Werke. Amira, Mark-Aurel und Nicla mussten viel Geduld haben, denn ihre Gruppe war recht spät an der Reihe – und dennoch freuten sie sich schließlich darüber, wie bei den Oscars namentlich aufgerufen zu werden und die Preise für ihre Leistung zu erhalten. Schulleiter Meffert und die mitgereisten Eltern waren sichtbar stolz auf die Leistung der drei Jung-Künstler und dankbar für die Ausrichtung eines so sinnvollen Wettbewerbs.

Historisch erste Jahreszeugnisse

Am letzten Schultag des ersten Jahres in der Geschichte des Raiffeisen-Campus hatte Jahrgangsleiterin Andrea Hartung die Ehre, die ersten Ganzjahreszeugnisse an die gespannten Lernerinnen und Lerner zu verteilen.

Nachdem alle gemeinsam die Klassenräume aufgeräumt hatten und bevor das FSJ-Team offiziell verabschiedet wurde (dazu wird es einen eigenen Artikel geben), versammelten sich alle aktuellen Lernenden des Campus‘ in einem Sitzkreis zur Zeugnisausgabe.

Schulleiter Bernhard Meffert hielt eine kleine Ansprache über die individuelle Bedeutung der Ergebnisse: Beispielsweise hätten Lernende, welche ein Dreier-Zeugnis haben und sich über das ganze Jahr hindurch angestrengt haben, ein höherwertiges Zeugnisse als Lernende mit einem Zweier-Zeugnis, die nicht besonders viel dafür getan hätten, so der Direktor. 

Jahrgangsleiterin Frau Hartung prämierte die beiden besten Zeugnisse beider Klassen und lobte die Lernerinnen und Lerner für ihre hervorragende Leistung.

Was weiß ich denn?

Fragt sich eine der besten Zeitschriften für Jugendliche und Junggebliebene auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt. "Fluter" ist eine Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung und untersucht im aktuellen Heft die Bildungsrepublik Deutschland. In zahlreichen Artikeln wird, durchaus kontrovers, der Frage nachgegangen, wie wir in Deutschland Bildung ermöglichen oder eben eher verhindern. Auch wenn wir als Raiffeisen-Campus nicht jeder These folgen mögen, das Heft empfehlen wir Ihnen mit Nachdruck. Im übrigen ist es nicht umsonst, "Fluter" zu lesen, aber absolut kostenlos! Abonnieren Sie hier kostenlos, wenn Sie möchten…

Autor Thorsten Schilling schreibt zum aktuellen Thema im Vorwort zum Heft: "Bildung ist die Freiheit, die wir uns nehmen müssen. Ob Bildung gelingt, dafür trägt nicht nur die Allgemeinheit, sondern letztlich jeder selbst Verantwortung. Es lohnt sich so oder so. Wenn Bildung gelingt, bewegen wir uns in einer besseren Form des Lebens." Recht hat er und er spricht uns am Raiffeisen-Campus aus dem Herzen. Wir nehmen uns die Freiheit einer Privatschule, um auf innovativen Wegen Bildung möglich zu machen, statt darauf zu warten, dass das jemand für uns erledigt. 

Ein Tag Campusluft "schnuppern"

Mit Vorfreude und Spannung begrüßten wir unseren neuen Jahrgang am Schnuppertag am Raiffeisen-Campus. Der Tag begann mit einem schwungvollen „Herzlich Willkommen“, gesungen von unserem ersten Jahrgang, und schon bald konnten die neuen Klassenkameraden ganz ungezwungen in verschiedenen Spielen kennengelernt werden.

In den Pausen wurden dann erste Kontakte zu den „Großen“ geknüpft und nur kurze Zeit später konnte man einem munteren Fußballspiel mit bunt gemischten Mannschaften auf dem Pausenhof folgen. Das Ergebnis war zweitrangig, die Freude am Spiel stand im Mittelpunkt und war jedem anzusehen. Es darf davon ausgegangen werden, dass es bald im neuen Schuljahr zu einer Revanche kommen wird.

Schließlich präsentierte sich der Campus im Rahmen eines Marktplatzes. Die Lernerinnen und Lerner gestalteten eigens zu diesem Zweck bunte Plakate und Workshops zu den interessantesten Unterrichtsinhalten und Projekten, die sie in ihrem ersten Jahr am Campus erlebt hatten. Der neue Jahrgang informierte sich begeistert und löcherte den ersten Jahrgang, der nicht ohne Stolz sein ersten Schuljahr und seine Schule präsentierte, mit Fragen rund um den Campus. Der Höhepunkt des Vormittags war schließlich die einstudierte Modenschau, in deren Rahmen die verschiedenen Kleidungsstücke der Schulkleidung präsentiert wurden.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen klang der Schnuppertag, den Jahrgangsleiterin Frau Maier mit dem Team vorbereitet hatte, langsam aus, aber nicht ohne unsere große Freude auf den neuen, unserem zweiten Jahrgang zum Ausdruck zu bringen. Als Überraschung erhielten unsere Gäste ihr ersten Campus-T-shirt als Geschenk des Trägers – spätestens jetzt gehören sie richtig dazu. Zum Schluss blieb uns nur noch, unsere neuen Lernerinnen und Lernern mit einem Rucksack voller schöner Erinnerungen und Vorfreude auf ihre neue Schule gehen zu lassen. Am 15. August sehen wir uns wieder – wir freuen uns!

Die Sonnenblume blüht – Gott sei Dank!

Was brachte die Sonnenblumensamen aus dem Einschulungsgottesdienst am 8. August 2011 zum Blühen, fragte Herr Meffert zu Beginn des ökumenischen Schuljahrsdankgottesdienstes am letzten Schultag. Und nachdem die menschlichen Einflussfaktoren benannt waren, nämlich Erde, ausreichend Wasser und Pflege, war klar: Die Sonne ist ebenfalls wesentlich und auf diese haben wir keinen Einfluss. Und so wie die Sonne uns geschenkt wird, haben Menschen, die an Gott glauben, die Gewissheit, dass auch sie trotz allen Mühens auch auf die Zuwendung Gottes hoffen dürfen, die uns ebenfalls einfach dazugeschenkt wird. 

Danke zu sagen und zu überlegen, was dieser Dank mit uns selbst macht, das war das Anliegen des Gottesdienstes, der von Dr. Feld als Schulpfarrer geleitet und von Herrn Wagner musikalisch begleitet wurde. Als Evangelium stand die Geschichte von den zehn Aussätzigen im Mittelpunkt, die allesamt durch Jesu Rat geheilt werden, von denen aber nur einer zurückkehrt, um Jesus zu danken (Lk 17). Jesus verweist den Dankenden aber letztlich auf sich selbst, wenn er ihm sagt: "Dein Glaube hat Dir geholfen!"

Religionslehrer Meffert hatte diesen letzten Aspekt in seiner dialogischen Predigt im Fokus. Er erinnerte die Lernerinnen und Lerner mit Hilfe von Fotos an den Tag, an dem sie im Frühjahr 2011 vor dem ersten Schultag ihr erstes Raiffeisen-Campus T-Shirt erhielten. Auf einem Foto wurde klar: Sie waren glücklich und dankbar für dieses erste textile Symbol ihrer Zugehörigkeit zur neuen Schule. "Warum", so fragte Schulleiter Meffert, "ist diese Dankbarkeit heute morgen in Eurem Zimmer nicht mehr spürbar gewesen, als ihr dasselbe (einige hatten es tatsächlich gewählt) T-Shirt anzogt?" Antwort: Weil die Schulkleidung zur guten Gewohnheit geworden ist, die nicht mehr dieselbe Aufmerksamkeit erhält. "Und wie ist es mit der Schule, ist auch die selbstverständlich geworden?" Herr Meffert verwies auf 826 000 000 Menschen, die weltweit keine ausreichende Schulbildung erhalten hätten und deshalb Analphabeten seien und bat, dankbar zu bleiben für den Umstand, dass wir Schule als Gewohnheit empfänden. Schule, erst recht gute Schule, sei keine Selbstverständlichkeit.

Und er ging noch einen Schritt weiter und zugleich zurück zur biblischen Geschichte: "Wem nutzt Dankbarkeit? Ist sie eine Frage der Höflichkeit, dient sie demjenigen, dem gedankt wird?" Nein, so brachte Herr Meffert zum Ausdruck: "Ich bin mir sicher, dass nur der eine, der zurückgekehrt ist, wirklich geheilt wurde – an Körper und Seele! Denn Dankbarkeit empfinden zu können ist die Vorraussetzung für Glück."

"GottesDienst ist also keine Veranstaltung, in der wir Gott Danke sagen, weil Er es braucht – nein – es ist wichtig, Gott Danke zu sagen, weil WIR es brauchen!" Jesus macht das klar, weil er sich weigert, in der biblischen Perikope als Zauberdoktor und Wunderheiler verstanden zu werden. Er drückt unmissverständlich aus, dass wir Menschen mit Gottes Hilfe aber nicht gegen unseren Willen heil werden können. "Steh auf und geh! Dein Glaube hat Dir geholfen." Das ist keine Bescheidenheit eines Wunderheilers, dem der Dank unangenehm ist – es ist die Quintessenz christlichen Glaubens, die den Menschen nicht mehr vor Gott im Staub liegen lässt, sondern ihn aufrichtet, ihm sein Selbstbewusstsein und seine Verantwortlichkeit nicht abnimmt und ihm hilft, heil zu werden – ihn aber niemals gegen seinen Willen und ohne sein Zutun heilt.

Deshalb war es nur folgerichtig, dass in einer kleinen Zeremonie die Lernerinnen und Lerner ihren Dank symbolisch zum Altar brachten und den zahlreichen mitfeiernden Eltern erläuterten, wofür sie in diesem Schuljahr dankbaren waren. Anschließend drückte die Schulgemeinschaft ihre Dankbarkeit aus, in dem sie diejenigen beschenkte, die es weniger leicht haben: Jacqueline Kuch, FSJlerin am Raiffeisen-Campus, überreichte einen Scheck von 1000€ an die Katharina-Kasper-Stiftung, die von Frau Schürmann vertreten wurde. Mit dem Geld sollen Familien in unserer Region unterstützt werden, die durch Krankheit der Kinder in Schwierigkeiten geraten.

Die aufrichtige Dankbarkeit der 40 Lernerinnen und Lerner drückte sich während des gesamten Gottesdientes auch in ihren Stimmen aus. Selten hat man Kinder so kräftig singen hören und man glaubte ihnen, als sie sich zum Schluss im Lied gegenseitig wünschten: "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott Dich fest in Seiner Hand!".